Von Fahnenflucht, Stressern & Steinwürfen – Spieltage 31-33

Saisonabschluss. Eigentlich, sorry Spoiler, geht es um rein gar nichts mehr und trotzdem wollen wir #allezusammen #allesraushauen. Dass ich manche Dinge einfach ein bisschen zu sehr wörtlich nehme und zum letzten Spiel tatsächlich nochmal so alles gegeben habe ist dann halt leider ein bisschen tragisch. Doch von vorn, ein bisschen was fehlt ja noch und dass ich das nachhole, habt ihr schlicht und ergreifend meiner unfassbaren Unfähigkeit den ÖPNFAV (Öffentlicher Pöbelcrew Nah Fern Alles Verkehr) zu nutzen, zu verdanken. Gern geschehen.

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Vorgegriffen: Heimweg, der Rhein und jemand der winkt ❤

FAHNENFLUCHT BEI FORTUNA

31. Spieltag: Fortuna Düsseldorf 1:3 FC St. Pauli

Nun, hier im IC nach Dortmund sitzend, finde ich dann endlich auch mal die Ruhe, noch über das Spiel bei Fortuna Düsseldorf zu schreiben, das mittlerweile auch schon ein paar Wochen in der Vergangenheit liegt. Es hatte ein wenig Endspielcharakter an diesem Freitag, der einer von denen war, bei dem man am liebsten 3 verschiedene Jacken eingepackt hätte und am Ende trotzdem entweder vollkommen verschwitzt oder komplett durchgefroren in dem Parkhaus von Stadion gestanden hätte. Auch die Faschos waren auf Tour und deswegen fuhr die Fraktion Pöbelcrew Süd unerkannt durch NRW, machte Abstecher in Bochum und Wattenscheid, bedachte beide Orte mit  den jeweiligen Hymnen, und stieß schließlich in Düsseldorf am Bahnhof zum Rest der Truppe, die sich eben nicht erst am Stadion zusammen finden wollte. Gemeinsam den letzten Wegrest angetreten und schließlich auch an der Esprit Arena angekommen.

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Ich gebe ehrlich zu, dass ich mittlerweile eine kleine Masse an Spielen gesehen habe und die Erinnerung an die einzelnen Spiele durchaus vermischt bis etwas undurchsichtig geworden ist, aber ich versuche zumindest mal noch eine kurze Übersicht rund um den Spieltag gegen einen direkten Konkurrenten (so wie die anderen 12 halt) zu geben, seht es mir nach, wenn es an manchen Stellen mehr oder weniger ausführlich ist.

Ein kurzes Wort zum Stadion sei mir erlaubt, wer jedoch eine längere Version bevorzugt, dem lege ich den Text aus der letzten Saison ans Herz, weil ich, ohne ihn noch einmal gelesen zu haben, mir nicht vorstellen kann, einen Artikel ohne Stadionbashing geschrieben zu haben. Es ist und bleibt ein fürchterlich herzloses Ding, das mein Mitfahrer bei seinem letzten Besuch bereits für ein Parkhaus gehalten hatte und damit meine Meinung absolut untermauert. Auch der ehemalige Gladbacher hatte nur ein „Ach, das Ding mit den bunten Sitzen, damit es aussieht, als wäre es voll?“ für die Esprit-Schuhkiste übrig. #nuffsaid

Wir erklommen die letzten Stufen bis zum Vorraum des Blocks, eroberten unbedacht noch Bier und Bratwurst, nur um dann beim Eingang zum Stehblock fest zu stellen, dass die Herren in Gelb ja noch die Tickets sehen wollten. Ein kurzes „hier, halt ma mein Bier!“ später, hatten beide Ordner beide Hände voll mit Bierbechern, während wir die Tickets zur Wiedervorlage suchten. Herrlich entspannter Umgang, sowohl am richtigen Eingang, wie auch hier wieder, man verabschiedete sich scherzend und tat das auch später beim Verlassen des Stadions.

Ein kurzer Exkurs, der die Herren der Schöpfung nicht betrifft: Es ist und bleibt ein Unding, dass man für den kompletten Stehblock eine niedrige einstellige Zahl an Toiletten für die Damen vorsieht. Wenn du dir sogar vor dem Spiel, mit noch massig Zeit im Rücken, da Ewigkeiten die Beine in den Bauch stehst, macht das halt per sé schon mal nicht wesentlich entspannter. Und ein entspannter Block ist ein friedlicher Block, just sayin.

Um ihren friedlichen Block fürchteten scheinbar auch die Ordner, als sich die „nicht spinnefeind gegenüberstehenden“ Ultragruppen ein kurzes Tête-Á-Tête lieferten, jedoch lediglich Devotionalien austauschten und kurz schnackten. Zurück zum entspannten Block im Abstiegskampf.

So weit man das halt entspannt nennen kann. Ich war massiv pessimistisch und das war eigentlich ein gutes Zeichen, durfte man aber natürlich nicht selbst so deuten, weil dann wäre da ja wieder dieser tückische Sack von Optimismus mit seinem miesen Kumpel Hoffnung und wenn ich eines nicht gebrauchen konnte, dann einen Kampf über 90 Minuten mit diesen Hauern.

Nun hatten wir im Block Plätze eingenommen, die vielversprechend waren, aber vom Umfeld her zu Beginn recht anstrengend. Als der Anpfiff näher rückte und die Schwenkfahnen ausgepackt wurden, reifte das allerdings zu nahezu unerträglich. Es war der leibhaftige Beweis für Murphy’s Law: Es gab genau zwei Schwenkfahnen und wir stehen direkt neben der, die unerträglich quietscht und knarzt und lauter als der scheiß Support war – scheiß in diesem Sinne sowohl als Prädikat für den Support als auch als stilistisch unterstützendes Fluchwort.

[Erlaubt mir einen weiteren Einwurf: Was zur Hölle ist so schwer daran zu verstehen, wie die Position eines Wortes die Bedeutung des zugehörigen Satzes komplett verändern kann? Wenn ich noch einmal hören muss, wie jemand „Scheiß XY, ihr seid uns weit unterlegen, seid zu schwach, ja und deswegen gewinnen WIR heute nur HIER“ statt „HIER heute nur WIR“ hören muss ist der Griff zu Schellen als Hilfsmittel nicht mehr fern. Kann doch nicht so schwer sein.]

Das Spiel als solches verdiente das Prädikat „scheiße“ allerdings auch, wenn auch weniger als „irre“. Ich fasse einfach kurz zusammen, warum ich es als das empfand, auch wenn das wohl tatsächlich ein eher kurzer Teil wird: Zum Einen startete es direkt ziemlich ruppig, die Düsseldorfer spielten so ellebogenlastig wie eh und je, sodass im Block zahlreiche Gelbe Karten gefordert, jedoch nie gegeben wurden. Bis es dann halt doch den ersten und zu dem Zeitpunkt auch noch einzigen Düsseldorfer traf – innerhalb weniger Minuten gleich zweimal, Ampelkarte, auf Wiedersehen.

Zu diesem Zeitpunkt hatten auch schon zwei Spieler das Feld verletzungsbedingt verlassen müssen: Zum einen unser Bernd Nehrig, zum anderen der Fortune Akpoguma, der sich schwerer verletzt hatte, als es zunächst aussah. An dieser Stelle noch späte, aber herzliche Genesungswünsche – eine hoffentlich baldige und vollständige Genesung! Aber das lieferte für mich auch wieder Grund zum Motzen, weil ich persönlich es ein Unding fand, wenn zwei Spieler direkt vorm Block offensichtlich schwerer verletzt am Boden liegen bleiben, die Ruhe im Stadion (und des Heimblocks) dazu zu nutzen, selbst umso lauter zu supporten. Muss halt nicht sein, auch einer von uns liegt da unten. Der Block war in dieser Frage allerdings sehr zwiegespalten und die Vorsänger definitiv auch, denn während einer abwinkten, ein anderer motzte, warum denn keiner mitmachte und schließlich der erste auch wieder Support einforderte, hatte sich der supportende Teil des Stehblocks eigentlich schon darauf geeinigt, dass man für die Dauer der Behandlung am Feld den Support aussetzte.

Dass man in Überzahl spielt, dürfte bei jedem Fan Zuversicht auslösen, sofern er nicht Braun-Weiß trägt, schließlich tun wir uns mit einem Mann mehr am Feld halt einfach mal so richtig schwer und so war das kein Wunder, dass es phasenweise so wirkte, als spielte Fortuna mit einem Mann mehr und nicht wir. Es kam wie es kommen musste: nur wenige Minuten nach dem Platzverweis  fiel das obligatorische Tor –  nur halt leider das falsche. Rückstand, Überzahl, das Ding war durch,  dachte ich jedenfalls und hatte damit die Rechnung definitiv ohne den Kampfgeist der Boys in Brown gemacht.

Die kuriosen Situationen hatten nur definitiv noch was im Ärmel und das waren unter anderem Freistöße, die von allen für Elfer gehalten wurden, einen weiteren Platzverweis und eine Gelbe Karte NACH Abpfiff direkt vom Gästeblock. Kuriositätenkabinett, aber mein Hirn vermag es gerade nicht mehr in die richtige Reihenfolge – außer natürlich die gelbe… – zu setzen. Am Ende stand es – verdient, versteht sich – 3-1 für die Boys in Brown und da keimte dann doch sowas wie Hoffnung auf.

Auf dem Weg zurück dann noch einen Teil der Kofferraum-Krew aus Aue wieder getroffen und eine recht entspannte, wenn auch lange und umwegvolle Heimfahrt gehabt.

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Very Important Pöbler parken halt auf dem VIP-Parkplatz.

„LEICHT NACH STRESS AUSSEHEND“

32. Spieltag: 1. FC Kaiserslautern 1:2 FC St. Pauli

Eine passende Beschreibung für vieles: einen bestimmten Typ, einen Spieltag, eine Anfahrt … Startend daheim war das erste Ziel des Tages Hagen gegen Mittag und während das Pöbelcrew-Taxi seine Stau-Odyssee scheinbar schon hinter sich hatte, schmetterte ich direkt auf den Stau ganze drei (!!) Kilometer vor meiner Ausfahrt zu und ließ auf mich warten. Am Treffpunkt selbst zum Rest der „Punkte sind nicht so wichtig für die Region wie der FCK“-Bande und wir machten uns auf einen etwas umweg-, stark stau- und schon ziemlich verpätungsbehafteten Weg zum Spiel. Hatten wir vorher ein ziemlich lässiges Zeitpolster so schrumpfte dieses scheinbar mit jedem geschafften Kilometer signifikant bis man schließlich kurz vor Lautern doch unruhig auf dem Sitz hin und her rutschte.

Aber für dieses Spiel hatten wir Glück in Form eines Parkplatzes der Presseleute und Very Important Penises, eeeh… VIPs. So kamen wir dann doch noch rechtzeitig im Stadion an – vorbei an all den leicht nach Stress aussehenden Lautrern, denen wir unsere braun-weiße Identität dann doch lieber nicht unter die Nase rieben. Bis dahin hatte ich auch fast verdrängt, dass zwar die Kontrolle lasch aber das Vorhaben im Stadion etwas zu essen und zu trinken zu bekommen ein umso härteres war. Mal ehrlich, liebe JustPay’ler: Wie schafft man es, mit einem so beschissenen Geschäft, so dreckigem Vorgehen und dermaßen hohen Einnahmen durch miese Art pleite zu gehen? Wie? Einfach wie? Ihr bekommt Milliarden in den Arsch geblasen, weil es nahezu unmöglich ist, beim Zurückholen des auf den Karten verbliebenen Geldes nicht ein Jahr Lebenszeit, sämtliche Nerven oder die gute Laune aufs Spiel zu setzen. Aber mal ab davon: Lieber FCK: Genau eine Stelle um nachher die Becher und die Karten abzugeben, während sich eure Leute an den Getränkeständen, die zumindest eines davon annehmen könnten, die Beine in den Bauch stehen ist halt schon maximal bescheuert wenn nicht sogar berechnend, was das Ganze auf komplett neue Ebenen von „Habt ihr sie noch alle?“ hebt.

Ähnliches würde ich bei der Anzahl der Damenklos anmerken wollen. Aber dass die wichtigen Männer immer noch nicht begriffen haben, dass tatsächlich Frauen auch zum Fußball gehen, wundert mich genauso wenig wie die Schlange vorm Damenklo, wenns nicht mal fünf Kabinen für einen kompletten Block gibt. Super!

Der Block an sich war für mich persönlich, und der zweite Teil der #pblcrw stimmte mir da genervt zu, einer der schlimmsten der letzten Zeit:  Besoffen als hätte es einen Sonderzug gegeben, dämlich in die falschen Richtungen pöbelnd und vor allem dauernd „Wir sind Zecken“-anstimmend. Einfach nur sau nervig, vor allem wenn man die ganze Zeit die Leute mit seinen Schultern trägt, die es weder schaffen „Sankt Pauli“ noch unfallfrei und halbwegs verständlich auszusprechen, geschweige denn auch nur einmal den Takt beim „mit“-klatschen getroffen haben. #antialles

Bei mir wuchsen also minütlich die Aggressionen, nicht zuletzt davon gekrönt, eine Schwenkfahne in die Fresse zu kriegen, weil auch der Fahnenmensch nicht mehr in der Lage dazu war, eine scheiß Fahne fest zu halten – aber Bier holen ging ganz gut, jedenfalls wenn man „sich rücksichtslos durch den Block zu tanken“ als erfolgreich bezeichnet. Kinder, ich bin die letzte die „Fahnen runter“ brüllen würde, vergesst das nicht.

Was hatten wir also? Eine nicht nur leicht nach Stress aussehende pblcrw’in und ein ziemlich verkorkstes Spiel, das genau so war, wie man eines am Betze halt erwartet: Easy bis zur letzten Minute und dann noch fast zweistellig verlieren können, sich aber irgendwie zum Sieg zittern und freuen können.

Bemerkenswert dabei: Nach Abpfiff gab es keinen richtigen Jubel. Alle standen im Block, schauten sich an und hofften, dass es das jetzt war, dass wir durch sind. Aber so richtig freuen konnte man sich noch nicht, auch wenn das natürlich massiv wichtige Punkte waren, die da eingefahren wurden, aber solange eben noch die rechnerische Möglichkeit bestand, doch noch auf einen Abstiegs- oder Relegationsplatz zu rutschen, war für mich noch keine Erleichterung greifbar.

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„1. FC Kaiserslautern – Unzerstörbar!“ … naja, fast.

Für mich eines der Highlights des Spieles: Der eine Moment, in dem die komplette rote, pöbelnd-pfeifende Kurve des FCK hinter dem „1. FC Kaiserslautern – unzerstörbar!“-Banner komplett erstarrte. Keine Bewegung, kein Gesang – geschlagen.

Es folgte eine äußerst entspannte Rückfahrt, gerade für mich, die ich sobald Hunger kein Thema mehr war, seelenruhig auf der Rückbank schlief und erst wieder richtig wach wurde, als ich selbst wieder hinter das Steuer musste. Nicht selbst fahren zu müssen war also super, aber kein Vergleich zur Gesellschaft. Das hat viel Spaß gemacht, ich danke euch!

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EIN STEINWURF WEG VOM HAFEN – DORTMUND IST NICHT HOLLAND, DIGGER. 

33. Spieltag: FC St. Pauli 1:1 Spielvereinigung Greuther Fürth 

Es ist jedes Mal so: Wenn ich sage, dass ich was bestimmt nicht tue und dieses „was“ einen Fußballkontext hat, dürftet ihr gerne Geld darauf setzen, dass ich es doch tu. In diesem Fall war es: „Ich fahr diese Saison nicht mehr zum Heimspiel“, zack, hatte ich eine Südkarte dank des lieben und weltbesten Teddys, und war schon so gut wie auf dem Weg.

„So gut wie“ ist da allerdings das Stichwort. Es folgt: Ein weiteres Kapitel meines Kampfes mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auf Rädern. Da der Trip eigentlich nicht so ganz eingeplant war und vor allem das Konto gequält ächzte ob meiner Pläne, wählte ich für die Hinfahrt die günstigere aber zeitintensivere Anreisevariante mit dem Flixbus. Und bevor ihr motzt, dass ich hier Werbung für ein Unternehmen unterbringe: Es ist alles andere als das. Versprochen.

Bisher hatte ich zu den Menschen gehört, die noch keine Scherereien mit diesem speziellen Anbieter erleben musste, doch dass sich das gleich in solcher Heftigkeit ändern sollte, damit hatte ich, entspannt an der Haltestelle sitzend nicht gerechnet. Mit einer gewissen Verspätung rechnete ich schon aus den bisherigen Erfahrungen, daher blieb ich als eine der wenigen auch dann noch entspannt, als die vierte Linie, die nicht unsere war, anhielt, ent- und wieder belud und ohne uns weiter fuhr. Nach über einer Stunde ohne Verspätungsnachricht wurde allerdings auch ich langsam stutzig.

Bis die Jungs, die mit mir und einer Bremerin dort warteten, wutentbrannt zu uns stapften, um uns mitzuteilen, dass man den Bus ersatzlos gestrichen habe und keine Meldung davon gemacht hatte, sondern uns dort einfach hätte sitzen lassen OHNE uns mitzuteilen, dass sämtliche Tickets auf den nachmittags erst startenden Bus (wohlgemerkt mit über drei Stunden Zeitunterschied!) hatte. Ganz große Arschlochaktion, werte Flixbus-Bosse. Das war mies und zwar so richtig und es kann gut sein, dass dies auch meine letzte Fahrt mit euch war, wenn ihr so zuverlässig und noch viel stärker im Krisenmanagement seid.

Nun hatte ich das Glück, dass ich mich mit besagter Bremerin wirklich gut unterhalten hatte und wir kurzerhand beschlossen, mit dem Auto zumindest gemeinsam bis Bremen anzureisen. Mit vielen Staus, einem erheblichen zeitlichen und finanziellen Mehraufwand und jeder Menge Stress kam ich schließlich doch noch in Bremen an und enterte den Zug gen Hamburg. So hatte ich mir meine Fahrt definitiv nicht vorgestellt, aber ändern konnte man es nun auch nicht mehr. Also ordentlich gepöbelt, sich damit abgefunden und gut war. [Ist das dieses Alt werden? Vor zwei Jahren hätte ich mich viel länger darüber aufgeregt.]

Erst einmal in HH angekommen lieb in Empfang genommen worden, direkt weiter gezogen und einen Abend mit der Bezugsgruppe verpasst, die ich, hätte ich mal Konsequenz in meinem „Ne, diese Saison nur ein Heimspiel!“ walten lassen, definitiv viel zu sehr vermisst hätte. Hoch lebe meine Inkonsequenz. Der Abend war lang, die Nacht kurz und der Deadpool-„Shooop“-Ohrwurm nahezu tödlich. Aber hachja, dafür gibts gar nicht genug Herzchen.

Der Spieltag begann dann mit einem ausgiebigen Frühstück, drei Brötchen für jeden!, und dem langsamen Pilgern zum Millerntor. Das Wetterchen hatte sich der Laune angepasst und so strahlte vom Hamburger Aprilhimmel eine Sonne entgegen, die auch nochmal alles geben wollte. Wir arbeiteten noch etwas an unserem Strahlen, glimmten wir zu dem Zeitpunkt wohl noch eher müde vor uns hin – aber das sollte ja alles noch kommen.

Im Stadion den Stammplatz der Gruppe erobert und sich erst einmal auf den Stufen sitzend im Kräfte sammeln geprobt. Vielleicht sollten wir demnächst eher nach den Spielen los ziehen und nicht am Abend vorher, aber dann kommen ja wieder andere Dinge in die Quere, wie arbeiten. Wobei, wenn es nach manchem Twitterer geht, tu zumindest ich das ja nicht. [Gruß!]

Ich mag zum Spielgeschehen eigentlich gar nicht so viel sagen, aber erlaubt mir Worte zum gewohnten „Drumherum“: Rainer wurde als Stadionsprecher verabschiedet und das stellte für mich eine der wenigen Gelegenheit dar, in denen ein „You’ll Never Walk Alone“ wirklich mal nicht deplatziert sondern regelrecht angebracht ist. Vielen Dank für die vielen Jahre hinter dem Mikro und viel Spaß zurück auf der Tribüne. Alles Gute.

Zum Einlauf/Anpfiff explodierte im Gästeblock stilecht Hulk, jedenfalls ließ die saftige Rauchwolke darauf schließen. Wie immer: Pyrotechnik im richtigen Einsatz ist alles, aber kein Verbrechen, demnach ein hulkfetter Daumen hoch in Richtung der Fürther.

Das Spiel verlief in Etwa so, wie man sich eines vorstellt, wenn man kurz davor nach einer derbe anstrengenden und kraftraubenden Saison den Klassenerhalt klar gemacht bekommen hat [SO nach Würzburg & Bochum!], und dann halt noch die Saison irgendwie zu Ende spielen muss, aber der Druck völlig weg ist, während der befreite Spaß noch nicht ganz seinen Weg zurück auf den Rasen gefunden hat. Mit einem 1:1 war das gut bedient und da konnte auch keiner meckern, wie ich finde. Weder für die Spielvereinigung noch für uns ging es um mehr als Fernsehgelder und dann passte das halt schon.

Zum Abpfiff explodierte bei uns dann noch ein Mini-Hulk und irgendwas in gelb, die Mannschaft ließ sich ordentlich feiern und bis die bei uns angekommen waren, hatten wir fünf mal versucht, „Ein Steinwurf weg vom Hafen“ bis zu T. am Zaun zu transportieren, bei dem wohl leider nur die Geste zu „macht den Kopf kapuuuutt“ ankam, was das Ganze aber nicht minder lustig machte. Egal, wir feierten munter vor uns hin, bis die Mannschaft ihre Runde vor der Süd beendete und sich auch dort gebührend feiern ließen.

Und so hätte ein schöner Fußballtag enden können. Hätte. Aber nein, es gibt ja Leute, die profilieren sich darüber, in massiver Überzahl mal Jagd auf Fürther zu machen. Kannst du machen, dann bist du aber ein Dulli – und was für einer. Gerade auf Fürth, mit denen man so absolut gar keine negativen Verträge hat … aber hey, jeder definiert sein Selbstbewusstsein anders. Wenn ihr dafür mit so vielen auf so wenige ohne Fan-Utensilien und in Laufspiele gehen wollt, bitte – aber sucht euch doch vielleicht Leute, die Bock drauf haben, sich mit euch zu keilen. Davon soll es ja genug geben.

Wir ließen den Tag nicht bei Freibier und am Knust, sondern in der Nähe davon und mit ganz viel Ruhe in der Sonne ausklingen. Nach einer solchen Saison soll durchatmen ja auch mal erlaubt sein. Genau dafür hatte ich mir auch noch den Montag freigeschaufelt und wollte erst gegen Abend den Heimweg wieder antreten, damit ich den Tag über noch mit den lieben Menschen verbringen konnte, die die Saison über viel zu kurz gekommen sind. Ein richtig dickes Herz an euch, der Tag war ein wirklich schöner und ich hab die gemütlichen Treffen mit euch sehr genossen. ❤

Dass wir den Tag dann vielleicht ein wenig zu entspannt ausklingen ließen, endete in meiner wahren Öffi-Misere: Während sämtliche [!!] Bahnverbindungen in HH ankommend mindestens 30 Minuten Verspätung vorzuweisen hatten, kam mein gebuchter ICE natürlich pünktlich und wurde trotz rekordverdächtigem Sprint um EINE verdammte Minute verpasst. Eine. Ärgerlich. Kurz den Bahnhof zusammengeflucht, sich dann zusammen gerissen und eine Alternative dank Pflichttermin am nächsten Morgen gesucht, wie ich denn bitte noch pünktlich heim komme.

Es fand sich eine, teuer und nur halb bis nach Hause, schließlich würde ich in Dortmund  stranden, irgendwann nachts, und musste nun auf Kulanz von daheim hoffen. Da ich D. schon mal aus Holland auf einen Dienstag abholte, verlief das Gespräch in etwa so:

„Kannst du mich später in Dortmund abholen?“

-„Orrr…  ernsthaft?“

„Ey! Dortmund ist nicht Holland!“

-„…“

Mit 57 (!!!) Minuten Verspätung kam ich schließlich mit dem teuren und nicht einmal kontrollierten Ticket des Nachts in Dortmund an und ärgerte mich, dass wir nicht noch drei günstige Minuten länger hatten im Niemandsland stehen bleiben können. Aber nein, so wurde es unnötig teuer, langwierig und ungemein anstrengend – ein weiterer Beweis dafür, dass die Öffis und ich einfach niemals so richtige Freunde werden können.

Nun gut, aber die Fahrt war es definitiv wert und allein schon um die Magischen Otter vor der Sommerpause noch einmal fest drücken zu können hätte ich die Fahrt direkt nochmal angetreten.

Alles halb so wild also, aber Dortmund ist halt nicht Holland.

Ein Steinwurf weg vom Hafen, da steht das Millerntor,

da kann man gern vorbei schauen, man hat ja sonst nichts vor,

braun-weiß sind unsere Farben, braun-weiß ist unser Blut,

wir nehmen auch gern mal Drogen, das macht den Kopf kapuuuuuutt ❤

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