Archiv der Kategorie: #heimspiel

Von Fahnenflucht, Stressern & Steinwürfen – Spieltage 31-33

Saisonabschluss. Eigentlich, sorry Spoiler, geht es um rein gar nichts mehr und trotzdem wollen wir #allezusammen #allesraushauen. Dass ich manche Dinge einfach ein bisschen zu sehr wörtlich nehme und zum letzten Spiel tatsächlich nochmal so alles gegeben habe ist dann halt leider ein bisschen tragisch. Doch von vorn, ein bisschen was fehlt ja noch und dass ich das nachhole, habt ihr schlicht und ergreifend meiner unfassbaren Unfähigkeit den ÖPNFAV (Öffentlicher Pöbelcrew Nah Fern Alles Verkehr) zu nutzen, zu verdanken. Gern geschehen.

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Vorgegriffen: Heimweg, der Rhein und jemand der winkt ❤

FAHNENFLUCHT BEI FORTUNA

31. Spieltag: Fortuna Düsseldorf 1:3 FC St. Pauli

Nun, hier im IC nach Dortmund sitzend, finde ich dann endlich auch mal die Ruhe, noch über das Spiel bei Fortuna Düsseldorf zu schreiben, das mittlerweile auch schon ein paar Wochen in der Vergangenheit liegt. Es hatte ein wenig Endspielcharakter an diesem Freitag, der einer von denen war, bei dem man am liebsten 3 verschiedene Jacken eingepackt hätte und am Ende trotzdem entweder vollkommen verschwitzt oder komplett durchgefroren in dem Parkhaus von Stadion gestanden hätte. Auch die Faschos waren auf Tour und deswegen fuhr die Fraktion Pöbelcrew Süd unerkannt durch NRW, machte Abstecher in Bochum und Wattenscheid, bedachte beide Orte mit  den jeweiligen Hymnen, und stieß schließlich in Düsseldorf am Bahnhof zum Rest der Truppe, die sich eben nicht erst am Stadion zusammen finden wollte. Gemeinsam den letzten Wegrest angetreten und schließlich auch an der Esprit Arena angekommen.

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Ich gebe ehrlich zu, dass ich mittlerweile eine kleine Masse an Spielen gesehen habe und die Erinnerung an die einzelnen Spiele durchaus vermischt bis etwas undurchsichtig geworden ist, aber ich versuche zumindest mal noch eine kurze Übersicht rund um den Spieltag gegen einen direkten Konkurrenten (so wie die anderen 12 halt) zu geben, seht es mir nach, wenn es an manchen Stellen mehr oder weniger ausführlich ist.

Ein kurzes Wort zum Stadion sei mir erlaubt, wer jedoch eine längere Version bevorzugt, dem lege ich den Text aus der letzten Saison ans Herz, weil ich, ohne ihn noch einmal gelesen zu haben, mir nicht vorstellen kann, einen Artikel ohne Stadionbashing geschrieben zu haben. Es ist und bleibt ein fürchterlich herzloses Ding, das mein Mitfahrer bei seinem letzten Besuch bereits für ein Parkhaus gehalten hatte und damit meine Meinung absolut untermauert. Auch der ehemalige Gladbacher hatte nur ein „Ach, das Ding mit den bunten Sitzen, damit es aussieht, als wäre es voll?“ für die Esprit-Schuhkiste übrig. #nuffsaid

Wir erklommen die letzten Stufen bis zum Vorraum des Blocks, eroberten unbedacht noch Bier und Bratwurst, nur um dann beim Eingang zum Stehblock fest zu stellen, dass die Herren in Gelb ja noch die Tickets sehen wollten. Ein kurzes „hier, halt ma mein Bier!“ später, hatten beide Ordner beide Hände voll mit Bierbechern, während wir die Tickets zur Wiedervorlage suchten. Herrlich entspannter Umgang, sowohl am richtigen Eingang, wie auch hier wieder, man verabschiedete sich scherzend und tat das auch später beim Verlassen des Stadions.

Ein kurzer Exkurs, der die Herren der Schöpfung nicht betrifft: Es ist und bleibt ein Unding, dass man für den kompletten Stehblock eine niedrige einstellige Zahl an Toiletten für die Damen vorsieht. Wenn du dir sogar vor dem Spiel, mit noch massig Zeit im Rücken, da Ewigkeiten die Beine in den Bauch stehst, macht das halt per sé schon mal nicht wesentlich entspannter. Und ein entspannter Block ist ein friedlicher Block, just sayin.

Um ihren friedlichen Block fürchteten scheinbar auch die Ordner, als sich die „nicht spinnefeind gegenüberstehenden“ Ultragruppen ein kurzes Tête-Á-Tête lieferten, jedoch lediglich Devotionalien austauschten und kurz schnackten. Zurück zum entspannten Block im Abstiegskampf.

So weit man das halt entspannt nennen kann. Ich war massiv pessimistisch und das war eigentlich ein gutes Zeichen, durfte man aber natürlich nicht selbst so deuten, weil dann wäre da ja wieder dieser tückische Sack von Optimismus mit seinem miesen Kumpel Hoffnung und wenn ich eines nicht gebrauchen konnte, dann einen Kampf über 90 Minuten mit diesen Hauern.

Nun hatten wir im Block Plätze eingenommen, die vielversprechend waren, aber vom Umfeld her zu Beginn recht anstrengend. Als der Anpfiff näher rückte und die Schwenkfahnen ausgepackt wurden, reifte das allerdings zu nahezu unerträglich. Es war der leibhaftige Beweis für Murphy’s Law: Es gab genau zwei Schwenkfahnen und wir stehen direkt neben der, die unerträglich quietscht und knarzt und lauter als der scheiß Support war – scheiß in diesem Sinne sowohl als Prädikat für den Support als auch als stilistisch unterstützendes Fluchwort.

[Erlaubt mir einen weiteren Einwurf: Was zur Hölle ist so schwer daran zu verstehen, wie die Position eines Wortes die Bedeutung des zugehörigen Satzes komplett verändern kann? Wenn ich noch einmal hören muss, wie jemand „Scheiß XY, ihr seid uns weit unterlegen, seid zu schwach, ja und deswegen gewinnen WIR heute nur HIER“ statt „HIER heute nur WIR“ hören muss ist der Griff zu Schellen als Hilfsmittel nicht mehr fern. Kann doch nicht so schwer sein.]

Das Spiel als solches verdiente das Prädikat „scheiße“ allerdings auch, wenn auch weniger als „irre“. Ich fasse einfach kurz zusammen, warum ich es als das empfand, auch wenn das wohl tatsächlich ein eher kurzer Teil wird: Zum Einen startete es direkt ziemlich ruppig, die Düsseldorfer spielten so ellebogenlastig wie eh und je, sodass im Block zahlreiche Gelbe Karten gefordert, jedoch nie gegeben wurden. Bis es dann halt doch den ersten und zu dem Zeitpunkt auch noch einzigen Düsseldorfer traf – innerhalb weniger Minuten gleich zweimal, Ampelkarte, auf Wiedersehen.

Zu diesem Zeitpunkt hatten auch schon zwei Spieler das Feld verletzungsbedingt verlassen müssen: Zum einen unser Bernd Nehrig, zum anderen der Fortune Akpoguma, der sich schwerer verletzt hatte, als es zunächst aussah. An dieser Stelle noch späte, aber herzliche Genesungswünsche – eine hoffentlich baldige und vollständige Genesung! Aber das lieferte für mich auch wieder Grund zum Motzen, weil ich persönlich es ein Unding fand, wenn zwei Spieler direkt vorm Block offensichtlich schwerer verletzt am Boden liegen bleiben, die Ruhe im Stadion (und des Heimblocks) dazu zu nutzen, selbst umso lauter zu supporten. Muss halt nicht sein, auch einer von uns liegt da unten. Der Block war in dieser Frage allerdings sehr zwiegespalten und die Vorsänger definitiv auch, denn während einer abwinkten, ein anderer motzte, warum denn keiner mitmachte und schließlich der erste auch wieder Support einforderte, hatte sich der supportende Teil des Stehblocks eigentlich schon darauf geeinigt, dass man für die Dauer der Behandlung am Feld den Support aussetzte.

Dass man in Überzahl spielt, dürfte bei jedem Fan Zuversicht auslösen, sofern er nicht Braun-Weiß trägt, schließlich tun wir uns mit einem Mann mehr am Feld halt einfach mal so richtig schwer und so war das kein Wunder, dass es phasenweise so wirkte, als spielte Fortuna mit einem Mann mehr und nicht wir. Es kam wie es kommen musste: nur wenige Minuten nach dem Platzverweis  fiel das obligatorische Tor –  nur halt leider das falsche. Rückstand, Überzahl, das Ding war durch,  dachte ich jedenfalls und hatte damit die Rechnung definitiv ohne den Kampfgeist der Boys in Brown gemacht.

Die kuriosen Situationen hatten nur definitiv noch was im Ärmel und das waren unter anderem Freistöße, die von allen für Elfer gehalten wurden, einen weiteren Platzverweis und eine Gelbe Karte NACH Abpfiff direkt vom Gästeblock. Kuriositätenkabinett, aber mein Hirn vermag es gerade nicht mehr in die richtige Reihenfolge – außer natürlich die gelbe… – zu setzen. Am Ende stand es – verdient, versteht sich – 3-1 für die Boys in Brown und da keimte dann doch sowas wie Hoffnung auf.

Auf dem Weg zurück dann noch einen Teil der Kofferraum-Krew aus Aue wieder getroffen und eine recht entspannte, wenn auch lange und umwegvolle Heimfahrt gehabt.

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Very Important Pöbler parken halt auf dem VIP-Parkplatz.

„LEICHT NACH STRESS AUSSEHEND“

32. Spieltag: 1. FC Kaiserslautern 1:2 FC St. Pauli

Eine passende Beschreibung für vieles: einen bestimmten Typ, einen Spieltag, eine Anfahrt … Startend daheim war das erste Ziel des Tages Hagen gegen Mittag und während das Pöbelcrew-Taxi seine Stau-Odyssee scheinbar schon hinter sich hatte, schmetterte ich direkt auf den Stau ganze drei (!!) Kilometer vor meiner Ausfahrt zu und ließ auf mich warten. Am Treffpunkt selbst zum Rest der „Punkte sind nicht so wichtig für die Region wie der FCK“-Bande und wir machten uns auf einen etwas umweg-, stark stau- und schon ziemlich verpätungsbehafteten Weg zum Spiel. Hatten wir vorher ein ziemlich lässiges Zeitpolster so schrumpfte dieses scheinbar mit jedem geschafften Kilometer signifikant bis man schließlich kurz vor Lautern doch unruhig auf dem Sitz hin und her rutschte.

Aber für dieses Spiel hatten wir Glück in Form eines Parkplatzes der Presseleute und Very Important Penises, eeeh… VIPs. So kamen wir dann doch noch rechtzeitig im Stadion an – vorbei an all den leicht nach Stress aussehenden Lautrern, denen wir unsere braun-weiße Identität dann doch lieber nicht unter die Nase rieben. Bis dahin hatte ich auch fast verdrängt, dass zwar die Kontrolle lasch aber das Vorhaben im Stadion etwas zu essen und zu trinken zu bekommen ein umso härteres war. Mal ehrlich, liebe JustPay’ler: Wie schafft man es, mit einem so beschissenen Geschäft, so dreckigem Vorgehen und dermaßen hohen Einnahmen durch miese Art pleite zu gehen? Wie? Einfach wie? Ihr bekommt Milliarden in den Arsch geblasen, weil es nahezu unmöglich ist, beim Zurückholen des auf den Karten verbliebenen Geldes nicht ein Jahr Lebenszeit, sämtliche Nerven oder die gute Laune aufs Spiel zu setzen. Aber mal ab davon: Lieber FCK: Genau eine Stelle um nachher die Becher und die Karten abzugeben, während sich eure Leute an den Getränkeständen, die zumindest eines davon annehmen könnten, die Beine in den Bauch stehen ist halt schon maximal bescheuert wenn nicht sogar berechnend, was das Ganze auf komplett neue Ebenen von „Habt ihr sie noch alle?“ hebt.

Ähnliches würde ich bei der Anzahl der Damenklos anmerken wollen. Aber dass die wichtigen Männer immer noch nicht begriffen haben, dass tatsächlich Frauen auch zum Fußball gehen, wundert mich genauso wenig wie die Schlange vorm Damenklo, wenns nicht mal fünf Kabinen für einen kompletten Block gibt. Super!

Der Block an sich war für mich persönlich, und der zweite Teil der #pblcrw stimmte mir da genervt zu, einer der schlimmsten der letzten Zeit:  Besoffen als hätte es einen Sonderzug gegeben, dämlich in die falschen Richtungen pöbelnd und vor allem dauernd „Wir sind Zecken“-anstimmend. Einfach nur sau nervig, vor allem wenn man die ganze Zeit die Leute mit seinen Schultern trägt, die es weder schaffen „Sankt Pauli“ noch unfallfrei und halbwegs verständlich auszusprechen, geschweige denn auch nur einmal den Takt beim „mit“-klatschen getroffen haben. #antialles

Bei mir wuchsen also minütlich die Aggressionen, nicht zuletzt davon gekrönt, eine Schwenkfahne in die Fresse zu kriegen, weil auch der Fahnenmensch nicht mehr in der Lage dazu war, eine scheiß Fahne fest zu halten – aber Bier holen ging ganz gut, jedenfalls wenn man „sich rücksichtslos durch den Block zu tanken“ als erfolgreich bezeichnet. Kinder, ich bin die letzte die „Fahnen runter“ brüllen würde, vergesst das nicht.

Was hatten wir also? Eine nicht nur leicht nach Stress aussehende pblcrw’in und ein ziemlich verkorkstes Spiel, das genau so war, wie man eines am Betze halt erwartet: Easy bis zur letzten Minute und dann noch fast zweistellig verlieren können, sich aber irgendwie zum Sieg zittern und freuen können.

Bemerkenswert dabei: Nach Abpfiff gab es keinen richtigen Jubel. Alle standen im Block, schauten sich an und hofften, dass es das jetzt war, dass wir durch sind. Aber so richtig freuen konnte man sich noch nicht, auch wenn das natürlich massiv wichtige Punkte waren, die da eingefahren wurden, aber solange eben noch die rechnerische Möglichkeit bestand, doch noch auf einen Abstiegs- oder Relegationsplatz zu rutschen, war für mich noch keine Erleichterung greifbar.

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„1. FC Kaiserslautern – Unzerstörbar!“ … naja, fast.

Für mich eines der Highlights des Spieles: Der eine Moment, in dem die komplette rote, pöbelnd-pfeifende Kurve des FCK hinter dem „1. FC Kaiserslautern – unzerstörbar!“-Banner komplett erstarrte. Keine Bewegung, kein Gesang – geschlagen.

Es folgte eine äußerst entspannte Rückfahrt, gerade für mich, die ich sobald Hunger kein Thema mehr war, seelenruhig auf der Rückbank schlief und erst wieder richtig wach wurde, als ich selbst wieder hinter das Steuer musste. Nicht selbst fahren zu müssen war also super, aber kein Vergleich zur Gesellschaft. Das hat viel Spaß gemacht, ich danke euch!

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EIN STEINWURF WEG VOM HAFEN – DORTMUND IST NICHT HOLLAND, DIGGER. 

33. Spieltag: FC St. Pauli 1:1 Spielvereinigung Greuther Fürth 

Es ist jedes Mal so: Wenn ich sage, dass ich was bestimmt nicht tue und dieses „was“ einen Fußballkontext hat, dürftet ihr gerne Geld darauf setzen, dass ich es doch tu. In diesem Fall war es: „Ich fahr diese Saison nicht mehr zum Heimspiel“, zack, hatte ich eine Südkarte dank des lieben und weltbesten Teddys, und war schon so gut wie auf dem Weg.

„So gut wie“ ist da allerdings das Stichwort. Es folgt: Ein weiteres Kapitel meines Kampfes mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auf Rädern. Da der Trip eigentlich nicht so ganz eingeplant war und vor allem das Konto gequält ächzte ob meiner Pläne, wählte ich für die Hinfahrt die günstigere aber zeitintensivere Anreisevariante mit dem Flixbus. Und bevor ihr motzt, dass ich hier Werbung für ein Unternehmen unterbringe: Es ist alles andere als das. Versprochen.

Bisher hatte ich zu den Menschen gehört, die noch keine Scherereien mit diesem speziellen Anbieter erleben musste, doch dass sich das gleich in solcher Heftigkeit ändern sollte, damit hatte ich, entspannt an der Haltestelle sitzend nicht gerechnet. Mit einer gewissen Verspätung rechnete ich schon aus den bisherigen Erfahrungen, daher blieb ich als eine der wenigen auch dann noch entspannt, als die vierte Linie, die nicht unsere war, anhielt, ent- und wieder belud und ohne uns weiter fuhr. Nach über einer Stunde ohne Verspätungsnachricht wurde allerdings auch ich langsam stutzig.

Bis die Jungs, die mit mir und einer Bremerin dort warteten, wutentbrannt zu uns stapften, um uns mitzuteilen, dass man den Bus ersatzlos gestrichen habe und keine Meldung davon gemacht hatte, sondern uns dort einfach hätte sitzen lassen OHNE uns mitzuteilen, dass sämtliche Tickets auf den nachmittags erst startenden Bus (wohlgemerkt mit über drei Stunden Zeitunterschied!) hatte. Ganz große Arschlochaktion, werte Flixbus-Bosse. Das war mies und zwar so richtig und es kann gut sein, dass dies auch meine letzte Fahrt mit euch war, wenn ihr so zuverlässig und noch viel stärker im Krisenmanagement seid.

Nun hatte ich das Glück, dass ich mich mit besagter Bremerin wirklich gut unterhalten hatte und wir kurzerhand beschlossen, mit dem Auto zumindest gemeinsam bis Bremen anzureisen. Mit vielen Staus, einem erheblichen zeitlichen und finanziellen Mehraufwand und jeder Menge Stress kam ich schließlich doch noch in Bremen an und enterte den Zug gen Hamburg. So hatte ich mir meine Fahrt definitiv nicht vorgestellt, aber ändern konnte man es nun auch nicht mehr. Also ordentlich gepöbelt, sich damit abgefunden und gut war. [Ist das dieses Alt werden? Vor zwei Jahren hätte ich mich viel länger darüber aufgeregt.]

Erst einmal in HH angekommen lieb in Empfang genommen worden, direkt weiter gezogen und einen Abend mit der Bezugsgruppe verpasst, die ich, hätte ich mal Konsequenz in meinem „Ne, diese Saison nur ein Heimspiel!“ walten lassen, definitiv viel zu sehr vermisst hätte. Hoch lebe meine Inkonsequenz. Der Abend war lang, die Nacht kurz und der Deadpool-„Shooop“-Ohrwurm nahezu tödlich. Aber hachja, dafür gibts gar nicht genug Herzchen.

Der Spieltag begann dann mit einem ausgiebigen Frühstück, drei Brötchen für jeden!, und dem langsamen Pilgern zum Millerntor. Das Wetterchen hatte sich der Laune angepasst und so strahlte vom Hamburger Aprilhimmel eine Sonne entgegen, die auch nochmal alles geben wollte. Wir arbeiteten noch etwas an unserem Strahlen, glimmten wir zu dem Zeitpunkt wohl noch eher müde vor uns hin – aber das sollte ja alles noch kommen.

Im Stadion den Stammplatz der Gruppe erobert und sich erst einmal auf den Stufen sitzend im Kräfte sammeln geprobt. Vielleicht sollten wir demnächst eher nach den Spielen los ziehen und nicht am Abend vorher, aber dann kommen ja wieder andere Dinge in die Quere, wie arbeiten. Wobei, wenn es nach manchem Twitterer geht, tu zumindest ich das ja nicht. [Gruß!]

Ich mag zum Spielgeschehen eigentlich gar nicht so viel sagen, aber erlaubt mir Worte zum gewohnten „Drumherum“: Rainer wurde als Stadionsprecher verabschiedet und das stellte für mich eine der wenigen Gelegenheit dar, in denen ein „You’ll Never Walk Alone“ wirklich mal nicht deplatziert sondern regelrecht angebracht ist. Vielen Dank für die vielen Jahre hinter dem Mikro und viel Spaß zurück auf der Tribüne. Alles Gute.

Zum Einlauf/Anpfiff explodierte im Gästeblock stilecht Hulk, jedenfalls ließ die saftige Rauchwolke darauf schließen. Wie immer: Pyrotechnik im richtigen Einsatz ist alles, aber kein Verbrechen, demnach ein hulkfetter Daumen hoch in Richtung der Fürther.

Das Spiel verlief in Etwa so, wie man sich eines vorstellt, wenn man kurz davor nach einer derbe anstrengenden und kraftraubenden Saison den Klassenerhalt klar gemacht bekommen hat [SO nach Würzburg & Bochum!], und dann halt noch die Saison irgendwie zu Ende spielen muss, aber der Druck völlig weg ist, während der befreite Spaß noch nicht ganz seinen Weg zurück auf den Rasen gefunden hat. Mit einem 1:1 war das gut bedient und da konnte auch keiner meckern, wie ich finde. Weder für die Spielvereinigung noch für uns ging es um mehr als Fernsehgelder und dann passte das halt schon.

Zum Abpfiff explodierte bei uns dann noch ein Mini-Hulk und irgendwas in gelb, die Mannschaft ließ sich ordentlich feiern und bis die bei uns angekommen waren, hatten wir fünf mal versucht, „Ein Steinwurf weg vom Hafen“ bis zu T. am Zaun zu transportieren, bei dem wohl leider nur die Geste zu „macht den Kopf kapuuuutt“ ankam, was das Ganze aber nicht minder lustig machte. Egal, wir feierten munter vor uns hin, bis die Mannschaft ihre Runde vor der Süd beendete und sich auch dort gebührend feiern ließen.

Und so hätte ein schöner Fußballtag enden können. Hätte. Aber nein, es gibt ja Leute, die profilieren sich darüber, in massiver Überzahl mal Jagd auf Fürther zu machen. Kannst du machen, dann bist du aber ein Dulli – und was für einer. Gerade auf Fürth, mit denen man so absolut gar keine negativen Verträge hat … aber hey, jeder definiert sein Selbstbewusstsein anders. Wenn ihr dafür mit so vielen auf so wenige ohne Fan-Utensilien und in Laufspiele gehen wollt, bitte – aber sucht euch doch vielleicht Leute, die Bock drauf haben, sich mit euch zu keilen. Davon soll es ja genug geben.

Wir ließen den Tag nicht bei Freibier und am Knust, sondern in der Nähe davon und mit ganz viel Ruhe in der Sonne ausklingen. Nach einer solchen Saison soll durchatmen ja auch mal erlaubt sein. Genau dafür hatte ich mir auch noch den Montag freigeschaufelt und wollte erst gegen Abend den Heimweg wieder antreten, damit ich den Tag über noch mit den lieben Menschen verbringen konnte, die die Saison über viel zu kurz gekommen sind. Ein richtig dickes Herz an euch, der Tag war ein wirklich schöner und ich hab die gemütlichen Treffen mit euch sehr genossen. ❤

Dass wir den Tag dann vielleicht ein wenig zu entspannt ausklingen ließen, endete in meiner wahren Öffi-Misere: Während sämtliche [!!] Bahnverbindungen in HH ankommend mindestens 30 Minuten Verspätung vorzuweisen hatten, kam mein gebuchter ICE natürlich pünktlich und wurde trotz rekordverdächtigem Sprint um EINE verdammte Minute verpasst. Eine. Ärgerlich. Kurz den Bahnhof zusammengeflucht, sich dann zusammen gerissen und eine Alternative dank Pflichttermin am nächsten Morgen gesucht, wie ich denn bitte noch pünktlich heim komme.

Es fand sich eine, teuer und nur halb bis nach Hause, schließlich würde ich in Dortmund  stranden, irgendwann nachts, und musste nun auf Kulanz von daheim hoffen. Da ich D. schon mal aus Holland auf einen Dienstag abholte, verlief das Gespräch in etwa so:

„Kannst du mich später in Dortmund abholen?“

-„Orrr…  ernsthaft?“

„Ey! Dortmund ist nicht Holland!“

-„…“

Mit 57 (!!!) Minuten Verspätung kam ich schließlich mit dem teuren und nicht einmal kontrollierten Ticket des Nachts in Dortmund an und ärgerte mich, dass wir nicht noch drei günstige Minuten länger hatten im Niemandsland stehen bleiben können. Aber nein, so wurde es unnötig teuer, langwierig und ungemein anstrengend – ein weiterer Beweis dafür, dass die Öffis und ich einfach niemals so richtige Freunde werden können.

Nun gut, aber die Fahrt war es definitiv wert und allein schon um die Magischen Otter vor der Sommerpause noch einmal fest drücken zu können hätte ich die Fahrt direkt nochmal angetreten.

Alles halb so wild also, aber Dortmund ist halt nicht Holland.

Ein Steinwurf weg vom Hafen, da steht das Millerntor,

da kann man gern vorbei schauen, man hat ja sonst nichts vor,

braun-weiß sind unsere Farben, braun-weiß ist unser Blut,

wir nehmen auch gern mal Drogen, das macht den Kopf kapuuuuuutt ❤

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Kerzen auspusten: Lewistyle.

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Irgendwie sind Heimspiele gegen Union für mich bisher immer etwas besonderes gewesen: Vor 3 Jahren hatte ich meine Mama das erste Mal mit am Millerntor und wir konnten ein grandioses drei zu null bei herrlichstem Oktoberwetter von der Gegengerade aus bejubeln. Auch dieses Jahr sollte das Spiel für mich wieder etwas besonderer werden, als Heimspiele es eh schon sind, denn mit dem 10. März fiel es auf meinen Geburtstag. Nachdem sich zwar die Begeisterung über meine Pläne bei meiner Familie in Grenzen hielt, dass ich mich an meinem Geburtstag auf in die Hansestadt machen wollte, konnten aber die Wogen geglättet werden und dank wundervoller Otter machte ich mich am Freitag Morgen recht zeitig auf den Weg. Dass ich das gar nicht wirklich gemusst hätte, wurde deutlich, als ich nach nicht viel mehr als vier Stunden im Viertel einfiel und die Parkplatzsuche gefühlt länger dauerte, als die Fahrt dort hoch.

Da mich Hamburg mit bestem Kaiserwetter empfing, stiefelte ich einfach mal ein bisschen durchs Viertel, gefühlt dreimal ums Stadion und fläzte mich schließlich vorm Hallenbad gepflegt in die Sonne – musste man schließlich genießen. #dieStraßenhochundrunter

Allzu lange musste ich allerdings nicht auf das Empfangskomitee warten, denn nur wenig später wurde ich mit einem Geburtstagsbierchen – es hatte eine Schleife!! – und einer Ladung Konfetti ins Gesicht willkommen geheißen. Das Konfetti sollte sich auch noch durch den ganzen – und folgenden und darauf folgenden, wird man ja nie wieder komplett los – Tag ziehen und wir zogen währenddessen mal wieder durch die Straßen, um nach und nach den Rest der Truppe zusammen zu sammeln.

Irgendwann hatten wir uns dann tatsächlich fast vollzählig auf meinen Wunsch hin vor der Gegengerade eingefunden – und fanden keinen der sonst üblichen Verdächtigen. Ihr hattet ja alle nur Angst vor mir, nachdem ich nun schon böse böse Löwen verjage. Ich merk das schon.

Wir mussten dann auch eigentlich recht zeitig rein, weil meine Tribüne am Freitag die Süd sein sollte und so verpasste man dann doch den ein oder anderen vermutlich recht knapp. Das nächste Mal!

Tjoa, und dann gab es irgendwann die beste Geburtstagskerze aller Zeiten. Seht selbst.

Es sah einfach so unfassbar schön aus und wer schon den ein oder anderen Text von mir gelesen hat, weiß um meine Haltung zu den roten Fackeln, die in der Regionalliga keine Socke jucken und die in der Bundesliga plötzlich zum riesigen, todbringenden, welpenverachtenden, weltkriegauslösenden (…) Problem werden.

Mal ehrlich: 22 Fackeln, in der ersten Reihe … so gefährlich ist das wahrlich nicht. Das einzige, was gefährlich daran ist, ist die mediale Berichterstattung im Nachhinein, aber nun schweife ich eventuell ein wenig ab. Weil all diejenigen, die sowas hochhalten oder toll finden oder akzeptieren ja mindestens Chaoten bis hin zu Krawallsuchenden Kategorie C Fans sind – merkt ihr selbst. Und wenn ich dann wieder an die irgendwo im Fernsehen zur Demonstration angezündete Jacke (eines Kindes?) denke, dann muss ich eh lachen, weil man auf der Süd ja dauernd von Kindern umzingelt ist (merke: Kindsköpfe != Kinder!).

Also ganz ehrlich? Ein besseres Geburtstagsgeschenk hätte man mir ja kaum machen können. Blinkedinger auf der ganzen Süd und schon ist Lewi glücklich. Als ich dann kurzzeitig nochmal Netz hatte, fand das auch der Freundeskreis: Kerzenauspusten – Lewi-Style!

[Sehr schön fand ich übrigens auch, dass man auf den Videos von der Nord erst mal einen fetten „Pyrotechnik ist kein Verbrechen!“ zu hören bekam.]

Okay, damit hätte man dann einfach nach draußen und in die Clubs und Bars und Kneipen gehen können, weil Fußball braucht doch wirklich niemand. Im Ernst: Union war auf weite Strecken einfach so dermaßen überlegen, dass es mich beinahe wunderte, dass sie nur zweimal durch massive Stolpertore einnetzten. Insgesamt hielt man, für den aktuellen Tabellenplatz, aber wahrlich ordentlich dagegen, und das 1:2 war nachher dann doch etwas zu schmeichelhaft für Union, wo man doch gerade in den letzten Zügen des Spiels eher Überlegenheit in braun und weiß wahrnehmen konnte.

Naja, machste nichts. Den Abend konnte mir eh keiner mehr verderben – nicht mal ein FCU. Da ich noch den Fehler machte, nach dem Spiel erst hinaus zu laufen und dann festzustellen, dass ein Abstecher auf die sanitären Anlagen vielleicht keine allzu dumme Idee wäre, schmuggelte man mich noch kurzerhand aufs Männerklo und dann konnte es halt auch weiter gehen. Fanräume, kurzer Abstecher zur „Schlafgelegenheit“ und dann eine Kneipe nach der anderen. Es war ein langer Abend und ein sehr, sehr schöner noch dazu. Und weil das wieder einer dieser Heimspielabende war, der durch die Leute einfach perfekt wurde, reibe ich euch jetzt nur noch kurz meinen Geburtstagsotter Gustav unter die Nase und beende den Text an dieser Stelle, weil ich ihn niemals so verfassen könnte, dass er dieser Truppe gerecht würde. Ich drück euch fest, einen so feinen Geburtstag darf nicht jeder feiern ❤

Pyrotechnik ist kein Verbrechen. Otter mögen das. 

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GUSTAV: Südkurvenotter, der – Habitat ist die Südtribüne und der Nachttisch von Lewi ❤

 

LEST MEHR BEI DIESEN SCHREIBERLINGEN:

Wundervolle Bilder von Stefan Groenveld

http://niceguys.blogsport.de/2017/03/11/senfdazu34/

https://fcspsouthendscum.wordpress.com/2017/03/11/matchday-24-fc-sankt-pauli-vs-fc-union-berlin-1-2/

http://admit-nothing.de/verloren/

http://blog.uebersteiger.de/2017/03/12/24-spieltag-h-1-fc-union-berlin/

http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=8228

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Ein total chaotischer Saisonrückblick; die Saison 2015-16

Das war vielleicht eine krasse Saison. So im Gesamten gesehen, wie auch in jedem Einzelspiel. Ich hab nie zuvor – achtung, Spoiler! – so viele unentschieden, so wenig Tore und trotzdem eine derart gute Tabelle gesehen. Nach der letzten Saison, in der es bis über die 90. Minute des letzten Spieltages hinaus gegen den Abstieg zu kämpfen galt, war diese eine wahre Wohltat für die braun-weiße Fußballseele. Einfach schon mit einem Trainer, dem alle wohl vertrauten, in die Saison gehen zu können, war schon ein Luxus, den der FC St. Pauli uns die letzten Jahre über nicht gegönnt hat. Umso besser war dieses Jahr der Start mit unserem höchsteigenen Rebell auf der Trainerbank – doch von vorn, wir beginnen bei Spieltag 1.

Saison 2015/16, Spieltag 1: FC St. Pauli 0:0 DSC Arminia Bielefeld

Sa. 25.07.2015, 15.30 Uhr Millerntor Stadion; Platz 0 -> Platz 9 (1)

Okay, das war gelogen. Spieltag 1 hab ich nämlich noch nicht wirklich in Deutschland verbracht. Da trömmelte ich noch irgendwo in Sao Paulo herum und schaute mir mal brasilianischen Ligafußball in Form von Palmeiras gegen den FC Santos an. Dennoch erlaubt mir ein paar Worte um den übersichtlichen Faktor dieses Textes, der die gesamte Saison widerspiegeln soll, nicht gleich beim ersten Spieltag verloren geben zu müssen.

Während ich also frühmorgens im 7. Stock eines Hochhauses in Sao Paulo verschlafen auf meiner Matratze lag und irgendwie versuchte, eine Übertragung aus dem fernen Hamburg auf die Reihe zu bekommen, entfaltete sich im nun erstmals in ganzer Pracht erstrahlenden, neuen Millerntor-Stadion eine wundervolle Choreo zur Einweihung. Wer sich in dem Anblick noch einmal verlieren mag, dem sei der Gang zur USP-Galerie oder zu Stefan Groenvelds Hochglanzfotos wärmstens empfohlen.

Viel mehr blieb von einem ausgeglichenen Null Null nämlich auch nicht, aber die Choreo bleibt doch wahrlich länger im Gedächtnis. Ein recht unaufgeregter Start in die neue Saison, nachdem die vorige doch so viele Nerven gekostet hatte.

Saison 2015/16, 2. Spieltag: Karlsruher SC 1:2 FC St. Pauli

So. 02.08.2015, 15.30 Uhr Wildparkstadion; Platz 9 -> Platz 6 (4)

Sogar bei Spieltag 2 muss ich euch enttäuschen, denn auch wenn das die erste Auswärtsfahrt der Saison gewesen wäre, fuhr ich zwar ins Stadion … aber das eben immer noch ein paar tausend Kilometer entfernt. Ich durfte das bisher krasseste Spiel ohne die Beteiligung des braun-weißen Herzensvereins in Buenos Aires erleben und hab irgendwo bei diesem Wahnsinn der mit nur 21 Mann und 7 Toren, samt einem von Rückkehrer Carlitos Tevez, ein kleines Stückchen Herz in der Bombonera versteckt. Boca Juniors gegen Unión de Santa Fé. Das war südamerikanischer Fußball vollkommen unabhängig von dem, was da unten am Platz abging. Auch wenn das eigentlich nicht zu einem Saisonrückblick des FCSP gehört, falls euch interessiert, wie der chaotischste Mensch dieser Erde die Legende schuf, dass Busfahren schwierig, ja gar nahezu ein Ding der Unmöglichkeit ist, der folge mir hier entlang, bitte.

Spieltag 1 & 2: Couchgepöbel international!

In der heimischen Liga musste unterdessen ohne meine lautstarke Unterstützung im Wildpark ausgekommen werden und wenn ich nun die Ergebnisse mit meiner Anwesenheit (100% Niederlagen) und ohne betrachte, frag ich mich doch ernsthaft, ob ich da wieder mit hinfahren sollte. Doch dieses Mal lief ja alles wunderbar rund. Während ihr euch zu humanen Zeiten ins Stadion begeben konntet, klingelte für mich der Wecker, damit ich stilecht im Schlafanzug das Wohnzimmer der WG wegen dünner Wände zwischen meinem und den restlichen, kleinen Schlafzimmern, zum Fußball schauen bezog.

Der zweite Spieltag bot nun ja auch etwas mehr Action, als es der vorige getan hatte und so musste ich mitunter doch sehr stark an mich halten, um nicht mit meinem Gefluche die 8 Mitbewohner aus den Federn zu holen. Besonders Halstes Traumtor verlieh mehr als Grund zum Jubeln und ließ mich kurz durch das Wohnzimmer hüpfen, bis meine Mitbewohnerin irritiert den Kopf aus ihrer Zimmertür herausstreckte, um nachzusehen, wer denn da nun schon wieder vom Wahnsinn geritten wurde. Später flachte das Spiel ein wenig ab, dem KSC fiel nicht viel gegen die gut stehende Defensive des FCSP ein, es fielen noch zwei Tore und am Ende hieß es die eingefahrenen drei Punkte heim gen Hamburg zu kutschieren. Eine Steigerung im Vergleich zum ersten Spieltag und damit ja wohl direkt eine Tendenz erkennbar! So.

USP-Galerie

Saison 2015/16, DFB-Pokal 1. Hauptrunde: FC St. Pauli 1:4 Borussia Mönchengladbach

Mo. 10.08.2015, 20.30 Uhr Millerntor-Stadion; Rein-raus feddich

Passend zum diesjährigen, eeeh, Pokalspiel des FC St. Pauli hatte ich dann auch wieder deutschen Boden unter den Füßen. Donnerstags abends wurde das letzte Wegstück von Madrid nach Frankfurt zurück gelegt und es wäre nun mal nicht ich, wenn ich mir freitags nicht direkt das DFB-Pokal Spiel des lokalen TuS Erndtebrück gegen die Lilien aus Darmstadt angeschaut hätte. Aber so richtig zuhause angekommen war man da ja trotzdem noch nicht wieder und so war ich, kaum wieder zuhause, montags bereits wieder auf dem Weg nach Hamburg. Man kann es sich ja nicht entgehen lassen, wenn der Herzensverein gegen den Verein der ersten Liga, der wohl die meisten meiner Sympathien für sich beansprucht, im Pokal antritt. Außerdem spielte da noch so ein total unwichtiger Spieler am Niederrhein, den ich als außervereinlichen Liebling auserkoren hatte.

Es ging also, chaotisch wie eh und je, mit dem Fernbus Richtung Hamburg und auf zu meinem, ja, haltet euch fest, zweiten Spiel am Millerntor. Dafür hatte ich mir eine Karte auf der Gegengerade sichern können und stand so, nach ausgedehntem Klönschnack versteht sich, mitten drin im Chaos. Und das brach vielleicht los, als Ratsche mit einem schön mutigen Schuss ins Blaue dann nicht nur das, sondern auch noch Yann Sommers Tor traf. Grenzenloser Jubel, Taumel, Freude. Ja, mann!

Natürlich blieb die Führung nicht allzu lange erhalten, das wär ja auch viel zu schön gewesen und so weihten die (richtigen) Borussen die neue Nordtribüne pyrotechnisch ein, man zollte sich gegenseitig Respekt und gab sich schließlich mit drei Toren Unterschied dem um Klassen besseren Gegner geschlagen. Wundervoll bildlich eingefangen hat das wie gewohnt Gröni, weitere Bilder gibt es hier bei USP.

Das Pokalspiel war ja nun auch das erste der Saison, über das ich dann auch etwas geschrieben habe und alles zu meiner Heimspielfahrt findet ihr hier: Auswärtsfahrt zum Millerntor?

 

Saison 2015/16, 3. Spieltag: FC St. Pauli 3:2 SpVgg Greuther Fürth 

So. 16.08.2015, 13.30 Uhr Millerntor-Stadion; Platz 6 -> Platz 3 (7)

Das Heimspiel gegen Greuther Fürth war mir ein wenig gruselig, ehrlich gesagt. In der vergangenen Saison war das der Knackpunkt gewesen, auf den der große Umbruch folgte: Vrabec entlassen, Meggle eingesetzt und später durch Lienen ersetzt, aber all das passierte nach der fürchterlichen Niederlage gegen Fürth. Dementsprechend traute ich der durchaus positiven Tendenz nicht wirklich, würden wir nicht auch gegen Fürth eine ordentliche Vorstellung abliefern und bestenfalls auch gewinnen. Die letzten Heimspiele gegen die Fürther bekräftigten meine unterschwellig misstrauische Meinung – das wirkliche Spiel jedoch wusste die gekonnt zu zerschlagen. Ein torreiches Spiel, am Ende mit einem Tor mehr auf der richtigen Seite, zweimal Ratsche, einmal Halste, und wundervoll eingefangen von Gröni.

 

 

Saison 2015/16, 4. Spieltag: Leipzig 0:1 FC St. Pauli

So., 23.08.2015, 13.30 Uhr „Da wo mal das Zentralstadion war“; Platz 3 -> Platz 2 (10)

 

„Leipzig? Neee, da fahr ich nicht hin.“ Alles war ihr über meine Fähigkeiten zur Konsequenz wissen müsst, in einem Satz. Aber dass Inkonsequenz auch ziemlich oft was Gutes haben kann ist in diesem Spieltag mal wieder bewiesen. Es ging verdammt früh los, einen ordentlichen Umweg um den Mitfahrer einzusammeln und dann war man doch viel früher am Stadion als alle anderen. Ein massivst chaotisches Zitterspiel, ein grandioser Robin Himmelmann und ein 1:0 Sieg bestachen an diesem Tag, von einer Schnecke bei uns im Block mal ganz zu schweigen.

Auch erheiterten die Leipziger … weil, nun ja, lustige Tippfehler passierten und ich mir nicht zu schade war, auf den Zug der mehr oder weniger lustigen Seitenhiebe dazu aufzuspringen. Besonders erstaunte mich, dass mein Beitrag dazu, der an dem Heimclub nun wirklich nicht viele gute Haare ließ, von einem der Leipziger Blogs geteilt wurde. Aber lest selbst; “Auserkauft” – das V steht für Heimsieg.

Bilder von USP

 

Saison 2015/16, 5. Spieltag: FSV Frankfurt 1:0 FC St. Pauli

So., 30.08.2015, 13.30 Uhr Frankfurter Volksbank Stadion; Platz 2 -> Platz 4 (10)

Zwei Auswärtsspiele innerhalb von einer Woche. Das war so das erste Ding, das mir richtig, richtig Spaß an der Auswärtsdauerkarte verlieh und dass ich dann noch in so zahlreicher Begleitung nach Frankfurt anreisen würde, wo ich ja sowieso trotz der immer mageren (->UNTERTREIBUNG!<-) Ausbeute gerne das Stadion des kleineren Frankfurter Vereines ansteuerte. Für mich persönlich eine herrlich einfache Auswärtsfahrt, einfach daheim in den Zug, in Frankfurt wieder raus, kurz in die S-Bahn und dann noch ein halbes Stündchen Fußweg mit der ein oder anderen Bierpause. Etwas anderes das für mich Spiele in Frankfurt prägt, ist das Wetter. Es knallt immer der Lorenz und damit meine ich wirklich den da oben in gelb. Ob wir im Februar mit den Winterjacken, später um die Hüften, da standen, im September oder im August – ich bin noch nie ohne Sonnenbrand aus Frankfurt abgefahren. Dieses Mal …

Nun, dieses Mal hatte ich das ganze etwas missverstanden. USP rief dazu auf, in Rot zu kommen – und das tat ich ja auch! Nur ging ich in noch viel mehr rot. Dank der Kontrolleure, die Sonnencreme als tierisch gefährlich bei einem Stadion ohne Dach und gefühlten 40 Grad in der Sonne einstuften, und oben besagtem unbarmherzig knallenden Lorenz. Das war der Sonnenbrand meines Lebens. Und nicht mal gewonnen haben wir!

Naja, irgendwie schon. Jedenfalls wenn man es mit der fertigen Saison betrachtet, denn schließlich nahmen wir im Prinzip direkt vom Spiel Marc Hornschuh mit, der uns im Verlauf ja noch so einiges an Spaß bereiten sollte. Horni hatte beim FSV nach dem Trainerwechsel nicht mal die Chance bekommen, sich beim Training zu beweisen und wechselte im Laufe der ersten Wochen dann ans Millerntor.

Dennoch blieb ein fader Beigeschmack, war das Frankfurt Spiel ja nicht nur verloren, sondern auch der Tag, an dem es durchsickerte, dass sich ein erster (ups) unserer Spieler Richtung Brauseclub aufmachen wollte. Mit Halstenberg war das durchaus ein größerer Verlust, wenn er auch im Verlauf eher durch sozialmediale Fehltritte auffiel, irgendwo war er doch ein guter.

Mein persönliches Highlight war neben der pyrotechnischen Unterstützung der komplette Block, der aus dem Nichts „Like Ice in the sunshine, we’re melting away“ zu singen begann. Das bleibt mir wohl länger im Gedächtnis, als das Schlenzergegentor, das zum 0:1 Stand führte.

Mehr von mir zu diesem Sonn(en)tag findet ihr unter: We’re melting away.

USP-Bilder

Saison 2015/16, 6. Spieltag: FC St. Pauli 2:0 MSV Duisburg

Mo., 14.09.2015, 20.15 Uhr Millerntor Stadion; Platz 4 -> Platz 3 (13)

Von diesem Spiel blieb mir hauptsächlich eines in Erinnerung: Stehst du oben, bekommst du auch mal einen fragwürdigen Elfer für dich gepfiffen – stehst du unten, gehen die immer nur in die andere Richtung. Nach einer torlosen ersten Halbzeit in der sich das meiste Geschehen im Mittelfeld abspielte und trotz einiger, weniger Abschlüsse, keine richtige Gefahr entstehen wollte, fiel in der zweiten Hälfte der Pfiff zum Elfmeter nach einem Kopfballduell an der Strafraumgrenze. Das sollte eine sehr harte Entscheidung sein, aber wenn man auf der Seite des Stadions steht, die dann über ein Tor jubeln darf, juckt das nun mal herzlich wenig. Immerhin konnte man sagen, dass es nicht nur der Elfmeter war, der das Spiel letztendlich entschied, denn auch wenn die Zebras zu zehnt weiter machen mussten, setzte Maier nachher noch einen drauf und erhöhte auf 2:0.

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Wundervolle Bilder bei Gröni

 

Saison 2015/16, 7. Spieltag: Eintracht Braunschweig 0:0 FC St. Pauli

So., 20.09.2015, 13.30 Uhr Eintracht-Stadion; Platz 3 -> Platz 3 (14)

 

Das Spiel in Braunschweig war für mich ein bisschen der Anfang von „etwas“. Nach Braunschweig fuhr ich nämlich ganz alleine! Und ich möchte betonen, dass ich das Stadion (fast) auf Anhieb gefunden habe. Auch alleine! So viel zu euren Frotzeleien! (Ja, gut, das war geschwindelt.)

Am Stadion allerdings nette Leute von letzter Saison wieder getroffen und sich kurzerhand angeschlossen. Alleine bleibt man im braun-weißen Block ja nie. Auf dem Platz war in der ersten Hälfte mehr von unseren Bhoys zu sehen, als von den Löwen, allerdings scheiterten die verschiedenen Versuche aus der Distanz und im 1 zu 1 immer wieder an einem bären … öh, löwenstarken Keeper der Braunschweiger. In der zweiten Hälfte war Braunschweig stärker, die braun-weißen Chancen zu lapidar liegen gelassen und am Ende ein unentschieden durchaus gerechtfertigt. Für mich lag bei diesem Spiel sowieso der Spaß mehr im Block, als auf dem Feld, machte der Support doch unheimlich viel Freude. Der Rückweg gestaltete sich dann doch etwas schwieriger als gedacht, mit einem kurzen Abstecher zur offensichtlich „falschen“ Tankstelle, der mir dann lautstark aufgezeigt wurde. Mit den Löwen und mir … ob den Münchnern oder den in Braunschweig, das gibt einfach nichts mehr.

Mehr zum Spiel: Vorbeigeratscht.

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Saison 2015/16, 8. Spieltag: FC St. Pauli 1:0 1. FC Heidenheim

Mi., 23.09.2015, 17.30 Uhr Millerntor-Stadion; Platz 3 -> Platz 3 (17)

Ich muss zugeben, dass mit nun fast 9 Monaten Abstand dieses Spiel zu denen gehört, die mir leider nicht wirklich im Gedächtnis geblieben sind, zumal es eines der Spiele war, die ich tatsächlich von der Couch aus verfolgte, wie der Name dieses Blogs auch ursprünglich versprach. Da müsste vielleicht mal eine Änderung her. Aber hier soll es ja um die Spiele gehen und nicht um irgendwas anderes, damit das Schema des Textes hier zumindest vom Aussehen her eingehalten wird … oh, ups! Erwischt.

Aber da dieses Spiel sowieso irgendwie aus der Reihe fällt, kann ich nur wieder auf meinen Post zum Braunschweig Spiel verweisen, denn in der englischen Woche fällt gerne mal auf, dass ich doch etwas langsamer mit den Texten war, als es mir manchmal lieb war. So aber haben sich in den Braunschweig-Text auch ein paar Zeilen zum Heimspiel gegen Heidenheim verirrt. Guckst du hier: Vorbeigeratscht. Aber niemand mag Mittwochsspiele.

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Saison 2015/16, 9. Spieltag: SC Paderborn 0:0 FC St. Pauli

Sa., 26.09.2015, 13.00 Uhr Benteler Arena; Platz 3 -> Platz 3 (18)

Paderborn ist das erste Spiel der Reihe, die beweist, dass man mich nie niemals nicht eine Route planen lassen sollte. Von „Hey, mit dem Auto ’ne gute Stunde“ über „Wir könnten auch genug Proviant mit nehmen und Zug fahren“ zu „Altah, nie wieder so viel Zug“ in genau einer Auswärtsfahrt.

Wenn man schon knappe 4-5 Stunden Anfahrt einplant, die Fahrt noch viel länger wird als sie eh schon gewesen wäre, gerade so rechtzeitig ins Stadion kommt und sich irgendwie in den Block quetscht … puh, dann ist das nicht ganz so entspannt wie gehofft. Noch weniger entspannt wirds, wenn man auf dem Rückweg dann quasi in den Sonderzug gezwungen wird, weil dein Freund und Helfer natürlich besser weiß, wo du her kommst und dann über Absperrungen stiften gehst. Gefolgt von weiteren 5 Stunden Zugfahrt. Kinder, das war ein Spaß.

Verspätung.

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Saison 2015/16, 10. Spieltag: FC St. Pauli 1:3 SV Sandhausen

Sa., 03.10.2015, 13.00 Uhr Millerntor-Stadion; Platz 3 -> Platz 3 (18)

Muss ich wirklich was dazu sagen? Ich find ja, dass das irgendwie unnötig ist. Das war so ein richtiges Ärgernis von Spiel. Unfassbar. Da fällt mir auch gar nicht mehr viel zu ein, außer, dass ich wahrscheinlich wieder wie eine Blöde auf der Couch hin und her gehüpft bin, weil da auf dem Platz einfach nicht so richtig viel funktionieren wollte – auf der richtigen Seite, versteht sich. Aber wen das so wirklich wundert, der hatte sich wohl vorher nicht die Tabelle angeschaut: Der Sprung an die Spitze war möglich, da kann man natürlich nicht gewinnen. Bevor die zehnte Minute angebrochen war, stand es schon 0:2 und eigentlich hätte man da auch aufhören können zu spielen. 5 gelbe Karten, ein aberkanntes Abseitstor und totales Chaos später ging es in die Pause, aus der die Jungs irgendwie schwungvoller zurück kamen. Choi schaffte es noch irgendwie den Ball ins Tor zu wurschteln und kurz später riss Buballa den neu-Kiezkicker Bouhaddouz im Strafraum aus den Schuhen, sodass es schließlich bei einem Endstand von 1:3 bleiben musste. Reicht, jetzt auch, oder? Gut.

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Saison 2015/16, 11. Spieltag: 1. FC Union Berlin 3:3 FC St. Pauli

Sa., 17.10.2015, 13.00 Uhr Stadion an der alten Försterei; Platz 3 -> Platz 5 (19)

Berlin! Berlin! Wir fahren nach Berlin! Es gibt ja Leute, die das nur zum Pokalfinale tun, aber das ist natürlich nur für Anfänger. Die richtigen Chaoten machen sich natürlich auch in der zweiten Liga auf den Weg nach Berlin obwohl man vorher natürlich wieder gesagt hat, dass man nicht nach Berlin fährt. Aber, wer wären wir, hielten wir uns natürlich an das, was wir so sagen.

So ging es über Köln, einen Kneipenbesuch am Eigelstein dann über Nacht schließlich Richtung Berlin, was auch mein erster Besuch in der Hauptstadt sein würde. Total unbequeme Schlafpositionen, etliche neu arrangierte Nackenwirbel und eine komplett auslaugende Nachtfahrt später fiel die noch kleine Truppe in Berlin ein. Wir lernten noch nette Menschen von der Verkehrsbehörde kennen, lernten auch, dass es Sachen gibt, die dir nur einmal passieren und dass Berlin eigentlich doch ziemlich klein ist: Am Hauptbahnhof die spätere Bezugsgruppe getroffen und in der eigens bereit gestellten Bahn für St. Paulianer die kleine NRW-Bezugsgruppe getroffen. Grandios!

Einen Samstagsspaziergang später wurde dann endlich zu einem absolut wahnwitzigen Spiel das Stadion an der alten Försterei eingenommen. Muss ich ja zugeben, das ist eines von denen, die mir sehr positiv in Erinnerung geblieben sind. Und wenn wir schon nach diesem total bescheuerten, noch nie so wörtlich da gewesenen Last-Minute-Gegentor keine Punkte mitnehmen durften, so nahmen die Tourigans zumindest mal noch das Brandenburger Tor ein. So!

Tourigans auf der Suche nach dem verflixten Maulwurf

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Saison 2015/16, 12. Spieltag: FC St. Pauli 1:0 SC Freiburg

So., 25.10.2015, 13.30 Uhr Millerntor-Stadion; Platz 5 -> Platz 3 (22)

Der SC Freiburg war ja so ziemlich der Verein der Stunde. Mittlerweile kann man nichts anderes sagen, als dass sie sogar der Verein der Saison waren, aber bereits in der Hinrunde verursachte der Gedanke daran, sie am Millerntor zu Gast zu haben, bei mir eine absolute „Bitte nicht abschlachten lassen“-Panik. Auch wenn man zugeben muss, dass sie zumeist eher durch eine absolute Dominanz zuhause bestachen. Naja, so hielt sich bei mir die Lust auf dieses Heimspiel, das ich noch dazu ja von der Couch aus verfolgen musste, eher in Grenzen. Mit einer nicht total vernichtenden Niederlage wäre ich doch glatt zufrieden gewesen.

Da hatten die Jungs in Braun und Weiß aber gewaltig was gegen. Auch wenn Freiburg zu Anfang auch deutlich stärker auftrat, wurde es selten brandgefährlich. Lediglich Grifo blieb mir in Erinnerung, weil ich bescheuerte Gegentore von manchen Spielern nicht verzeihe und Grifo nun mal beim FSV gespielt hat. Im Endeffekt stand unsere Defensive aber sehr sicher und wenn doch mal was durchrutschte, gab es ja immer noch Himmelmann der was dagegen hatte, dass es auf dieser Seite im Netz zappelte. So ging es ohne Tore in die Halbzeit.

Zurück kam eine Mannschaft der Kiezkicker, die definitiv mehr am Millerntor behalten wollte als nur den einen Punkt, der aber, wie den Freiburgern zuvor, auch die entscheidene Idee fehlte. Erst in der Nachspielzeit gelang es Ratsche, den Ball noch irgendwie ins Tor abzustauben und bescherte so den Siegtreffer, den Sieg und den Sprung auf Platz 3.

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Saison 2015/16, 13. Spieltag: Vfl Bochum 1:1 FC St. Pauli 

Fr., 30.10.2015, 18.30 Uhr Ruhrstadion; Platz 3 -> Platz 3 (23)

Bochum! Ich komm zwar nicht aus dir, aber ich komm immer gern zu dir. Ich kann wohl mit Fug und Recht behaupten, dass mir dein Stadion eines der liebsten ist und in meiner innerdeutschen Top 3 und dem Millerntor natürlich außerhalb jeglichen Rankings durchaus das Ruhrstadion weit oben zu finden ist. Eines meiner ersten Spiele sah ich hier und seitdem hab ich kein Auswärtsspiel in Bochum verpasst, jedes Jahr ging es aufs Neue wieder freitags gen Ruhrgebiet. Dabei hab ich von bescheuerten Niederlagen, über einen verdienten Sieg auch drei Unentschieden hier gesehen: mal mit einem, mal mit zwei und einmal auch mit drei Toren auf beiden Seiten. Ich komm gerne her und wehe, ihr steigt mal ohne uns auf, dann komm ich euch so dahin!

Dieses Jahr ging es gleich mit doppelter Verstärkung in den Block, was natürlich nochmal viel mehr Spaß machte. So waren die Komplikationen auf der Anreise mit Duegida Vollidioten auch schnell vergessen und es konnte sich gänzlich dem Spiel und dem Support in diesem wundervoll lauten Stadion widmen. Herr-lich.

Dass dieses Spiel nun ein recht ausgeglichenes war, durfte ja angesichts der Tabelle durchaus zu erwarten gewesen sein. Auf den Rängen machte der Support wieder herrlich viel Spaß und diese ganze Stimmung drumherum passte einmal mehr. Dass sich meine Rückfahrt mit noch mehr problematischen Mitfahrern gestalten würde als die Hinfahrt mit den Steinar-Fritzen, konnte da ja keiner ahnen. Aber hey, eine schöne Fahrt an sich und ich freu mich jetzt schon auf das nächste Spiel in Bochum. Stellt sich ja nur noch heraus welcher Freitag es wird… 😉

Hier im Ruhrgebiet, holen wir kein’ Auswärtssieg.

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Saison 2015/16, 14. Spieltag: FC St. Pauli 4:0 Fortuna Düsseldorf

Mo.,  09.11.2015, 20.15 Uhr Millerntor-Stadion; Platz 3 -> Platz 2 (26)

Wenn gerade gesungen wird, dass ein bestimmter Spieler von der Insel on fire ist, dann kann man das „Will Griggs“ im Nachhinein für den 14. Spieltag der zweiten Bundesliga durchaus durch ein „Lennys“ ersetzen.

Das war eines der Spiele, bei denen ich im Leben nicht damit gerechnet hätte, dass ich sie im Stadion sehen würde. Vollkommen spontan überkam mich ein wenig Heimweh nach der Hansestadt und vor allem nach dem schönsten Stadion der Welt und kaum hatte ich mich darüber ausgeklagt, hatte ich auch schon eine Karte für die Gegengerade am folgenden Montag. Es bedurfte noch etwas organisatorischer Meisterleistung aber so kam es, dass ich am Ende das bis dahin krasseste Spiel des magischen FC im Stadion erleben konnte. Und ein Tor pinkelte.

Lenny war an dem Tag jedenfalls wirklich on fire. Es dauerte nicht lange, da zappelte der Ball das erste Mal von unserem Stürmer angeschubst im Netz. Dann nochmal. Und nochmal. Und nochmal.

Bis schließlich das ganze Stadion „Thy amo“ sang und Düsseldorfer die Flucht auf Riesenräder antraten. Nun ja. Das war schön. Schön, schön, schön!

Drei mal eins macht vier.

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Saison 2015/16, 15. Spieltag: TSV 1860 München 2:0 FC St. Pauli

Sa.,  21.11.2015, 13.00 Uhr Allianz Arena; Platz 2 -> Platz 3 (26)

„München? Da fahr ich nie wieder zum Fußball hin. Na gut, vielleicht, wenn die Blauen nicht mehr in der Arena spielen. Ja, okay, wir fahren hin.“ Ein weiterer Beweis dafür, dass ein „Da fahr ich nicht hin“ meinerseits ein ziemlich sicherer Indikator dafür ist, mich später doch dort wieder anzutreffen. Andere nennen das Inkonsequenz, ich nenne es den traditionellen Wochenendtrip nach München (Alles >=2 ist Tradition #isso).

Nachdem ich nun meinen eigenen Text nochmal gelesen habe, mag ich hier eigentlich auch gar nicht viel dazu schreiben, weil es ein ziemlich schwacher Abklatsch von eben diesem Text, der ein fußballtechnisch fürchterliches, aber im Endeffekt unfassbar tolles Wochenende recht gut zusammen fasst. Daher halte ich mich hier mit einem „Alles wie immer in München“ und „Nächste Saison fahr ich da nur noch zum Bier trinken hin!“ kurz und verweise lieber auf das Bröckchen von Text, das die Wut im Bauch vermischt mit der Dankbarkeit darüber, dass Fußball nicht nur Fußball ist, zusammen fabriziert haben: Eben “Nicht nur Fußball”.

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Saison 2015/16, 16. Spieltag: FC St. Pauli 0:4 1. FC Nürnberg

So.,  29.11.2015, 13.30 Uhr Millerntor-Stadion; Platz 3 -> Platz 3 (26)

Ich möchte nicht darüber reden. Echt nicht.

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Saison 2015/16, 17. Spieltag: 1. FC Kaiserslautern 1:2 FC St. Pauli

So.,  06.12.2015, 13.30 Uhr Fritz-Walter-Stadion; Platz 3 -> Platz 3 (29)

Manchmal seid ihr ja ganz schön komisch. Klar, ich hab mich auf der Spiel in Lautern gefreut, aus verschiedenen Gründen, die ich gleich gern noch etwas mehr erläutern werde, aber mal vornweg: Der Text zum Spiel am Betzenberg war -für mich überraschenderweise – der mit Abstand meist gelesenste, von mir verhackstückte Text der Saison und auch über die Saison hinaus. Das muss nicht zuletzt daran gelegen haben, dass sich deutlich etabliertere Blogger sichtlich darüber amüsierten, dass „meine Generation“ Fan keine Abneigung zum Betzenberg mehr hat. (Mit lieben Grüßen an den Übersteiger 🙂 )

Aber kommen wir zum Spiel! Für diese Fahrt hatte ich gleich doppelt Gesellschaft, was es per sé schon etwas besonderer macht, als so manch anderes Spiel. Ich war schon am Vortag nach Mannheim gefahren und so hätte die Anfahrt eine sehr entspannte werden können, wenn nicht mal wieder die größten Chaoten unter der Sonne unterwegs gewesen wären. Es war alles etwas stressgeladener als gedacht, aber hey, immer noch alles easy going im Vergleich zur Abreise..

Das Spiel an sich machte auch ziemlich Spaß, auch wenn es keines derer war, bei denen man ganz entspannt auf den Rängen stand und nicht zittern musste. Trotz zwei Toren für die richtige Seite und nur einem auf der der Teufel, durften wir am Ende noch ordentlich um die drei Punkte bangen – aber es wäre kein Spiel in Lautern, wenn dem nicht so wäre. Jedenfalls aus meiner sehr kurzen Erfahrung.

Zur Heimfahrt hab ich ja schon etwas angemerkt, aber das lest ihr am besten selbst noch einmal bei Vermisst – Der #FCSP am Betzenberg nach um unnötige Redundanzen zu vermeiden.

Wer lieber Bilder guckt, hier entlang: Bilder von USP

 

Saison 2015/16, 18. Spieltag: DSC Arminia Bielefed 0:0 FC St. Pauli

Mo.,  14.12.2015, 20.15 Uhr Schüco-Arena; Platz 3 -> Platz 4 (30)

Niemand mag Bielefeld. Und niemand mag Montage. Na, wann war das Spiel auf der Alm? Richtiiig. Montags abends. Eigentlich hatte ich mich drauf gefreut, spätestens mit der Terminierung war es damit allerdings vorbei, weil das für mich Anreise alleine mit dem Auto hieß, sonst wäre ich irgendwo im Nirgendwo an einem Bahnhof nach Spielende wohl gestrandet. Womöglich noch in Hagen oder so, wer weiß. Und das einzige, das man noch weniger mag als Bielefeld, Montage oder Bielefeld an einem Montag ist nun mal Hagen. Wisst ihr Bescheid.

Für mich ging es also alleine auf den Weg und ich sollte den Trupp erst am Stadion treffen. Eigentlich nicht so schwierig… eigentlich. Denn wer mich kennt, weiß, dass das mit dem Stadionfinden und Menschenfinden und Eingangfinden schon mal … etwas länger dauern kann. So auch in Bielefeld, trotz Hilfe netter Arminen (sowas gibts auch, tatsächlich) und einem Spaziergang einmal um die halbe Stadt rum, aber hey, weniger vom Spiel gesehen hätte ich auch von draußen nicht. Himmel, ist das ein fürchterlicher Gästeblock.

Aber hey, immerhin gab es mal ein bisschen #mehrHack. Das machte es fast wieder wett, wenn ich ehrlich bin. Aber auch nur fast! Eins bleibt: Schwarz, weiß und blau – mag keine Sau!

Parkhäuser – immer diese Parkhäuser!

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Saison 2015/16, 19. Spieltag: FC St. Pauli – Karlsruher SC

Fr.,  18.12.2015,  18.30 Uhr Millerntor-Stadion; Platz 4 -> Platz 4 (30)

Das hier – und das muss ich leider zugeben – ist das einzige Spiel der Saison, von dem ich nicht einen Fetzen gesehen habe. Manchmal ist Fußball eben doch nicht das Wichtigste. 🙂

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Saison 2015/16, 20. Spieltag: SpVgg Greuther Fürth 0:2 FC St. Pauli

So.,  07.02.2016,  13.30 Uhr Sportpark Ronhof; Platz 4 -> Platz 4 (33)

Okay, anlässlich dieses Textes lese ich ja meine eigenen Texte nochmal und ehrlich gesagt hat mir dieser hier ziemlich viel Spaß gemacht, sowohl beim Schreiben, als auch jetzt nochmal beim Lesen, denn irgendwie fühlte ich mich glatt wieder an diesen Februarsonntag zurück versetzt, auf den ich sooooo lange (eine ganze Winterpause lang!) gewartet hatte. Und gerade dank dieser Vorfreude, hatte ich überhaupt keine Erwartungen an das Spiel. Das ist ja öfters so: Wenn man nichts erwartet, wird es super und wenn man sich wochenlang freut, bekommt man auf die Nase.

In den Text zum Spiel bei den netteren Franken haben sich auch ein paar Worte zu meinem kleinen Ausflug zu mit den Bayern zu den Bayer’n in Leverkusen verirrt, nicht dass ihr euch darüber wundert. Wer nur das lesen mag, was ich zu Fürth zu sagen hatte, muss einfach ein bisschen scrollen.

Ich mochte das Stadion in Fürth irgendwie … war ja klar, dass das dann kurz später erst einmal (teils?) abgerissen wurde. Aber hey, so hab ich zumindest das zusammengewürfelte-Ex-Playmobil-Stadion mal noch sehen können. Ganz, ganz viele liebe Menschen (wieder) getroffen und richtig, richtig Spaß im Block gehabt. Das hier ist eine der Fahrten, die mir über die Saison hinaus in sehr guter Erinnerung bleiben werden und ich denke, wenn es irgendwie passt, auch gerne wiederholt wird.

“Hier gewinnt nur einer… (PAUSE!), St. Pauli und sonst keiner!”

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Saison 2015/16, 21. Spieltag: FC St. Pauli 1:0 Leipzig

Fr. 12.02.2016,  18.30 Uhr Millerntor-Stadion; Platz 4 -> Platz 4 (36)

Nein, wir können uns nichts davon kaufen und schon gar keine Spielzeit in der ersten Liga oder gar einen Platz in der Relegation, aber hey: Leipzig stieg auf ohne uns auch nur einmal geschlagen zu haben. Und das gibt ein wenig Genugtuung wenn ich ehrlich bin, auch wenn es nun sie sind, die die erste Liga aufmischen wollen, statt anderer … sympathischerer Vereine.

Aber dieses Spiel brachte mir mein FC St. Pauli-Gefühl zurück: Zittern. Bei jedem verdammten Ballkontakt der Leipziger. Auch wenn Ratsche mit der 8. Minute schon sehr früh der Treffer gelang, den keiner erwartet hatte, der aber dem Matchplan, sich hinten rein zu stellen und die Defensive stabil zu halten, wunderbar untermauerte, galt es danach gerade in der ersten Hälfte erst einmal zu bangen. Eigentlich sah es nicht wirklich danach aus, als würde es bei diesem einen Treffer bleiben, wo doch die Leipziger Angriff um Angriff starteten und dabei nicht zuletzt in Himmelmann ihren Meister fanden. Entlastungskonter in Braun und Weiß wurden immer seltener, sodass ich kaum zuvor derart eine Halbzeitpause herbei gesehnt hatte.

Die zweite Hälfte beruhigte das angespannte Nervenkostüm eines jeden St. Paulianers wohl ein bisschen, weil es von da an wieder etwas mehr in beide Richtungen statt der Einbahnstraße Richtung Robin Himmelmann ging. Am Ende hätte es sogar durchaus noch ein Tor höher ausfallen können, auch wenn das angesichts der turbulenten ersten Hälfte vielleicht nicht ganz verdient gewesen wäre. So bleibt also: Immerhin Leipzig zweimal geschlagen, unsere Punkte für den Aufstieg bekommt ihr schon mal nicht. Ha!

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Saison 2015/16, 22. Spieltag: FC St. Pauli 1:3 FSV Frankfurt

Fr. 19.02.2016,  18.30 Uhr Millerntor-Stadion; Platz 4 -> Platz 4 (36)

Ab in den Süden! Naja, gut, erst mal musste ich schon in den Norden fahren, wo es doch gleich mein drittes Spiel in der aktuellen Spielzeit am Millerntor sein sollte (300%ige Steigerung zu letztem Jahr bis dahin). Aber dann! Ja dann durfte ich endlich auf die Süd. Dank unheimlich lieber Menschen, an die an dieser Stelle ganz besonderer Gruß gerichtet sein soll. Ganz, ganz viel Licht in einer Zeit, wo es etwas dunkler um mich herum wurde. Ich danke dir & euch.

Richtig viel mag ich auch gar nicht mehr dazu sagen, der Spielstand spricht für sich, mein erstes Mal auf der Süd wird mir aber dennoch lange und in sehr guter Erinnerung bleiben, weil man dieses Gefühl des Angekommenseins einfach nicht vergessen will. Da pass ich hin, da mag ich hin.

Gegen den FSV gab es natürlich sonst auch wieder nicht viel zu holen, aber wer da ernsthaft etwas anderes erwartet, der geht auch in ein Münchner Brauhaus und bestellt einen Weißwein. So, also lest hier und damit hat sich die Sache:

Unerwartet genau wie erwartet #fscpfsv

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Saison 2015/16, 23. Spieltag: MSV Duisburg 0:2 FC St. Pauli

So., 28.02.2016,  13.30 Uhr Schauinslandreisen-Arena; Platz 4 -> Platz 4 (39)

Duisburg! Endlich ging es wieder nach Duisburg. Ich hab die ganze Zeit gemeckert und gehofft und darauf gewartet, dass die Zebras endlich wieder aufsteigen und wir nochmal ins Wedaustadion fahren dürfen, denn da und da lass ich nicht mit mir reden, gibt es die beste Bratwurst der Liga. Das wisst ihr, das weiß ich und das ist einfach so. Eigentlich hat mir Duisburg auch den Beisatz „Bratwurstblogger“ eingebracht und damit kann ich gut leben. Aber ich schweife ab, eigentlich sollte es ja nach Duisburg gehen.

An diesem Tag sollte ich meine Lieblingsmütze opfern, um auch ja drei Punkte einzufahren, daher erlaubt mir den kurzen Einschub: Wenn irgendwer von euch noch die graue Strickmütze/Beanie aus den Do You Football Zeiten zuhause ungeliebt rumliegen hat, ich wäre ein dankbarster Abnehmer. Die Mütze hab ich echt geliebt und selbst jetzt trauer ich ihr noch nach. Sie fährt wohl auf ewig die Strecke Wattenscheid-Bochum.

Nun aber Schluss mit dem Eigennutz, naja, fast, denn mit dem Text zu diesem Spiel hatte ich mich tatsächlich mal ein bisschen daran gewagt, über Fußball zu schreiben und nicht nur das drumherum. Und was macht ihr? Lest es nicht! Das nehm ich mir zu Herzen, so!

Aber im Ernst: Die Fahrt nach Duisburg war eine sehr schöne und noch viel mehr twitterlastige. Viele liebe Menschen (wieder) (unbewusst) getroffen und jede Menge Spaß gehabt. Der Support war okay, das Spiel gab durchaus Anlass zu großem Jubel  (big fucking John <3) und generell war das eine Fahrt, die wirklich, wirklich Spaß gemacht hat. Umso trauriger bin ich, dass Duisburg es nicht mehr geschafft hat sich zu retten. Aber vielleicht komm ich so einfach nochmal rum.

Wer jetzt noch einmal nacherleben mag, wie chaotisch eine Anreise sein kann, was die beste Bratwurst der Liga ist und wie sich Joel Keller in mein Herz spielte, der klicke hier entlang:

Hier im Ruhrgebiet Vol. 2

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Saison 2015/16, 24. Spieltag: FC St. Pauli 1:0 Eintracht Braunschweig

Do., 03.03.2016,  20.15 Uhr Millerntor-Stadion; Platz 4 -> Platz 4 (42)

Fick dich, Abstieg!

Die magische 40-Punkte-Marke am 24. Spieltag knacken? Einfach nur geil. Grad mit Rückblick auf die letzte Saison, wo wir es 10 Spieltage später noch nicht geschafft hatten, war für mich der 24. Spieltag diese Saison ein „Knackpunkt“ an dem ich dann glaubte, dass es vielleicht doch noch nach oben gehen könnte. Man müsste nur diese lästigen Nürnberger endlich mal von ihrem dritten Platz vertreiben und sich währenddessen gut Luft hinten raus verschaffen.

Ich hab die ganze Saison ja schon immer gepredigt „Erst die 40, danach sehen wir weiter“ und ging mir selbst mit dem Pessismismus ja schon auf die Nerven, aber mal ehrlich, ich erwarte von anderen Vereinen ja auch, dass sie nach einer Fast-Abstiegs-Katastrophen-Apokalypsen-Saison erst einmal kleinere Brötchen backen und nicht direkt von Champions League faseln (Ja, ich mein euch da im Pott!). Gut, Champions League wäre es bei uns nicht direkt gewesen, aber hey, Aufstieg ist fast wie Champions League. Mit diesem Spieltag war auch ich dann einverstanden, dass das vielleicht ja doch noch was geben könnte. Ehrlich gesagt ist mir von dem Spiel gar nicht mal soo viel in Erinnerung geblieben, außer natürlich, was es für Folgen hatte und leider auch welches Nachspiel die Gegend rund um das Stadion nach Abpfiff noch erlebte. Willkür, sinnlose Einsätze gegen friedliche Fußballfans, vom Sieg und Klassenerhalt beseelt … nun gut, darüber wurde auch schon genug geschrieben, meine ich zu wissen, und deswegen sei hier nochmal mit einem lauten „FICK DICH, ABSTIEG!“ dieser Spieltag mit einer anderen Erinnerung verbunden.

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Saison 2015/16, 25. Spieltag:  1. FC Heidenheim 2:0  FC St. Pauli

So., 06.03.2016,  13.30 Uhr Voith-Arena; Platz 4 -> Platz 4 (42)

„Wo ist eigentlich Heidenheim?“

– „So ungefähr auf halber Strecke zwischen Stuttgart und München.“

„Oh! Ich hätte das ja Richtung  Braunschweig oder Wolfsburg getan.“ #nehmenwireinfachHeidenheimundschiiiebeneswoandershin

Wenn eine Routenplanung schon so anfängt, kann man schon ahnen, dass der direkte Weg nicht unbedingt der sein wird, den man einschlägt. Wenn man dann auch noch weiß, dass ich fahre … nun ja, ich denke, ihr wisst so langsam in welche Richtung das geht. Mit mir ist halt immer Sightseeing, ob ihr wollt oder nicht. Ich war übrigens nicht die, die Heidenheim verschieben wollte, nur mal so.

Es ging spontan zu zweit nach Heidenheim. Und noch viel spontaner traf man da die Bezugsgruppe in größerer Stärke, als eigentlich erwartet. Wunderbar, so lob ich mir das! 🙂

Da wir natürlich mal wieder viel zu früh waren, gab es den obligatorischen Spaziergang rund um das Stadion, weil man ja auch einfach mal schauen will, wo man denn da so ist – und ja, auch wo denn der Gästeblock eigentlich ist. Die Frage beschäftigte dann nicht nur uns, sondern auch zwei der Ordner, bei denen ich mir heute noch nicht sicher bin, ob sie uns nicht veralbern wollten. So oder so, sie schickten uns den falschen Weg entlang und der holprige Einzug ins Stadion nahm seinen Anfang. Gefolgt von unfassbar langsamen Kontrollen und einem fürchterlichen Spiel mit einem kaputten Verhoek am Ende. Lief… so richtig.

Und wenn man dann noch über Sinsheim nach Hause fährt („Ey, was’n das für ein Stadion?“ *Bitte nicht Sinsheim, bitte nicht Sinsheim!* „Ich glaube, das ist Sinsheim.“ *Fuuu…*) weil das Navi einem erzählt, dass die A7 komplett dicht ist. Es war eine lange, aber umso lustigere Fahrt, wer hätte das gedacht? 😀

Spielst ganz woanders, in Liga 2.

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Saison 2015/16, 26. Spieltag: FC St. Pauli 3:4 SC Paderborn

Fr., 11.03.2016,  18.30 Uhr Millerntor-Stadion; Platz 4 -> Platz 5 (42)

Okay, ich fasse kurz zusammen: Mein Geburtstag war am 10. Ich war todesgripsch – vergesst die Männergrippe, Mädchengrippe ist die wahre Hölle und hatte meine Mädels da, um direkt nach dem Spiel meinen Geburtstag zumindest noch im kleinen Kreise nachfeiern zu können – kurzum: es musste ja ein total bescheuertes Spiel werden, bei dem ich total ausgeglichen*, apathisch** und gleichgültig*** am Sofa saß.

*Lüge

** massive Lüge

*** die Balken brechen schon-Lüge

Was soll man dazu noch sagen? So ein Spiel fasst man auch Monate später noch nicht und hier gehts mir dann mal ein wenig wie Frodo vom Übersteiger, was das Spiel gegen Sechzig angeht (Oh, Spoiler, ups.). Fürchterlich. Mehr sag ich dazu nicht mehr.

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Saison 2015/16, 27. Spieltag:  SV Sandhausen 0:2 FC St. Pauli

Sa., 19.03.2016,  13.00 Uhr Hardtwald Stadion; Platz 5 -> Platz 4 (45)

Okay, Vorteil Sandhausen: Ich hatte zumindest einen groben Plan, wo es hingehen sollte – im Gegensatz zum Spiel in Heidenheim. Noch mehr Vorteil: Ich sollte mich vor Ort mit ein paar ganz lieben Menschen treffen und vor allem durch Zufall noch mehr, lange nicht mehr erblickte Gesichter zu sehen bekommen. Die Fahrt fluppte wunderbar und ich war eigentlich mal wieder viel zu früh am Stadion, aber da man da ja die Gesellschaft einsammelte, ging das alles wunderbar gut.

Was mir am meisten in Erinnerung geblieben ist, sind ein paar kleinere Dinge: Zum einen die Verhältnisse zwischen Stadion und Stadtgröße, zum zweiten das Stadion und die Kontrollen an sich und zum dritten der Trommlermann, der bei den SVS-Ultras direkt auf der Tribüne neben den Gästefans seine Seele, all sein Herzblut und vermutlich auch knapp 10.000 Kalorien vertrommelt hat.

Das Spiel an sich war eines, das Spaß machte. Mit einem vollkommen überraschenden Tor aus dem Nichts war das natürlich auch kein Wunder und mit dem darauf folgenden zweiten Tor sicherlich besiegelt. Sandhausen bleibt mir als schöne, entspannte Auswärtsfahrt in Erinnerung, die ich gerne wiederholen werde.

Von Suchtmittelspürhunden mit Burnout und dem SVS. #svsfcsp

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Saison 2015/16, 28. Spieltag:  FC St. Pauli 0:0 1. FC Union Berlin

Fr., 01.04.2016,  18.30 Uhr Millerntor-Stadion; Platz 4 -> Platz 4 (46)

Hachja, Spiele gegen Union mag ich ja an sich wirklich gerne und zu diesem hätte ich sogar hingekonnt, aber nachdem ich meine Klausurplanung im März schon zugunsten der Heimspielfahrt für das FSV-Disaster umgeschmissen hatte und hier jetzt auch der Fernbus dank des Freitagsspiels (das ist dann leider etwas knapp) wegfiel, gewann ausnahmsweise mal die Vernunft und ich schaute das Spiel daheim auf der Couch. Verpasst hab ich ja auch nichts, jedenfalls keine Tore.  Deswegen der Kommentar hier auch denkbar kurz, denn nicht mal der Kicker konnte noch Anregungen liefern, was ich hier denn bitte hin schreiben soll. Nullnummer halt.

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Saison 2015/16, 29. Spieltag:  SC Freiburg 4:3 FC St. Pauli

So., 10.04.2016,  13.30 Uhr Schwarzwald-Stadion; Platz 4 -> Platz 5 (46)

„Und was machst du am Wochenende so?“

– „Ich schaue mir einen überdimensionalen Joghurtbecher an.“

Das ist definitiv Kategorie: Sätze, die ich schon immer mal sagen wollte. Ja gut, und ich wollte schon immer mal nach Freiburg und eigentlich sollte es ein Familienausflug werden, der dann aber doch zu einem mit der FCSP-Familie wurde. Zu dritte machten wir uns auf die Reise mit Mission „Bildungsausflug“, schließlich hatten wir bei der langen Fahrt nach Freiburg ja ausreichend Zeit, dem jüngsten Mitfahrer die Hymne von Wattenscheid näher zu bringen. Fragt nicht. Fragt einfach nicht.

Nun hatte man natürlich von Freiburg in dieser Saison viel gehört, aber am meisten herrschte die Ground Legend vor, dass man aus dem Gästeblock rein gar nicht sehen könne. Naiv wie ich war, machte ich mir darüber keine großartigen Gedanken. Würde schon nicht so schlimm sein.

Genauso hatte ich es anfangs nicht glauben wollen, dass dort im Stadion ein riesiger Joghurtbecher stehen sollte. Lasst euch gesagt sein: Beides ist keine Lüge. Aber es gab ja eh ein Null zu Null. Glaubt einfach nicht, was woanders steht.

Achja, noch eines:  Komisches Wesen gibt es da unten im Breisgau. Zum einen Kröten, für die ganze  Stadtabschnitte gesperrt werden und zum anderen den gemeinen Bierdieb. Watch your beer…

Wattenscheid, Freiburg, hauptsache 0:0.

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Saison 2015/16, 30. Spieltag: FC St. Pauli 2:0 Vfl Bochum 

Sa., 16.04.2016,  13.00 Uhr Millerntor-Stadion; Platz 5 -> Platz 4 (49)

Das ist ehrlich gesagt nochmal eines dieser „Blank“-Spiele, ja, ich weiß noch, dass das irgendwie ziemlich gut war, ich erinnere mich an gefühlt 100 Herzkasper, sobald Terodde an den Ball kam und einen Picault, der einfach eiskalt zweifach einnetzte. Das ist aber auch so ziemlich alles und mehr könnte ich jetzt konstruieren, aber das hat der Kicker schon getan, also halte ich mich hier kurz.

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Saison 2015/16, 31. Spieltag: Fortuna Düsseldorf 1:1 FC St. Pauli

Fr., 22.04.2016,  18.30 Uhr Esprit-Arena; Platz 4 -> Platz 4 (50)

Viel Gemotze, wenig Fußball – das ist so die prägende Erinnerung, die ich an diese Begegnung habe und nachdem ich gerade nun selbst nochmal meinen dazu verfassten Textfetzen gelesen habe, muss ich echt zugeben, dass ich immer noch ein bisschen motzig bin. Das hat ganz verschiedene Gründe: Zum einen ging es gegen die Fortuna, die mir so sympathisch ist wie … schales Bier. Dann gab es extrem nervige Begegnungen mit anderen Fans im Block, die mir nahezu den Spaß zu nehmen drohten, aber weil ich ja zu stur bin, hab ich mich da nicht beirren lassen. Also irgendwie schon, aber egal. Weiterhin gabs mal wieder nette Encounter mit den wundervollen Fümmeneunzich-Fans, die für mich auf einer Stufe mit den Sechzigern stehen. Hat sicher was mit Jahreszahlen im Namen zu tun. Aber hey, egal, lest einfach den Text dazu. Oder lasst es, wenn ihr euch die Zeit nicht damit vertreiben wollt, zu lesen, wie ich über andere Fans rante.

Fußball gibt’s im Oberrang

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Saison 2015/16, 32. Spieltag: FC St. Pauli 0:2 1860 München

Fr., 29.04.2016,  18.30 Uhr Millerntor-Stadion; Platz 4 -> Platz 4 (50)

Was machst du, wenn du einen der am meisten verhassten Vereine der Liga eine runter schießen kannst? Klar, du verlierst. Und zwar nicht unglücklich sondern einfach unfassbar dämlich. Es ist immer noch nicht greifbar, aber ich weiß, dass ich zu dem Spiel auf der Couch extrem ausgerastet bin und mich kaum mehr eingekriegt habe. Alles, was ihr zum Spiel wissen müsst, erzählt euch Frodo allerdings in der Saisonabschlussfolge des Millerntons, dem ist meinerseits nämlich rein gar nicht hinzuzufügen. Also, auf, hört da zu.

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Saison 2015/16, 33. Spieltag: 1. FC Nürnberg 1:0 FC St. Pauli 

So., 08.05.2016,  15.30 Uhr Grundig-Stadion; Platz 4 -> Platz 4 (50)

Darf ich euch einfach mal einen Tipp so vollkommen aus dem Nichts geben? Nein? Ich machs trotzdem: Wenn sonntags eine verdammt weite Auswärtsfahrt ansteht, dann fangt Freitag einfach nicht einen neuen Sport mit einem über zweistündigen Training an. Vor allem dann nicht, wenn das Boxen ist und ihr die folgenden Tage irgendwann wieder laufen wollt. Oder eure Beine strecken. Oder atmen.

Ich hab nämlich genau diesen Fehler gemacht und die Sportler unter euch kennen das sicherlich: Wenn der erste Tage nach dem Training die Hölle ist, dann ist der zweite Abstiegskampf gegen Sechzig mit Paderborner Stadionmusik. Ihr wisst, worauf ich hinaus will. Ich hatte mich der NRW-Truppe und dem Bus angeschlossen und die Reise mit einem guten Umweg angetreten (wär ja auch mal was neues, wenn nicht…). Super Menschen getroffen, eine Halbzeit Spaß gehabt und in der zweiten dann nahezu kollabiert. Ein herzliches Fick dich an meinen Kreislauf an dieser Stelle. Dementsprechend wenig gab es von mir auch zum Fußball zu hören, aber hey, an einer Ecke hatte ich Recht:

Nur zwei Spiele… dann seid ihr wieder da!

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Saison 2015/16, 34. Spieltag: FC St. Pauli 5:2 1. FC Kaiserslautern

So., 15.05.2016,  15.30 Uhr Millerntor-Stadion; Platz 4 -> Platz 4 (53)

Ein komplettes Wochenende in der Lieblingsstadt, ein Spiel gegen die Region und all das mit der unfassbarerweise erst vor ziemlich genau einem Jahr kennen gelernten Bezugsgruppe – zum Saisonabschluss. Gibts was schöneres? Wenig, definitiv.

Das Spiel ist für mich jetzt noch das absolut wahnwitzigste der kompletten Saison. 90 Minuten zwischen Ekstase, „ist das jetzt wirklich passiert?“ und „Hatta nicht gemacht!“. 90 Minuten des kompletten Loslassens und Angekommenseins. Ein ganzes Wochenende voller genialer Menschen und natürlich fünf fucking Zaubertore. Nö, ich hab kurz nach dem Spiel gestrauchelt die richtigen Worte zu finden und nun, fast drei Monate später will mir das immer noch nicht so recht gelingen, aber Ker‘, das nenn ich mal einen Saisonabschluss. Einzig und allein die vielen (unerwarteten) Abschiede trübten die Stimmung ein wenig, aber hey, die meisten von ihnen sehen wir in wenigen Wochen ja wieder. Sie könnten nur vielleicht von den Toren gegen uns absehen …

Find ich juuut, find ich juuut!

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Joo, und damit hab ihr es echt geschafft. Bis hier hin, bis zum Ende meines „kleinen“ siebeneinhalbtausend-Wörter-Saisonrückblicks. Wenn ihr auch nur ein oder zweimal schmunzeln musstet, euch selbst an ein paar der schönen Erlebnisse der letzten Saison erinnern musstet oder ich euch vielleicht erfolgreich die Fahrt nach Stuttgart verkürzt habe, dann hab ich alles erreicht, was dieser Text erreichen sollte. Einen kleinen Rückblick auf meine erste Dauerkartensaison eben. Und nun sind es noch ganze zwei Tage, bis wir wieder gemeinsam im Block stehen. Ich hab absolut keine Ahnung, was ich fußballerisch von der kommenden Saison erwarten soll, rechne aber mit dem schlimmsten, aber bei einem bin ich mir sicher: Ich werde hundertprozentig wieder wundervolle Menschen treffen. Und das kann ich kaum erwarten. Ker‘, ich freu mir.

 

Bis Montag dann, kommt gut nach Stuttgart und sagt mal an, wenn ihr Bock habt, auf ein Bier zusammen zu kommen. Wir sehen uns 🙂

 

Find ich juuut, find ich juuut!

Auf einmal ist alles rum. Eine komplette Saison voller „Alles wie immer“s und doch irgendwie alles neu und komplett anders als letzte. Erinnere ich mich an das finale Spiel der vergangenen Saison klopft mir das Herz bis zum Hals, ein wenig Wut schwappt hoch und dann doch die pure Erleichterung. Und dieses? Nun ja, was will man da schon zu sagen?

Es ist kein Geheimnis, dass in mir ein kleiner Monk wohnt, der ab und an mal hervorbricht. So ähnlich war das auch, als mir klar wurde, dass die Anzahl der FCSP-Spiele, die ich in dieser Saison sehen würde, eine ungerade Zahl bliebe, wenn ich nicht noch eines hinten an hängte. Kurze Verwirrung, dass das Spiel doch schon längst verkauft war (Ticketchaos, Alles wie immer), Twittermenschen die helfen können und dann wochenlange Vorfreude. Mir stand fast ein komplettes Pfingstwochenende in der Wahlheimat bevor und was könnte den Alltag noch erträglicher machen, als der Gedanke daran?

Samstag machte ich mich dann allerdings wenig enthusiastisch mit dem Fernbus auf den weiten Weg nach HH, der mit jedem Kilometer auf der A1 noch ein wenig weiter erschien. Bremste uns nicht gerade ein Stau, dann war es ein Siebzigfahrer im Überholverbot vor uns. Der jedoch, auch wenn er tierisch bremste, die Zeit in die Länge zog und eigentlich an allem schuld ist, amüsierte die Busbelegschaft prächtig: Der zweite Fahrer des Busses bedachte ihn nämlich äußerst ausdauernd mit den kreativsten Flüchen und all das in tiefstem sächsischem Dialekt. Kurz um: Wir sind gestorben vor Lachen. Mehrfach.

Passend zur zweiten Hälfte der Buli-Konferenz hatten wir dann auch den Busfahrer überreden können, das Radio lauter zu drehen, wo meine Eskapaden mit SkyGo und nur Sound dann doch mehr als kläglich gescheitert waren. So gesellten sich eine Bremerin, zwei Jungs aus Frankfurt und eine herrlich unbeteiligte Sankt Paulianerin in meiner Person zusammen, um ganz old skool im vorderen Teil des Busses die Radiokonferenz zu hören.

Am Ende jubelte nur eine, einer kotzte – leider wörtlich, der war nämlich kein Fußballfan – und ich kam in Hamburg an. Tasche geschnappt, raus zur Ubahn und stilecht mal kurz in die falsche Richtung gefahren. Wieder raus, richtige Richtung und ab zum Hostel. Ein paar Worte mit dem Zimmernachbarn gewechselt, der keine coolere Socke hätte sein können, und ich wagte mich dann doch mal wieder in das Hamburger Wetter, das mich nasskalt zu empfangen wusste.

Manchmal ist es ja etwas holprig, Leute zu treffen und es kann auch wirklich ein paar Monate dauern, aber: lohnt! Richtig coolen Abend verlebt, im Jolly vorbei geschaut, ein paar Bier und starke Unterhaltungen mit total verrückten Leuten, die mich erschreckend normal erscheinen lassen, später dann vernünftigerweise zurück zum Hostel getapert, erwartete mich doch ein nicht minder anstrengender Tag.

Eine „Tradition“ an die ich mich glatt gewöhnen könnte, eröffnete den Spieltag dann für mich: Das Brunchen vorm Spiel. Herrlich. Kann man nur empfehlen, nicht nur massive Auswahl zum kleinen Preis, sondern auch nett zu sitzen und mit guter Gesellschaft. So kann man wahrlich in einen Spieltag starten und das war hinsichtlich der restlichen Tagespläne auch eine gute Grundlage für den Sonntag… (Kennt ihr wahrscheinlich eh, ist aber echt zum Sonntagsbrunch zu empfehlen, wenn man von Käsekuchen bis Chilli auf nichts verzichten mag: hier entlang.)

Nachdem etwas organisatorisches erledigt wurde, machten wir uns dann zumindest zu zweit schon mal auf den Weg zur Gegengerade, was mir sehr entgegen kam, wollte ich doch dem ein oder anderen gern nochmal Hallo sagen, bevor ich mich in die Sommerpause verabschiede. Das lief ja auch richtig rund, stand ja die Hälfte der Truppe eh schon zusammen. Mal kurz eingeworfen: Schön, euch nochmal, wieder oder endlich mal getroffen zu haben – es war mir ein Fest!

Ein paar Bierchen später wurde die Süd erobert und sich da unter anderem mit den Leuten zusammen gefunden, die man ziemlich genau vor einem Jahr in der gleichen-vollkommen-anderen Situation kennengelernt hatte. Ich muss wirklich sagen, dass es dieses Mal weitaus mehr Spaß gemacht hat, als zitternd im Darmstädter Gästeblock zu stehen, auch wenn das Stadion ein wenig in der Liga fehlt. Aber treibt euch mal weiter da oben rum, vielleicht komm ich so nochmal auf einen Abstecher vorbei.

Joa, zu den Choreos kann ich nicht so richtig viel sagen, da hab ich ja tatsächlich mal wieder nichts gesehen. Vom Spiel umso mehr, aber ehrlich gesagt fehlen mir dazu ein wenig die Worte. Was war das denn bitte für ein krasses Spiel? Ryo! Immer wieder Ryo! Und Tore und die Region abgeschossen und uns einen verdammt geilen Vereinsgeburtstag bereitet. Herrlich. Man ist fast geneigt ein Uhlmann’sches „Schön schön schön!“ hinten an zu hängen.

Das war es nämlich wirklich. Und eine Situation machte irgendwo ganz besonders viel Spaß: Wir hatten gerade ein Gegentor kassiert, ein verdammt frühes… und wenn es eines gab mit dem der magische FC diese Saison gar nicht arbeiten konnte, dann mit Rückständen. Aber die Comeback Kids belehrten eines besseren, eine … was? knappe Minute später vielleicht. Schön, so ein Ding mal nicht selbst zu kassieren, sondern zu verteilen. Schön, schön, schön.

Im Zuge des Spiels haben mich allerdings die Verabschiedungen von so vielen Spielern aus der U23 doch massiv verwundert. Startsev, Deichmann, Kurt … das waren alles Jungs, die man durchaus auch mal bei den Profis im Kader zu Zeiten der verletzungsbedingten Ausdünnung des Kaders gesehen hat und die ich gerne in ein, zwei Jahren komplett fix in der ersten gesehen hätte. Aber hey, macht et jut, passt auf euch auf. Dass nun auch Maiers Ziel feststeht wunderte dann nicht mehr viel, kann er Tschauni mal schöne Grüße bestellen und nächste Saison dann bitte den obligatorischen Treffer gegen uns einfach mal nicht reinsäbeln.

Ähnlich obligatorisch ist das YNWA am Ende der Saison. Kann ich ja sogar nachvollziehen, aber irgendwie … neee. An die Abgänge gerichtet, okay, Ich werd nur wohl nie der große Freund davon, das in dieser Version bei solchen Spielen zu singen. 34 hin oder her.

Joa, was kann man da noch sagen? Support war nach meinem kleinen Desaster in Nürnberg Balsam für die braun-weiße Seele und machte einen unfassbaren Spaß. Vielleicht mag ichs in 10 Jahren auch ruhiger, aber momentan ist genau das einfach meine Welt.

Ich würde wirklich, wirklich gerne viel mehr dazu sagen. Insbesondere zum Spiel. Aber das war einer dieser Tage, die in sich perfekt sind, deren Einzelheiten man nicht veräußern mag und wo eine Szenerie direkt in die nächste überging. Das ganze Wochenende hatte ein bisschen was davon. So sitze ich nun also hier, mittlerweile ist es fast Freitag, und ich hab den Text immer noch nicht fertig bekommen, weil ich das Gefühl habe, dass ich es eh nicht treffen kann, was diesen Spieltag ausgemacht hat – oder eher, dass mir momentan die Fähigkeit dazu fehlt, das in passende Worte zu kleiden.

Dieses Spiel war wirklich ein ganz besonderes und es gab sehr viele Faktoren, die es dazu gemacht haben. Zum einen natürlich unser höchsteigener Fußballgott mit Zug zum Tor, Ryo on fire. Die Tore waren schnieke! Dann muss man auch die Abschiedstore von Maierchen und Thy nicht unerwähnt lassen, die irgendwie besonders freuen, haben doch beide durchaus Eindruck im Verein hinterlassen. Viele Choreos auf allen vier Tribünen, das ist schon besonders, ohne dass es auch mehrere unterschiedliche Initiatoren gibt. Die Stimmung, die ich nochmal als wirklich gut empfunden habe, auch wenn ich da wohl als absolut nicht objektiv gelten darf, nur weil ich meinen Spaß hatte. Und ja, auch besonders, weil man so viele Menschen, die man jetzt über die letzten zwei Spielzeiten hinweg dank des Fußballs hat treffen dürfen, noch einmal kurz drücken, mit schnacken oder einfach Bier trinken konnte.

Aber natürlich hat auch so ein rundum gelungener Tag durchaus seine Schattenseiten. Was mich persönlich sehr geärgert hat, war die lieblose Verabschiedung von unseren Spielern. Das klang zeitweise so, als würde uns die Zeit davon laufen und eine Liste wäre abzuarbeiten. Noch dazu waren manche Abgänge ja nicht mal bekannt. Das hätte man anders lösen können, inbesondere natürlich bei den Spielern, die sich wirklich für den Verein verdient gemacht oder gar ihre Hauptspielzeit beim magischen FC verlebt haben. Dieses Thema werde ich allerdings nicht weiter aufreißen, da meiner Meinung nach das werte Fangirl dazu bereits die passenden Worte hat finden können (nachzulesen hier: Viele letzte Male im Saisonfinale).

Was mir bleibt, ist eine ziemliche Spannung auf die nächste Saison und insbesondere die Bewegungen auf dem Transfermarkt. Nein, bevor jetzt genervt weggeklickt wird, ich poche nicht darauf, dass uns noch sooo viele Spieler fehlen – eher hoffe ich auf wenig Bewegung im Kader. Klar, hier und da dürfte durchaus der ein oder andere Neuzugang zur Mannschaft hinzustoßen, aber am meisten würde mich freuen, maßgeblich zu dieser Saison beitragende Spieler wie Sobiech, Himmelmann, Ziereis – und ja, auch Ratsche – halten zu können. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich letzteren beinahe schon aufgegeben habe und nahezu den Begriff „Razzacowski Millionen“ in den Wortschatz aufnehmen würde, immerhin könnte Salzburg ja dann wenigstens eine ordentliche Ablöse zahlen, bevor wir ihn ablösefrei ziehen lassen müssten. Aber hey, vielleicht gibt es ja doch etwas, das ihn in der Hansestadt hält, wir werden früher oder später sehen.

Da man ja eh noch nicht so richtig viel dazu sagen kann, mag ich mich – und euch – hier auch nicht mit irgendwelchen wild zusammen gesponnenen Saisonausblicken festhalten, weil es eh erst einmal abzuwarten gilt. Ich würde mich sogar fast in die Sommerpause verabschieden, aber ich habe mir fest vorgenommen, noch einen kleinen Saisonrückblick zu verfassen. Der dürfte dann in den nächsten paar Wochen mal auftauchen und vielleicht habt ihr dann ja auch schon wieder so viel Abstand zur aktuellen Saison, dass ihr euch nochmal mit auf die kleine Reise zurück einlassen wollt.

Ja, und dann bleibt mir wirklich nicht mehr viel zu sagen. Hamburg hat mich wie immer, genau wie seine wundervollen Menschen, mit offenen Armen empfangen. Ich genieße es jedes Mal wieder, hochzufahren, mir meine eigene, kleine Auszeit zu gönnen und auch jedes Mal wieder über meinen eigenen Schatten zu springen. Und das passt gerade dank den vielen tollen Menschen mit Ecken und Kanten und starken Meinungen und großen Herzen, die ich in der Saison habe kennen lernen dürfen. Passt auf euch auf, ich kanns kaum erwarten, euch nächste Saison in Wort und Schrift wieder zu zu texten und eins noch: Ein bisschen stolz, dass ich es wirklich durchgehalten habe, zu jedem besuchten Spiel zumindest einen Textfetzen zu schreiben, bin ich schon. Ich werde versuchen das aufrecht zu erhalten in der kommenden Spielzeit. Die Dauerkarte ist jedenfalls schon verlängert und so leicht, da muss ich euch wahrlich enttäuschen, werdet ihr mich nicht mehr los. Man könnte sagen, jetzt nach einer Saison mit zwanzig gefahrenen Spielen für den FCSP, mit einer Ausnahme allen Auswärtsspielen, hab ich erst so richtig Blut geleckt.

Und weil ich euch natürlich nicht einfach so aus dem letzten Spieltag verabschieden möchte, gebe ich euch gern noch etwas mit auf den Weg (und wenn es nur mein Spieltagsohrwurm ist – GERNGESCHEHEN!):

Nächste Saison ist dann wohl nochmal Ramtamtam montags angesagt, aber da geht es der ersten Liga ja nun auch nicht mehr besser 😉

Wir sehen uns, im und um den Block. Forza!

 

 

Weiter haben zum finalen Saisonspiel getextet:

Fangirl1910: Viele letzte Male im Saisonfinale

Magischer FC Blog: Das ist doch das Letzte

Nice Guys: Senf dazu

Gewohnt wundervolle Bilder von Stefan Groenveld: Versöhnliches zum Saisonausklang

Grenzenlos Sankt Pauli: Fünfe gerade sein lassen

Getaggt mit , ,

Unerwartet genau wie erwartet #fscpfsv

Heimspielfahrt. Klingt bescheuert, ist für mich aber ja nun mal so: Der Weg zu Heimspielen ist zum Großteil deutlich weiter, als zu den Auswärtsspielen – die noch ausstehenden ausgenommen, die kommen alle mit Ausnahme von Duisburg und Düsseldorf ziemlich nah dran. Deswegen ging es am Freitag Morgen für mich auf Heimspielfahrt. Ganz dekadent wurde mit dem Zug angereist, weil der ganze Spaß mit dem Bus zeitlich ein wenig knapp geworden wäre und das kann ja keiner wollen. Also ich jedenfalls nicht.

So hatte ich mich dann auch dazu entschlossen, etwas früher zu fahren als eigentlich „nötig“, um noch ein bisschen was von der Stadt zu haben, in die es mich zuletzt ja immer nur für den Spieltag und die darauffolgende Nacht verschlug. Es gab zwar die ein oder andere Komplikation bei der Bahnfahrt, im Endeffekt kamen wir aber mit nur mehr einer halben Stunde Verspätung am Hauptbahnhof an. Nachdem ich einen kurzen Abstecher über die Reeperbahn machte, um den nun mit 6 Jahren Dienstzeit ausgedienten, ausgeleierten, abgerotzten Totenkopf-Hoodie mal zu ersetzen, verschlug es mich an die Landungsbrücken. Ich weiß ja wirklich nicht, was das mit mir und dem Wasser ist, aber da muss ich immer zuerst hin. Als ich meiner Mama schrieb, wo ich mich rumtrieb, antwortete sie schlicht „Na, dann bist du ja jetzt wirklich angekommen“. Recht hat sie.

Ich vertrieb mir die Zeit also mit einem Bierchen und einem Brötchen am Hafen und schnackte mit den paar Leuten, die offensichtlich einen ähnlichen Plan verfolgt hatten, wie ich selbst. Ein bisschen runterkommen von chaotischen Wochen und vor dem Spiel. Tat gut.

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Da sich die Anzahl meiner besuchten Heimspiele im Vergleich zu der der Auswärtsspiele ja bekanntlich auf eine lächerlich geringe Menge beschränkt, ist es kein Wunder, dass auch dieses Spiel für mich mal wieder eine kleine Premiere war, aber auf diese hatte ich mich immens gefreut: Endlich Süd.

Die Gegengerade ist super, macht auch Spaß, aber eben nicht so viel wie ich sonst im Gästeblock hab, wenn ich mich irgendwo hinter USP einreihe. Wo ich mich einfach wohler fühle, als mit den schiefen Blickenimg_20160219_151931.jpg wenn ich im Support halt mal ein wenig mehr mitgehe, als andere vielleicht. Das sind meine (zwei-)wöchentlichen neunzig Minuten Wahnsinn, Gelöstheit, Ankommen und die lass ich mir nun mal von niemandem nehmen. Umso schöner war es nun, dass ich mit anderen Leuten zusammen am Millerntor stand, die das eben genauso oder zumindest recht ähnlich empfinden. Ankommen Vol. 2, sozusagen.

Der kurze, versprochene Abstecher zur Gegengerade klappte dann leider auch nicht mehr, weil die Zeit plötzlich doch recht knapp war und wir uns zügig auf der Süd einfanden. Schade, aber wir sehen uns ja bestimmt die nächsten Wochen noch bei dem ein oder anderen Spiel.

Auf der Tribüne dann ein feines Plätzchen gefunden und ab gings. Ehrlich gesagt wird dieser Text vermutlich einer der kürzesten, den man auf diesem Blogchen finden kann, aber ich kann einfach echt nicht viel zum Spiel sagen. Beim 1-0 merkte ich nur, dass da ein Tor für uns gefallen war, weil alle ausrasteten. Das 1-1 sah ich dann leider. Die folgenden zwei Tore waren für mich vollkommen aus dem Nichts, dass das letztere auch ein Eigentor war, ist mir erst vorhin (Samstag nachmittag) bewusst geworden.

Ein bisschen Blinkelichter gab es auch noch, sehr schnieke Bilder davon gibt es bei USP zu sehen. Das hat schon wirklich was, ich mags. Immer noch, immer wieder.

Die Stimmung hatte ich mir, ehrlich gesagt, echt einen Ticken stärker vorgestellt. Ich möchte nicht sagen, dass das enttäuschend war, denn allein sich genau richtig zu fühlen verbietet das schon, aber es war nicht ganz so krass wie erhofft. Nun ja,  bei einem Gegner wie dem FSV und einem Gästeblock wie diesem, derart regungslos, muss man sich ja auch nicht derart ins Zeug legen um lauter zu sein – oder so.

Auf jeden Fall ist das ein Spiel zum Vergessen, wie eigentlich zu erwarten, wenn der Gegner eben der FSV ist. Meine Bilanz gegen den kleineren der beiden Frankfurter Vereine liest sich da recht eindeutig: 0-1, 3-3, 0-1 und nun ein 1-3. Das, Schnabel auf, Phrasenschwein, haken wir ab und gut ist.

Allerdings war das wieder so ein Spiel, wo man einfach nicht um den Gedanken herum kommt, dass es wieder eine Saison wird, wo man am Ende vollkommen ungefährdet von einem Aufstieg auf den Plätzen 5-10 eintrudelt. Und dann spielen wir nächstes Jahr wieder gegen den Abstieg. Immer mal was neues, achja …

Nein, ich will hier nicht schwarzmalen und ich messe dieser Niederlage auch nicht derart viel Bedeutung zu, aber es passt einfach in die Reihe der Spiele und Spielzeiten der letzten Jahre. Solche Spiele müsste man als potentieller Aufsteiger einfach gewinnen.

So und deshalb ist ein Aufstieg für mich weiterhin kein Thema, bevor wir nicht den 33. Spieltag haben und in Reichweite der Plätze zwei und drei sind. Der erste dürfte ja bereits in festen Händen sein, wenn da nicht eine Mannschaft noch vollkommen einbricht, was ich für unwahrscheinlich halte.

Genauso hake ich dieses „Lenny Thy schießt Tore, wenn ich da bin“-Dingen nun endgültig ab. Fußballramontischabergläubischer Blödsinn. So!

Und weil nach einem solchen Spiel nun mal nicht viel bleibt, es aber keine bessere Stadt gibt um ein fürchterliches Spiel zu verdrängen und mit anderen Erinnerungen* zu ersetzen, als Hamburg, war es einmal mehr das Geschehen nach dem Spiel, das einem bewusst macht, warum man schon wieder so eine Fahrt gemacht hat.  (* wahlweise auch Bier)

So richtig viel hab ich hier gar nicht mehr zu sagen, also schmeiß ich noch den Gruß, den mich von einer Freundin diese Woche aus Hamburg erreicht hat, in die Runde und verabschiede mich dann für eine Woche, bis es endlich nach Duisburg geht.

Auf das Spiel beim MSV freu ich mich schon die ganze Saison, weil ich fälschlicherweise der Annahme war, dass das auch „damals“ das erste Spiel vom FCSP und mir war, was aber Blödsinn weil doch Bochum war. Nun gut, ich hab zu der Zeit auf jeden Fall die Bratwurst massiv gefeiert und will wirklich hoffen, dass sich daran nicht allzu viel geändert hat. Dann seh ich auch über dieses scheußliche Zebralied hinweg.

Man sieht sich in Duisburg, da hoffentlich mit mehr Punkten im Gepäck.

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Drei mal eins macht vier.

Es sind und bleiben die spontanen Aktionen, die einem länger im Gedächtnis bleiben werden und meist für eine gute Erinnerung sorgen können. So auch meine spontane Aktion diese Woche, die besser wohl kaum hätte ausgehen können, soviel sei auf jeden Fall schon einmal gesagt. Letzte Woche überkam mich plötzlich und unerwartet massives Heim-Fernweh nach dem Millerntor. Und nach Hamburg. Und allem voran nach dem magischen FC. Es kann ja nicht angehen, dass man sich gerade daran gewöhnt hat, alle zwei Wochen irgendeine irrwitzige Fahrt anzutreten und dann plötzlich drei Wochen Pause sein soll. Also nein, nicht mit mir. Und da München noch so schrecklich weit weg war, verlieh ich meinem „Kummer“ ein twitterisches Sprachrohr und wurde sogleich erhört.

Da saß ich nun, hatte ein Ticket sicher und wollte eigentlich nur noch los. Der Dienstplan für den Dienstag machte mir zwar erst einen Strich durch die Rechnung, doch dank wundervoller Kolleginnen, die warum auch immer diesen Fußballwahnsinn mit mir immer noch mit machen, konnte so getauscht werden, dass Problem Nummer 2 nun auch gelöst war.

Blieben noch drei und vier. Drei hätte theoretisch einfach gelöst werden können, da ich aber mal wieder Sachen vor mir her schob (wenn auch ausnahmsweise mal mit gutem Grund) musste die Anfahrt dann doch noch einmal umgeplant werden und statt komfortabel in 5 Stunden mit dem ICE ging es dann aber immerhin mit sehr unterhaltsamer Sitznachbarin in 7 Stunden mit dem Bus nach Hamburg.

Das letzte Problem – der Schlafplatz – war auch erstaunlich schnell geklärt und dann konnte es eigentlich los gehen.

Es passierte also etwas, das nur mit Fußball zu tun haben konnte, denn ich freute mich tatsächlich auf einen Montag. Nun ja, sowas macht die zweite Liga halt irgendwann mit dir. Ich setzte mich also am Montag Morgen in den Bus und machte mich auf die Socken nach Hamburg. Im Gepäck und auf den Ohren der von der Länge ja perfekt passende Millernton – auch wenn ich zugeben muss, dass zwischendurch die Gedanken mal etwas abschweiften, wenn ich einem von Okes Gedankensprüngen nicht mehr folgen konnte – gefolgt von dem VdS-Gespräch für das Spiel gegen die Fortuna. Der Rest der Zeit wurde mit der Sitznachbarin verquatscht und dann war man eigentlich auch schon in Hamburg.

Der Weg vom Hauptbahnhof zum Stadion war im Vergleich zur restlichen Anreise ja ein Klacks und dann stand ich plötzlich vor einem von Blinkelichtern umgebenen Millerntor. Hachja, da fühlt man sich doch gleich wohler. Extrem unkompliziert fand ich dann die Gepäckabgabe und an dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an alle die mir in der Hinsicht mit konstruktiven Tipps oder Anregungen weiter geholfen haben.

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Auch wenn ich doch kurz versucht war, der USP-Einladung zum Freibier zu folgen, traf man sich dann doch eher vor den Fanräumen. Unerwarteterweise auch einige Menschen hinter dem Twitterhandle, mit denen ich so jetzt gar nicht gerechnet hätte. Es war durch die Bank weg schön euch zu treffen und hat viel Spaß gemacht, euch mal in Persona kennen lernen bzw. wieder treffen zu dürfen.

Nach dem ein oder anderen Bier (huch, jetzt bestätige ich schon wieder ein vollkommen falsches Bild von mir), bisschen Gequatsche und dem allgemeinen Spieltagsvorgeplänkel machten wir uns dann schließlich auf den Weg zu den Stehplätzen der Gegengerade. Dort angekommen musste man dann leider feststellen, dass wir doch ein bisschen früher hätten gehen sollen und so zog es uns in Block E. Uff. So weit weg von der Süd war ich noch nie und kurz hatte ich wirklich Bedenken, ob das denn ein so spaßiger Abend werden könne, wie ich ihn mir erhofft hatte.

Wer zuletzt hier so ein bisschen mitgelesen hat oder mein Twittergeschwätz schon mal liest, hat sicherlich mitbekommen, dass ich derzeit dem Supportstil der Ultras verfallen bin und das eigentlich auch Spiel für Spiel exzessiv ausleben möchte. Wenn mir das – aufgrund einer totenstillen Umgebung, ich erinnere mich da an das Auswärtsspiel in Karlsruhe, was mich frustrierter denn je zurück ließ – nicht möglich ist, motz ich gerne herum. Das kann ja keiner wollen, also musste das Umfeld dann eben damit leben, dass außer den brav schweigenden Menschen auf der Gegengerade eben noch ein Drei-Mann-Supportblöckchen unter ihnen stand, das lauter gröhlte, als der Rest. Nuun, mussten sie halt durch. Man muss es aber wirklich zu Gute halten, dass es die Frauen neben mir eher zu amüsieren als zu nerven schien, also hatte ich dann in gewisser Weise doch noch meinen Mini-Support, auch wenn ich mich darauf freue, in München wieder alles geben zu können und das 90 Minuten lang.

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Tja, und dann müsste man langsam mal zum Spiel kommen, oder? Man merkt wohl kaum, dass ich das ein bisschen vor mir herschiebe, aber nicht, weil es so schauerlich gewesen wäre, sondern weil mir eigentlich immer noch jegliche Worte dafür fehlen.

Fangen wir vorn an. Mir war ja nun heute die große Bürde aufgeehrt worden, eeeh… die große Ehre aufgebürdet worden, mal wieder Lenny Thy in des Fangirls Abwesenheit zu sitten. In Leipzig hatte sich das als recht erfolgreich herausgestellt, auch wenn ich heute noch nicht so richtig weiß, wie das eigentlich funktionieren konnte.

Nun gut, die Erwartungen waren also nicht unbedingt gering. Die Konkurrenz hatte zu unseren Gunsten gespielt, ja gar verloren. Es war ein Spiel gegen einen Verein, dem ich persönlich beinahe sämtliche Antipathie, die in der zweiten Liga nicht für Leipzig oder Braunschweig drauf geht, entgegenbringe. Und ich war mal wieder 1000 Kilometer in zwei Tagen unterwegs, um ein Spiel zu sehen.

Kurzum: Das konnte nichts anderes geben als ein 0:3 aus unserer Sicht. War ja klar. Hihi.

So ungefähr mit dem Gefühl ging ich dann in die erste Halbzeit und da machte mir am Anfang dann doch der in Massen Maßen konsumierte Hopfenblütensaft das Leben ein wenig schwer. Ja, warum erzähl ich euch das? Müsst ihr leider durch, denn ich habe mich das erste Mal in 5 Jahren Auswärtsfahrerei dazu hinreißen lassen, während des Spiels die sanitären Anlagen aufzusuchen.

Und natürlich war dann ja klar was passierte. Es brandeten Stimmengewirre auf, verstummten, und dann pure verbale Eskalation. Meine Leidensgenossinnen und ich fluchten um die Wette und kehrten dann auf die Ränge zurück, in dem Wissen, dass wir ein Tor gepinkelt hatten.

Anfangs konnte sich nur ein Teil von mir freuen, denn irgendwie befürchtete ich doch nun, so weit gefahren zu sein, um dann das womöglich, nein, sogar ziemlich wahrscheinlich, einzige Tor des Spiels verpasst zu haben. Da kam ja doch fast Frust auf, Menno!

Und vor allem: Was würde ich mir denn nach dem Spiel anhören dürfen? Darf ich nun auch nicht mehr mitfahren, damit Lenny Tore schießt? Oder schließt man mich gar bald auf den Damentoiletten ein? Ojweh.

Glücklicherweise hatte ich gerade damit aufgehört mich zu ärgern, als Lenny mir auch jeglichen Grund dazu nahm. Es war generell zu einem Spiel geworden, wo die Düsseldorfer zu dem Zeitpunkt ein wenig überfordert wirkten und dann bekam Sobota auch noch einen Freistoß, den er ohne jeglichen Schnörkel auf Ziereis (Yeah, Ziere! Drei Jahre!) brachte, der allerdings an den Pfosten köpfte. Von dort prallte der Ball vor – na klar! – die Füße unseres Stürmers Lenny Thy. Ein klassisches Abstaubertor. Und eines das ich tatsächlich mal komplett sehen konnte.

Ich war also besänftigt. Jedenfalls für einen Moment. Denn danach hagelte es Chance um Chance, allesamt scheiterten sie entweder im letzten Moment oder Rensing bekam noch irgendwie einen Finger dazwischen (Sobiech, Choi, Ratsche, Maier). Junge, das muss man auch mal festhalten: Was hat der Mann gehalten! Wahnsinn. Da dürfte man sich fast ärgern, wenn man den an den Erzrivalen verloren hätte. Oh. Hups.

Bei uns in der Ecke hatte sich der „Das rächt sich!“-Gedanke schon aus der Paranoia der letzten Spiele verfestigt, als es in die Pause ging. Aber eigentlich war das, was da unten passierte, bockstark. Die Defensive stand wie eine Eins, mit einem überragenden Waldemar Sobota davor, der einfach richtig Bock hatte, noch eine Reihe davor dann ein Stürmer der tatsächlich Tore schießt – ja ist das denn noch mein St. Pauli?

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Glücklicherweise ja und noch viel glücklichererweise haben sie in Hälfte zwei halt damit auch einfach mal nicht aufgehört. Die Düsseldorfer hatten zwar scheinbar einen ordentlichen Einlauf des Trainers bekommen, denn so wie sie plötzlich spielten, musste sich das irgendwas getan haben. Aber dennoch: Die Abwehrreihe des magischen FC kam selten überhaupt einmal in die Bredouille und wenn dann wurde eigentlich doch immer noch halbwegs souverän geklärt. Ehrlich könnte man sagen, dass die Düsseldorfer eben ab dem Überschreiten der Linie zum Sechzehner jegliche Torgefahr verloren.

Im Gegenzug dazu gab es auch immer mal wieder Chancen für die Boys in Brown und das zwang Düsseldorfs Trainer dann tatsächlich aufs Ganze zu gehen und die Offensive mit zwei Spielern zu verstärken. Stellte sich als nicht unbedingt die beste Lösung heraus, wo kurz später Sobota auf Thy flankte, der die Kugel eiskalt mit dem Kopf dem Netz zuführte.

Ein wahres Träumchen. Fantasthysch. Thyrisch gut… (Für weitere & kreativere Varianten der thyffliegenden Wortspielchen muss man ja nur auf Twitter verweisen)

Bei uns brandete dann kurz mal ein „Nur noch sechs! Nur noch sechs!“-Rüfchen auf, das sonst vermessener nicht hätte sein können, doch an einem Tag wie heute, wo ein St. Paulianer Stürmer einen Dreierpack schnürt und mit Schleifchen versieht, ist wahrlich alles möglich.

Da war dann sogar ich eigentlich sicher, dass wir das Ding nicht mehr verlieren würden. Wir könnten, klar, aber wir würden einfach nicht.

Das Sahnehäubchen, nein, lasst mich den Wortspielweg ein bisschen weiter gehen: Das Thy-Thypfelchen setzte unser Stürmer nach einem Tunnel von Ratsche und dem darauffolgenden Pass auf sich dann tatsächlich auch noch obenauf. 4 zu 0. VIER ZU FUCKING NULL.

Das war dann der neue Spitzenreiter in den FCSP-Spielen, die ich bisher gesehen habe und irgendwie zitterte ich ja doch noch fast ein bisschen, ob man dieses Mal denn „wenigstens“ auch noch die Null halten könnte. Tordifferenz und so.

Konnte man. Problemlos. Es war ein Fußballabend wie geschnitzt aus den Träumen einiger St. Paulianer – wenn auch mit Abstrichen, sonst hätte die Süd nämlich nicht auf dem Trockenen gesessen. Aber was ein wahnwitziges Spiel, das war einfach der absolute Wahnsinn.

Ein You’ll never walk alone kann sich halt auch mal wirklich schön anfühlen und muss nicht zwingend immer nur nach einer Niederlage gesungen werden. Dennoch wäre es tatsächlich nicht meine erste Wahl gewesen, was die Song-Feier-Auswahl angeht. Aber eigentlich war das ja absolut wurscht, da brauchte man nur Lenny ins Gesicht schauen. Wie der sich freute!

Da machte man sich ja noch einmal mehr Gedanken um das liebe Fangirl. Du musst übrigens weiter mit fahren. An mir kanns ja nicht gelegen haben, wo ich den Guten doch in Hälfte 1 sogar alleine seinem Schicksal überließ. Das war womöglich das „Hört mal auf mit eurem Aberglauben!“ auf Lenny Art. Aber das sehen wir ja definitiv in München, da zeigt er uns das dann einfach nochmal. Oder erklärt John, wie das so geht.

Es war halt wirklich ein Träumchen. Und da wir ja alle so kreativ waren, mach ich das doch auch mal noch. Achtung, der kommt flach.

 

Ein mal drei macht vier, widde widde wit macht uns zum zweiten!

Thy macht sich die Welt, widde widde wie sie uns gefällt…

 

Oja, das kam wirklich flach, aber egal. Es passt. Und wenn ihr jetzt auch immer noch nicht genug davon habt, so wie ich (die Müdigkeit nach maximal einer Stunde Schlaf und nun schon wieder fast fünf Stunden Zugfahrt zwingt mich hier glücklicherweise zum Ende), dann kann ich euch diese Texte hier nur sehr ans Herz legen:

14.Spieltag (H) – ForThyna Düsseldorf

https://fangirl1910.wordpress.com/2015/11/09/kann-man-mal-so-machen/

Ganz wirklich wundervolle Fotos wie immer bei

Vier gewinnt

Und zum wirklichen Abschluss dann noch ein paar Tweets aus dem Kontext gerissen:

 

 

Auch sehr schön: Die Geschichte einer Ente.

 

 

 

 

 

 

So. Und das war’s auch schon. Ich bin schon fast wieder zuhause und verleibe mit einem lauten, dröhnenden Ohrwurm.

 

Thy aaaaaaamooo, thy amo, thyy aaaaamoooo ❤

Getaggt mit , ,

Auswärtsfahrt zum Millerntor?

Moin! Ich bin zwar jetzt nicht mehr in Hamburg, allerdings auch noch nicht wieder zuhause sondern irgendwo auf dem Weg dazwischen. Also einfach; Moin aus Hamburg.  Ich hätte sogar schon einen richtig guten Titel gehabt, aber nein, die Borussen – keine Spezifikation nötig, da gibt es nur eine richtige Wahl – hatten da wohl was gegen. Und meinen Plan, Granit Xhaka einfach mal am Millerntor zu behalten und ihn mit Marc Rzatkowski Doppelsechs spielen zu lassen, werde ich wohl auch nicht so wirklich durchsetzen können. Was bleibt also?

Nun gut. Ich war also in Hamburg. Eigentlich bin ich ja eher der Auswärtsfahrer, wobei „eher“ gut ist, von allen Spielen des magischen FC, die ich bisher gesehen habe, waren ganze zwei am Millerntor. Sehr dürftig also, aber das muss ja nichts heißen. Die Auswärtsspiele sind nur meist leichter zu erreichen, weil man eben nicht Transport, Schlafplatz und nochmal Transport organisieren muss, wenn man mal eben nach Kaiserslautern fährt oder so. Heimspiele sind und bleiben damit für mich etwas wirklich besonderes und die beiden die ich nun gesehen habe, waren auch gerade des Gegners wegen noch einmal besonderer für mich: Mein Millerntordebüt gab ich gegen Union (3-0), was einfach ein herrlicher Fußballtag war. Und nun ging es gegen die Jungs vom Niederrhein und ich weiß ja nicht, ob ihr es vielleicht geahnt oder gar vermutet habt, aber die mag ich so ein bisschen. Ein kleines bisschen mal 34.

Wenn also der Herzensverein (denn das Herz bleibt braun-weiß!) gegen die Zweitmannschaft mit dem Lieblingsspieler (wusstet ihr auch noch nicht, oder?) spielt, muss man da natürlich hin. Die Karte und Tickets für die Busreisen wurden gekauft, der Schlafplatz organisiert und dann konnte es los gehen. Die Fahrt vertrieb ich mir mit diversen Podcasts, unter anderem damit den Millernton endlich mal zu Ende zu hören & die vdS Folge direkt noch nachzuschieben, die für mich durch zwei sehr sympathische Gesprächspartner bestach. Klasse, so kann man ankommen.

Zwar fiel das Treffen mit den Nebenstehern aus Darmstadt vor dem Spiel vorerst doch aus, aber ich war am Millerntor. Am fertigen Millerntor. Zuhause sozusagen, auch wenn ich dachte, schon am Donnerstag wieder zuhause angekommen zu sein. Man nahm also seine Plätze auf der Gegengerade ein und harrte der Dinge, die da wohl oder übel kommen würden.

Ich hatte ja mit aller Kraft versucht, das Spiel so anzugehen, wie das in Kaiserslautern letzte Saison: Sich die ganze Zeit erzählen, dass man keine Chance hat und den Gegner dann mal eben mit zwei Sahnetör(t)chen nach Hause schicken (wobei die ja schon zuhause waren, aber…). Nun. Scheinbar funktioniert das nur, wenn dieses doofe Stück von Hoffnung sich auch wirklich mal Urlaub nimmt und sich nicht muckelig im Hinterkopf einnistet und sich mit dem Unterbewusstsein zu deckt.

Ja, ich hatte ein bisschen Hoffnung, dass wir das gewinnen können. Es sprach schließlich nicht alles gegen uns: Wir waren der beste Amateurverein den Gladbach kriegen konnte und damit meine ich nicht nur, dass wir ziemlich toll sind, sondern von der Platzierung her tatsächlich der best mögliche Amateurverein waren – wobei Amateur natürlich so eine Sache ist. Außerdem hatten wir schon zwei Spiele absolviert, gerade das letzte Spiel gegen zwar derzeit schwächelnde Karlsruher bot da der Hoffnung dann auch noch das Kopfkissen, um es sich richtig gemütlich zu machen: Man hatte zwar ordentlich kämpfen müssen, aber das Spiel war gewonnen worden. Warum also nicht nochmal so?

Nun, der größte Zweifel war wohl der Kader für das Spiel. Beide Torschützen aus dem Spiel gegen Karlsruhe würden fehlen, noch dazu waren mit Halstenberg und Sobiech eben jene Torschützen der eigentlich wirklich massive Teil unserer Abwehr. Schiet. Kann man nichts machen, als auf Kalla bauen, Buballa für ein Spiel mal weiter nach hinten zu ziehen und auf Ziereis hoffen.

Aber wären wir der magische FC, wenn auch nur eines mal so laufen würde, wie geplant? Nein, also musste Kalla dann natürlich noch beim Aufwärmen ausfallen, indem er sich einen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich zuzog. Wer auch immer da am Verletzungsglücksrad dreht, packt mal ein anderes Vereinswappen auf die Abschussliste, bitte!

So sah dann ungefähr auch unsere Ersatzbank aus, auf der neben Ante Budimir, John Verhoek und Phillip Heerwagen mit Nico Empen, Maurice Litka, Joel Keller und Yannick Deichmann sehr junge Spieler Platz nahmen, auch wenn, Litka  und Empen bereits mit einem Profivertrag ausgestattet sind. Fand ich persönlich bemerkenswert, dass neben den „Stammkräften“ eben so viele Jungs aus der U23 oder gerade auf dem Sprung in die Erste als Reserve auf der Bank saßen. Aber klar: Bei so vielen Verletzten und eigentlich nur einem wirklichen Neuzugang bisher, der ja bekanntlich auch ausfällt (Ryo Myaichi, Kreuzbandriss) müssen die Spieler ja irgendwo herkommen.

Blieb also nichts, als auf Ewald zu vertrauen, der schon wissen würde, was er da tut. Das wusste er schließlich auch, als er das Feld betrat und wieder alle vier Seiten des Stadions nochmal begrüßte und auf das Spiel einschwor. Eine schöne Tradition, die er aus der letzten Saison beibehalten hatte und auf die die Gladbacher meiner Meinung nach sehr schön reagierten: Sie winkten Vereinslegende Ewald kollektiv zu, was mir ein Grinsen entlockte. Ich mag sie halt, die Gladbacher. Da kann ich mir das auch nicht beim Spiel gegen sie verkneifen.

Lauter als sie sein, wollte ich trotzdem. Und so sang ich mir bei „Das Herz von St. Pauli“ die Seele aus dem Leib und bekam das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Schwenkte meine rote Fahne zum Leidwesen der Umstehenden (Was seid ihr auch alle größer als ich, da kann ich ja nichts für!) voller Inbrunst. Zappelig und aufgeregt. Doch, jetzt war ich wieder angekommen.

Und dann kamen sie alle rein, die Gladbacher weihten die Nord mit grünem Rauch ein und wir versanken unter einem Fahnenmeer, das doch richtig schick aussah, wenn man sich die Die nördliche Hälfte des Millerntor.Bilder von dem Spiel nachträglich so ansieht. Schnieke!

Als es dann endlich los ging, fing ich an die Sekunden zu zählen. Jede Sekunde ohne Gegentor verbuchte ich als gewonnene Sekunde und wurde tatsächlich von einer Mannschaft in rot überrascht (ja, auch das Rot hatte mich ziemlich überrascht), die erstaunlich gut dagegen hielt. Mal von gelegentlichen „Lass bloß nicht Xhaka aus der zweiten Reihe schießen!“, „Bleib bei der 34!“, „Thy! Ja woll, lass Xhaka nicht allein! Sehr gut!“ Rufen war ich vielleicht sogar fast entspannt.

Gut, das ist wohl etwas übertrieben, aber ich war wirklich zufrieden mit der Leistung der Mannschaft, die nur wenige echte Chancen der Borussen zuließ. Zwar nistete sich im Hinterkopf im Bett gleich neben der  Hoffnung auch die Gegentorangst ein, die es sich mit jeder verstrichenen Minute hämischer grinsend gemütlich machte, aber an sich lief das doch schon ganz gut. Philipp Ziereis machte seinen Job in der Innenverteidigung neben Nehrig exzellent, schaltete flink um und schickte dann auch Waldemar Sobota schon mal überraschend schnell mit Nehrig nach vorne.

Und als ich dann gerade dachte, dass wir jetzt bloß nicht zusammenbrechen dürfen, scheppert Ratsche das Leder dann einfach mal unter die Latte. Was? Waas? WAAAS? So richtig begriffen hatte ich nun nicht, wie das zu Stande gekommen war, aber ich sah nur wie Ratsche schoss, verlor den Ball dank „zu kurz an zwei Enden“ aus den Augen bis er im Tor zappelte und ich wohl am liebsten eigenhändig jeden einzelnen Menschen in diesem Block umarmt hätte.

War das grad wirklich passiert? Ach du scheiße. Der kleine FC St. Pauli hatte die große Borussia aber gewaltig am falschen Fuß erwischt. Es wurde sogar gemunkelt, dass Ablenkung im Spiel war.

Ich? Ach quatsch! Oh, jetzt werd ich rot.

Es ging mit der 1-0 Führung in die Pause und so richtig glauben konnte ich das eigentlich nicht, obwohl die letzten Minuten in der ersten Hälfte nicht mehr nur „Ganz gut“ sondern richtig stark von den Boys in Brow… Red waren. Genial. In der Pause ertönte dann auch unüberhörbar „Antifa Hooligans“, wo ich mir dann doch die Halbzeitgespräche der Interviewer gern mal anhören würde. Und dann ging es eigentlich auch schon wieder weiter. Mit dem gleichen Elan?

Elan ja, aber scheinbar hatte Lucien Favre es geschafft, den elf Mannen vom Niederrhein innerhalb von 15 Minuten Fußball zu erklären und dabei leider nicht auch irgendeinen Fußball sondern „Auf auf auf in die Champions League“-Fußball. Well. Danach lief dann nicht mehr viel, wobei, doch, wir dem Ball hinterher aber sonst nicht allzu viel von unserer Seite. Die Gladbacher waren am Drücken, mein Gebrüll bloß Xhaka nicht zu viel walten zu lassen wurde lauter, wobei ich mir vielleicht doch lieber Gedanken um Ibrahima Traoré gemacht hätte. Der lief nämlich gerade samt Ball einfach mal allen davon, sieht Lars Stindl, übergibt den Ball an Lars Stindl und macht das Tor. Grmpf. Nein, ehrlicher wäre: GRmrpfrnrhverdammteScheißenochmalgrmpmfk.

Das war jedenfalls ungefähr der Inhaltsquerschnitt von den Ausrufen, die ich von mir gab. Die Gegentorangst in mir lachte hämisch und schlug der Hoffnung mit dem Kochlöffel hinter die Ohren. Gemein.

Und noch viel gemeiner war, dass ich mich nicht mal lang genug ärgern konnte, da hatten die zwei von eben die Idee doch mal tauschen zu können, also legte Traoré auf Stindl, der wieder auf Traoré und der leider ins Netz. JalecktsmidoamArsch.

Und das was so gut angefangen hatte, ging dann innerhalb von drei Minuten in ein „Wir laufen der Führung hinterher aber sie war schneller“ über, von wo an Gladbach einfach mehr oder weniger das machen konnte, wozu sie gerade Lust hatten. Was nicht heißen soll, dass kein Elan oder Kampfgeist mehr in den Boys in Brown-Red steckte, im Gegenteil: Wo mich letztes Jahr das Spiel so richtig richtig wurmte, ging es hier noch, weil man schlicht und ergreifend sah, dass die Borussen deutlich besser waren. Schneller, besser, effizienter und eigentlich immer in Ballbesitz. 1 1/2 Ligen besser halt.

Es folgten noch zwei weitere Tore und ich bin der absoluten Überzeugung, dass das an den roten Hosen lag. Die konnten doch nicht gut gehen! Mensch. Insgesamt fand ich persönlich das Ergebnis zwar vielleicht um ein Tor zu hoch, aber durchaus verdient. Die Gladbacher hatten für mich zu einer sehr schönen Atmosphäre beigetragen und ich fand, dass man sie auch recht gut hören könnte, auch wenn ich hörte, dass das im Fernsehen wohl anders war.

Man beendete das Spiel mit einem schallenden You’ll Never Walk Alone und ich freute mich darüber, dass zumindest Maurice Litka noch ein wenig Pokalluft hatte schnuppern dürfen, weil er noch für Choi ins Spiel gekommen war. Insgeheim freute ich mich auch ein wenig, dass Granit Xhaka nach einer Verletzungsunterbrechung unter lauten Pfiffen wieder aufgestanden war und weitergespielt hatte, bevor er schließlich auch ausgewechselt wurde, weil es eben der Lieblingsspieler außerhalb der eigenen Mannschaft ist. Kann man nix machen.

Was mich besonders erfreute war, wie respektvoll man eigentlich miteinander umging. Die Gladbacher wurden von uns genauso mit Applaus verabschiedet, wie unsere Jungs vom Gästeblock – jedenfalls teils – und Ewald verabschiedete natürlich auch die Gladbacher Fans, die das winkend und rufend quittierten. Ganz los lässt die „alte Liebe“ wohl nicht, aber das soll sie auch gar nicht. Ich fands eine schöne Szene und einen sehr schönen Abschluss für ein Spiel, das gar nicht so schlecht war, wie das Ergebnis anmuten ließe.

Aber liebe Fohlen, dann geht ihr jetzt auch da raus und lasst euch dieses Mal nicht von einem Drittligisten kegeln, ja? Gewinnt das Ding. Ich würde mich freuen.

Freuen werde ich mich auch auf mein erstes Auswärtsspiel dieses Saison, auch wenn ich mir anfangs nicht ganz sicher war, ob ich hinfahre. Aber: Leipzig, mach dich auf was gefasst.

Jetzt rocken wir halt die Liga. Aber „Welcome To Hell of St. Pauli“ bleibt mir noch ein bisschen im Ohr.

Bis dahin, Forza!