Archiv für den Monat Februar 2017

Couchgepöbel International Vol.2

Eine Reise nach Südamerika – so ganz ohne Fußball? Das geht doch gar nicht und nicht zuletzt, weil es in Südamerikas Großstädten an jeder Ecke Käfigplätze mit Betonboden und kaum einem unbelebten Eckchen gibt, auf dem kein Fußball gespielt wird oder das Trikot des Nationalmannschaftshelden ein absolut taugliches Kleidungsstück für alle – und damit meine ich auch alle! – Anlässe ist. Eine Reise auf dieses Fleckchen Erde ohne dem Fußball zu begegnen ist nicht zuletzt für Fußballmenschen schlicht nicht möglich. Und so wundert es nicht gerade, dass es mich, trotz aller Befürchtungen, bei meinem zweiten Besuch auf dem südlichen Teil des Kontinents mal wieder in ein Stadion verschlagen hat. Es geht einfach nicht ohne.
Mich verschlug es zu einem Zeitpunkt nach Kolumbien, in dem das normale Ligageschehen schon längst durch war: Hier geht es nämlich nach einem klassischen Ligasystem und schließlich über Playoffs zum Titel des Landesmeisters, und zu meiner Ankunft in Bogotá fand sich dort kein Spiel mehr, das zum Aufenthalt in der Stadt passte und tatsächlich zu besuchen wäre. Nahezu enttäuscht schrieb ich das Ganze weitgehend ab – bis zu unserem letzten Stop in Medellín. Dort hing auf einmal die zweite Austragung einer Begegnung in der Luft, das statt einer Verlängerung oder Elfmeterschießen angesetzt wird, wenn eines der Playoffspiele unentschieden bleibt.
Ich musste glücklicherweise nicht allzu viel Überzeugungsarbeit bei der Truppe leisten, spielte meine primäre Reisebegleitung doch selbst lange (und auch in Kolumbien noch) Fußball und der Kanadier im Bunde war ein dermaßenes Sport-As, dass es auch dort nicht vieler Worte der Überredung bedurfte, bis wir uns – samt dem Rest des Hostels, jedenfalls gefühlt (btw, Schleichwerbung: The Black Sheep @ Medellín ist beste! Happy Buddha geht sonst auch) – die Karten besorgten.
Das Spiel an sich war nun, wie gesagt, die zweite Austragung der Begegnung von Atletico Nacional aus Medellín und Independiente Santa Fé aus Bogotá – das Halbfinale um den Pott der Landesmeister. Bei diesem Spiel musste es eine Entscheidung geben und … naja, ich greife nur ein wenig vorweg, wenn ich sage, dass die recht deutlich ausfiel.

Die Vorfreude war bei mir immens. Mein letztes Spiel in Südamerika wird mir vermutlich auf ewig in Erinnerung bleiben und diese Atmosphäre, die man doch hatte zu spüren bekommen, hoffte ich nun, in anderem Maße – zugegeben, auch in Kolumbien noch einmal erleben zu dürfen. Unser Fußballtag begann mit einem ausgiebigen Frühstück auf der Hand und einem kurzen Abstecher in Medellíns Zentrum, um uns die Stadt mal noch näher anzusehen. Überall kamen uns noch mehr Trikots als sonst entgegen und das ist hier echt nochmal ein ganz anderes Ausmaß. Jeder zweite trug ein Trikot, von denen vermutlich nicht mal ein Viertel eines der Originalen ist – aber das ist halt auch völlig egal, denn die regulären Trikotpreise liegen hier auch nicht humaner als Zuhause in Deutschland.

Es lag irgendwie etwas in der Luft, aber so richtig wie vor einem entscheidenden Spiel wirkte es nicht. Auch in unserer Gruppe, die sich später im Hostel zum gemeinsamen Biertrinken einfand – manche Dinge sind halt überall gleich – herrschte noch blanke Unwissenheit über den Grad der Kuriosität dieses Spiels, das wir später am Tag noch erleben würden. Es fand sich eine angenehme Gruppe zusammen, die aus allen Teilen der Welt aus den unterschiedlichsten Gründen in Medellín in einem der beiden oben genannten Hostels abgestiegen war, und überall entbrannten schnell Diskussionen über den Fußball in eben den verschiedenen Teilen der Welt. Andere Bekloppte waren schnell gefunden und man tauschte sich aus – über Ticketpreise, Dauerkarten, Auswärtsspiele mit und ohne Gästefans, den ganz normalen Wahnsinn eben.

Irgendwo in diesem Wahnsinn, machte sich die Truppe auf den Weg Richtung Stadion und wer nun bis hier her gelesen hat, um zu erfahren, wie ich mich auch in Kolumbien mit den Bussen verfranzte und ein „How to not take the bus 101 Part 2“ erwartete, den musste ich leider enttäuschen, die komplette Chaoscrew füllte nämlich einen Kleinbus und einen normalen und kutschierte uns quer durch die Stadt bis in die Nähe des Estadio Atanasio Girardot.

Etwa zwei Blocks vom Stadion entfernt schmiss man uns aus den Bussen und parkte uns direkt vor einem Kiosk, der den Spieltagsalltag definitiv gewohnt war und nicht nur dank uns mit dem Nachräumen der kalten Getränke bei sommerlichen gut 25° kaum hinterher kam. Die Diskussionen setzten sich hier fort, man sang die verschiedensten Lieder von Clubs, die ich nicht mal vom Namen her kannte und irgendwie waren die Gringos los. Aber es war toll. Es war einfach toll, keine Ahnung zu haben und sich in einer Gruppe von genauso ahnungslosen aber doch irgendwie gleichgesinnten zu amüsieren. Es hatte was, abseits vom Geschehen des eigenen, des Herzensvereins, einem Verein beizuwohnen, dem ein wichtiges Spiel bevor stand, und zu wissen, dass unsere Welt nicht unter gehen würde, ginge es schief. Dem Himmel sei Dank, dass es so wahr.

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„GRINGOS – ASSEMBLE!“ Wir nahmen unsere Unwissenheit durchaus mit Humor, ließen uns aber definitiv auf den Spieltagswahnsinn ein. Hier ein mini Ausschnitt der Gruppe nach dem Eindecken mit den Jerseys. 

 

Ein paar Drinks später, deckte man uns kollektiv mit Trikots ein. Wer mich kennt, weiß, dass ich definitiv nicht zu den Leuten gehöre, die keine besitzen oder niemalsnicht eins gekauft haben, aber ich kaufte in den letzten Jahren eigentlich keine mehr – nicht mal vom eigenen Verein. Hier konnte man sich nicht mal wehren: Es waren besagte „so gut wie original, aber irgendwie cooler“-Trikots für 5 Euro das Stück und das war uns der Spaß definitiv wert. So ging es für uns dann immerhin in gleichem Look – denn selbst unsere Trikots unterschieden sich zum Teil gewaltig – Richtung Kartenausgabe und erlebten noch eine Überraschung:

„Anyone’s still wearing a belt? You need to get rid of those or they won’t let you in.“

Okay. Also den Gürtel musste ich bisher auch noch bei keinem Spiel abgeben, aber generell stellten sich nach und nach die Sicherheitsvorkehrungen als deutlich krasser denn daheim heraus. Neben den Gürteln mussten auch sämtliche Taschen, Powerbanks und sogar Feuerzeuge und Zigaretten (nicht nur die Feuerzeuge) direkt im Bus deponiert werden, weil man sie uns wohl sonst abnehmen würde. Okay. Es herrschte ein wenig Verwirrung, aber wir leisteten Folge, auch wenn die ein oder andere Hand später stets an der Hüfte ruhte, um den Hosen wenigstens etwas Halt zu geben. Der etwas andere Wahnsinn.

Als wir uns schließlich allem potentiell gefährlichen entledigt hatten, gab es für uns die Karten, die mit weniger als zehn Euro durchaus erschwinglich für ein Halbfinale der Landesmeisterschaft war – um damit die Untertreibung des Jahrhunderts für mich zu beanspruchen. Unsere Plätze waren genau auf der gegenüberliegenden Seite von der Kurve der Nacional Supporter, aber von Gästen war während des gesamten Abends nichts zu sehen. Bisher hab ich es allerdings nicht herausgefunden, ob das vor Jahren mal angesetzte Trikotverbot für Gästefans noch gilt oder man diese mittlerweile komplett aus den Stadien verbannt hat. Auf der anderen Seite stellte sich wohl auch die Frage, wer die Distanz von Bogotá nach Medellín auf sich nahm, sind es doch 400 Kilometer, die sich definitiv nicht so komfortabel auf dem Boden reisen, wie es bei uns der Fall wäre.

Der Weg zum Stadion war theoretisch ein kurzer, praktisch kamen wir in  – meine Erinnerung mag mich jetzt hier um eine mehr oder weniger trügen – mindestens vier Kontrollen. Und zwar nicht so, wie es hier schon mal üblich ist: Einmal grob die Karte, dann die Karte genauer, schließlich die Einlasskontrolle und dann der Kartenscanner – weit gefehlt. Allein die ersten drei Kontrollen waren Ganzkörperkontrollen – jedenfalls wenn man männlich war. Wir Frauen durften einfach weiter laufen, weil dort eben keine Polizistinnen standen, sondern nahezu ausschließlich männliche Polizisten. Ja, richtig gelesen: Die Stadionkontrollen erfolgen alle ausnahmslos durch die Polizei. Hierzu, und dem Gefühl, das die Uniformierten in einem solch gespaltenen Land wie Kolumbien hervorrufen an anderer Stelle, vorzugweise persönlich, gerne mehr, hier ist allerdings nicht der Platz dafür. Ungewöhnlich war es zumindest für mich und ehrlich gesagt erstaunte es mich, dass wir doch alle vollzählig in einen der inneren Bereiche des Stadions vordringen konnten, hatte es doch ein sprachliches Missverständnis mit einem aus der Gruppe gegeben, der sich wenige Sekunden später schon mit verdrehten Armen und der Wange auf dem Teer wieder fand. Das konnte zum Glück ausgeräumt werden und so standen uns nur noch die restlichen hundertundzwei Kontrollen bevor.

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Irgendwann hatten wir allerdings auch die letzte hinter uns gebracht und es ging endlich – endlich!- in die Kurve. Was man von außen noch gar nicht hatte erkennen können, war die kessel- oder eher schüsselartige Form des Stadions, das nicht von wirklich hohen, aber doch recht steilen Tribünen geprägt ist und gewohnt komplett unüberdacht dem ewigen Frühlingswetter in Medellín trotzt. Dass das der Stimmung überhaupt keinen Abbruch tut, könnt ihr euch später noch in einem Video ansehen, das ich behelfshalber auf Twitter hoch lud. Eine markante Eigenheit begeisterte mich gleich von dem recht alten, aber zu einer Jugendweltmeisterschaft sanierten Stadion: Flutlichtmasten. #flutlichtmastenultras

Im Block gab es zwar Sitzschalen, doch da gerade unser Ende des Stadions nicht so wirklich toll gefüllt war (bei uns gabs die Vermutung, dass die Ecke für Touristen gerne genutzt würde, weil wir alle irgendwie recht … verloren auf diesen Rängen aussahen) stand man eigentlich mehr, als dass man saß. Die Atmosphäre vor dem Anpfiff war eine amüsante Mischung aus der hitzigen Stimmung in südamerikanischen Stadien und der amerikanischen „You need to eat every second you’re here“-Weise des Sportkonsums. Dauernd kam ein Verkäufer vorbei, der dir wohl zur Not auch noch ein Schnittchen mit Caviar oder ein Wiener Schnitzel hätte besorgen können, denn das Angebot variierte von Runde zu Runde von HotDogs (die ekligsten, die ich je aß), über Popcorn (das Grundsatzdiskussionen auslöste – salty, sweet) bis hin zum gewohnten Trinkwasser in Plastiktüten. Man schlug sich den Bauch voll, quatschte weiter ausgelassen und sog etwas von der Stimmung auf, die immer noch nicht so richtig greifbar war. Alle waren da und sie waren auch laut – aber die Anspannung, die man von einem entscheidenden Halbfinalspiel erwartet hätte, ging einem völlig ab. War einfach nicht da.

Es brandete kurz etwas auf – eine Art Welle schob sich grollend durch das Stadion, als die Mannschaften das Feld betraten, um dem Anpfiff entgegen zu treten, doch selbst da fühlte es sich eher als unbändiger Stolz auf die Mannschaft an, denn als „Hoffentlich kommen wir ins Finale“. Der amtierende Copa-Sieger Nacional ließ seine Lieder ertönen, die mir jetzt noch eine Gänsehaut auf die Arme treibt und zack, war ich im Fußballfieber.

Rundherum sah man im Stadion Banner, die definitiv nicht in spanisch bedruckt waren: Komische Schriftzeichen, für uns nicht zu entziffern, die verdächtig nach japanischen aussahen. Wo war denn bitte der Zusammenhang? Für Fans der erfolgsumwobenen Vereine dürfte sich langsam ein Bild abzeichnen, warum ich dieses Spiel als so kurios empfanden habe, doch wer nur ein schnödes Zweitligamädchen ist wie ich, den dürfte auch das noch ahnungslos lassen. 20161211_185800

Das Spiel begann furios. Gleich in Minute sechs segelt der Ball denkbar dämlich ins Tor – natürlich der Grün-Weißen und nicht der Gäste aus Bogotá. Das war nahezu Slapstick und hätte genauso gut in jeder Kreisliga passieren können, nur hätte man da eine Kiste spendiert oder die Weihnachtsfeier ausgetragen, aber hier? Nein, quatsch, im Halbfinale machte man das gleich nochmal und lag nun schon mit zwei Toren hinten. Wie konnte man denn nur so nachlässig verteidigen? Nacional war chancenlos gegen die Klassen besseren von Independiente.

Und schließlich dämmerte es auch uns Kamelen: Die Mannschaft, die dort in den Farben der Trikots, die wir trugen, auf dem Spielfeld eine solch desaströse Vorstellung ablieferte, war nicht mal die erste Mannschaft, geschweige denn die Zweitbesetzung: Der komplette, gewohnte Kader war in Japan – zur Klubweltmeisterschaft. Atlético Nacional war der amtierende Sieger der Copa Libertadores und demnach qualifiziert zur Teilnahme gegen all die anderen Top-Teams der Welt und während wir uns noch darüber austauschten, ob uns die Liga und damit der mögliche erneute Gewinn der Landesmeisterschaft oder eben die Teilnahme an der Klub-WM wichtiger wären, bereitete sich der Kader der „normalen“ 1. Mannschaft auf die weiteren Spiele in Japan vor.

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Als auch wir es dann begriffen hatten, erklärte sich die komplett entspannte Atmosphäre: Hier waren  25.333 Fußballfans zusammen gekommen, um sich ein Spiel anzusehen, das von der Bedeutung her kaum mehr als ein Freundschaftsspiel wog. Jugendspieler liefen auf, um gegen eine gestandene Erstligamannschaft anzutreten – und sich leider völlig demontieren zu lassen. Aber bei aller Liebe: Die Stimmung war selbst bei diesem desolaten Spiel, das in Zahl mit einem null zu vier aus Sicht Nacionals noch sehr schmeichelhaft ausging, besser als in so manchem Stadion in der Bundesliga, wenn die eigene Mannschaft gegen einen verhassten Gegner führt. Beeindruckend. Der Support, der Rückhalt, die Begeisterung für ein Spiel, das jeglicher Bedeutung entbehrte, weil man sich dafür entschieden hatte, in einem Turnier mit Real Madrid anzutreten und dafür die Landesmeisterschaft nahezu hinwarf. Es hätte einem wahren Fußballwunder entsprochen, wäre dieses Spiel irgendwie anders ausgegangen, als mit vier Toren gegen das Heimteam.

Und trotzdem diese Fröhlichkeit. Dieser Stolz, das eigene Team so fern der Heimat auftreten zu sehen – das war greifbar. Ihr hättet die Anzahl der Banner sehen sollen: Das ganze Stadion war eine Nachricht auf japanisch. Diese Menschen standen voll und ganz hinter der Teilnahme an der Klub-WM. Und man mag ja über sie witzeln, wie es einem beliebt, aber diese Begeisterung wird mir so schnell nicht aus dem Kopf gehen.

Hey, Atlético Nacional, euch seh ich bestimmt nochmal. Vielleicht ja bei der Copa?

Es war ein schöner Ausflug, ein neues Stadion, ein neuer Länderpunkt und eine völlig neue Erfahrung für mich. Die Stimmung, das deutlich rhythmischere der Gesänge, die gleichzeitig auch viel melodischer und weniger … monoton sind als in den heimischen Stadien macht mich noch immer neidisch – aber eben auch jede Menge Lust, noch mehr Stadien zu besuchen, dort auf diesem wunderschönen Fleckchen Erde. Wir feierten jedenfalls das Ausscheiden eines Clubs noch bis in die Morgenstunden in irgendeinem Garagenclub in Downtown Medellín zu Salsa, Reggaeton und Tequila. Es geht kaum besser.

 

 

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Wir sind nicht die Hertha.

Der FCSP spielt in Bielefeld und die Arminia gehört zu den Vereinen, die ich nun mal gar nicht mag. Das ist fast gleiches Level mit Sechzig und dementsprechend fällt der Text heute aus. Wer auf der Suche nach Kuschelrock ist, suche bitte auf einem anderen Blog weiter, hier folgt ein Rant über Geschehen auf dem Feld, vor dem Feld und neben dem Feld. 

Bielefeld. Es ging mal wieder nach Ostwestfalen und da Fußballfans ja nun doch manchmal lernfähig sein sollen, entschloss ich mich, gerade im Hinblick auf die Fahrten nach München und Hamburg, dann doch für die kostengünstigere Anreise mit dem Zug, statt mit dem Auto, auch wenn die ungefähr drei Stunden länger dauerte, aber immerhin den Weg vom Bahnhof zum Stadion erleichterte – denn man musste ja nicht noch von der Uni aus laufen. Dass dieses Vorhaben auch die Zugabfahrt um kurz nach sieben und vier Stunden Herumgurken durch die weniger schönen Teile Nordrhein Westfalens beinhaltete, hatte ich bei der Planung konsequent verdrängt. Aber nun gut, fuhren wir halt Zug. [Poetischer wirds heute nicht mehr, Freunde.]

Mit dem richtigen Proviant war das dann auch recht gut auszuhalten und hätte ich nicht beinahe meinen Umstieg in Hamm verpasst, wäre das auch alles durchaus entspannt gewesen. So hechtete ich hinter dem anderen Totenkopf-tragenden Mob her und schloss schließlich zur zweiten Hälfte der Pöbelcrew auf.

Gemeinsam ging es auf die letzte Zugstrecke bis nach Bielefeld und im Zug traf man dann auch schon die Gegnerfans des heutigen Tages: Freche Halbstarke, deren Playlist zwar Potential hat, die aber wirklich noch ausbaufähig ist. Leute! da fehlt Blümchen. Und Scooter. Und CL5… is‘ ja gut, zurück zum Fußball.

Mit der Ankunft am Bielefelder Bahnhof, entschloss sich das Wetter dann auch dazu, sich den Gästen anzupassen und packte herrlichstes Hamburger Wetter aus, sodass wir noch eine Weile am Hinterausgang unter dem Dach verweilten, aus Versehen an einer Gruppenbesprechung der Hundertschaften teilnahmen und unsere Bedenken, dass der eine Polizist, der in der Zweierreihe alleine gehen musste, vielleicht verloren gehen könnte, unerhört blieben. Frechheit! Schließlich lichtete sich der dichte Regen etwas und auch wir traten den Fußweg zum Stadion an – gewissenhaft alle Dresdener Sticker überklebend, versteht sich.

Am Stadion dann noch sehr liebe Menschen getroffen, Tickets für München eingesackt (Brace yourselves, die Pöbelcrew kommt!) und auf ein, zwei Kaltgetränke zum Schnack geblieben, bevor es schließlich an die Kontrollen ging. Und hier könnte jetzt ein etwas längerer Rant folgen.

Zum Ersten aber: Weiß jemand, wofür die Kontrollen gefilmt wurden? Ich wüsste gerne, wo man mich dann demnächst in meiner vollen Schönheit bewundern darf.

Jedenfalls wurden die Kontrollen am Einlass gefilmt und waren dementsprechend gründlich. Auch wenn sich die Ordnerin in meinem Fall nahezu entschuldigte, aber das war echt lächerlich. Das was man ihr lassen kann ist jedenfalls, dass sie gründlich war: Schließlich fand sie Sticker in meinem Portemonnaie, von denen nicht mal ich wusste. Gut, stickerlos ging es für mich ins Stadion, aber immerhin brachte der Rest ein paar Sticker mit hinein, sodass die Alm nun doch etwas schöner aussieht als vorher, wo sich die Pöbelcrew nun doch noch dort verewigt hatte.

Ich mag sie einfach nicht. Die Arminia mit ihren Schwarz-Weiß-Blauen Farben, die Fans, die Ordner, die doch eher Bock auf ein Treffen am Feld, als am Spielfeldrand haben, diesen fürchterlichen Gästeblock, der ein architektonischer Trauerfall ist und einfach … Bielefeld. Manchmal hat man ja diese Dinge, die man einfach nicht leiden kann und ich mag und muss mich dafür nicht rechtfertigen, aber es ruft bei mir nicht viel mehr als die Lust „Scheiß Arminia Bielefeld“ zu brüllen hervor. Isso, kann ich nicht ändern und will ich eigentlich auch nicht.

Demnach brüllte ich aus vollster Fußballseele die nicht sonderlich schmeichelhaften Gesänge vor dem Spiel mit und freute mich aber genauso, dass sie mit Anpfiff verstummten, um Platz für den Support der eigenen Mannschaft zu machen. Von dem erwartete ich übrigens anfangs nicht sonderlich viel, weil die 700 Rest-Tickets einfach eine nicht sooo volle Gästehütte versprachen und ich irgendwie kein gutes Gefühl hatte, was den lautstarken Support anging. Zum Glück überraschte mich das Gegenteil, es fetzte doch recht gut und vor allem die Wechselgesänge müssen wohl ganz gut hörbar gewesen sein, wie es mir zugetragen wurde. Ich sah dank der bescheuerten Bauweise und unserem späten Einzug in den Block mal wieder herzlich wenig, aber Fußball sehen kann ich halt auch noch, wenn ich im Rentenalter auf die Haupt umziehe und noch mag ich ihn eher erleben. Und das geht im engen Stehblock, auch wenn man die Hintermänner am liebsten die Nase geboxt hätte.

Hinter mir war man nämlich der Meinung, die Jungs auf dem Feld machten alles falsch. Jedes Mal wenn Cenk den Ball im Angriff abspielte – was übrigens etwas ist, das ich mir die letzten Wochen gewünscht hätte, statt sich fest zu dribbeln – wurde darüber gemotzt. Zog er mit dem Ball mal bis zum Sechzehner – wurde gemotzt. Atmete er vielleicht auch nur etwas außerhalb des Takts – wurde gemotzt.

Ja, das ist vielleicht etwas übertrieben, aber dieses Dauergemotze nervte. Wie Sau. Egal was sie machten, es war falsch. Wie mich sowas ankotzt: Dauermotzen, aber kein Tönchen des Supports – nein, im Gegenteil, dann noch über die Motzen, die supporten. Andauernd kam „So ein scheiß Lied!“, ja dann mach den Mund auf und stimm was anderes an? Dass bei uns Lieder durchaus auch mal von anderen Ecken kommen, als von vorn auf dem Zaun, ist ja nun nicht wirklich selten. Warum motze ich dann nur, statt selbst mal etwas zu verändern?

Mich motivierte das Gemotze jedenfalls noch lauter mitzusingen, nur um den werten Herrn zu ärgern und dass das nicht wirklich erwachsenes Verhalten ist, geht mir gepflegt am Allerwertesten vorbei. Wisst ihr Bescheid.

Was mich allerdings noch ärgerte, war das dauernde Fordern nach ausgedehntem Zeitspiel in der Ecke in der ich stand. Mal ehrlich: NOCH ausgedehnter? Mir ging das ja jetzt schon auf die Nerven, wie viel Zeit da rausgeschlagen wurde und so richtig wunderte mich die Nachspielzeit dann nicht, auch wenn ich fünf Minuten anfangs für eeetwas überdimensioniert hielt. Als mein Lieblings-Motz-Hintermann dann anfing zu brüllen, Heerwi solle sich doch verdammt nochmal mehr Zeit lassen, brüllte ich zurück:

„Wir sind doch nicht die scheiß Hertha, Mann!“

Tjoa. Dachte ich. Und dann gibt es halt fünf Minuten Nachspielzeit, Rumgeeiere im Sechzehner und den Ausgleich in gefühlt der 90+6. Minute. Doch ziemlich Hertha-like.

Da dürften die Gemeinsamkeiten dann aber auch aufhören. Will ich jedenfalls hoffen.

Nunja, ich mag mich nicht weiter an Vereinen abarbeiten, die ich nicht leiden kann. Daher: Was bleibt?

Ein Punkt ist ein Punkt und ein Punkt gegen einen direkten Konkurrenten ist ein guter Punkt. Trotzdem fühlte es sich mehr nach zwei verlorenen als einem gewonnen an. Alle haben 18 Punkte, Platz 15 und abwärts, und die nächsten Spiele sind einfach enorm wichtig gegen den Abstieg. Es war aber keine Vorstellung eines Absteigers und das gibt Hoffnung, auch wenn es jetzt daheim gegen Karlsruhe und auswärts gegen München geht.

Was außerdem bleibt ist ein verdammt gutes Banner von NKSP, hinter dem ich nicht nur im übertragenen, sondern auch im wörtlichen Sinne stehe: „Gegen den deutschen Opfermythos.“ Gerade im Lichte der aktuellen Diskussionen, die von Leuten außerhalb von Fußballstadien über Banner INNERHALB von Stadien geführt wird, und allein deswegen schon völlig unnötig ist, ein richtiges Zeichen. Wenn wir anfangen uns Banner von außen absegnen zu lassen, verlieren sie nicht nur jede Glaubwürdigkeit sondern auch jede Wirkung.

Und eigentlich hab ich gerade auch gar keine Lust mehr, irgendwas dazu zu sagen. Es gibt genügend Leute, die darüber reden, dann muss ich das nicht auch noch tun. Daher: Wir sehen uns in München. Wer sich auf ein Bier treffen mag, haue doch mal kurz eine PM in die Tasten. Ansonsten: Stabil bleiben & Nazis aufs Maul.

Bis dahin. #pblcrw

 

 

 

 

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Ihr auf dem Rasen und wir auf den Rängen!

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Scheiß Braunschweiger – ihr seid uns

weit unterlegen – seid zu schwach

ja, und deswegen …

gewinnen hier – heute nur wir!

Wir fahren nach Braunschweig. Als Tabellenletzter, zum Tabellenersten. Das kann nur eine Katastrophe werden. Also, hinfahren. Klatsche abholen. Heimfahren. Weitermachen. …Oder doch nicht?

Die erste Fahrt nach sehr, sehr, sehr langer Abstinenz war sehnlichst erwartet – mit der Ausnahme von neunzig Minuten Fußball eben. Nachdem ich im Dezember dank meiner kleinen Tour durch Kolumbien die beiden Auswärtsspiele in Fürth und Heidenheim verpasste, begann für mich die Rückrunde nun auch erst mit Braunschweig. Es war nicht mein erstes Intermezzo mit den blau-gelben Löwen und das letzte blieb auch nicht wirklich in sonderlich guter Erinnerung, mit einem Sprint in Sicherheit, weil man sich offensichtlich von meinen massiven Oberarmen, meinen KungFu-Künsten oder sonst irgendwas vollkommen fiktionalem provoziert fühlte. Nun ja, alte Geschichten.

Es sollte allerdings auch nicht nur die erste Fahrt im neuen Jahr sein, sondern eben auch die erste Fahrt seit Oktober, die die Pöbelcrew in kompletter Besetzung und nun sogar mit so vielen Stickern, dass wir Braunschweig hätten tapezieren können, gemeinsam antrat. Und damit es noch besonderer würde, hatten wir noch jemanden im Gepäck, der noch nie zuvor bei einem Fußballspiel im Stadion war. Konnte doch nur gut werden, oder?

Die Mitfahrerin wurde sogleich mit unserer Auswärtsalleswieimmerasozialplaylist konfrontiert und da scheint bleibender Eindruck hinterlassen worden zu sein – ob positiv oder negativ, das lass ich nun mal bewusst ganz  offen. Auf einer Raste noch Überbleibsel von Magdeburg überklebt, weil das kann man ja nicht so lassen und dann ging es auch schon auf das letzte Wegstück Richtung Braunschweig.

Da mir die ätzende Parkplatzsituation noch aus der letzten Saison gut in Erinnerung geblieben war, nahmen wir dankbar die Chance an, bei den Braunschweiger Bekannten der Mitfahrerin parken zu dürfen und wurden dort sogar noch mit einem leckeren Frühstück empfangen. Gibt also doch gute Braunschweiger! Oder aber sie wollten uns nur besänftigen und die Pöbelgrundlage klauen oder so…

Aber weit gefehlt. Wir machten uns schließlich auf die letzten Meter zu Fuß auf und taten das dann doch lieber, ohne den Seidenschal blitzen zu lassen … man weiß ja nie. Und vor allem in meiner Lieblingsstraße, nun ja.

Jedenfalls kamen wir soweit unbehelligt am Stadion an und dann mit dem leichten Wahnsinn im Kopf, dem ausgedruckten Wahnsinn in den Jackentaschen und voller Belegschaft hinein ins Stadion. Die Lieblingstruppe aus Hamburg war auch schnell gefunden, viele einzelne von den üblichen Verdächtigen dieses Mal aber leider nicht. Nächstes Mal! Joa, und dann konnte ja alles losgehen. Musst es wirklich? Es war doch grad alles so schön friedlich, da muss uns doch Fußball nicht schon wieder alles verderben…

Nun ja, der Anpfiff kam und wir hatten mit den vier Mann am Zaun auch definitiv schon mal die Aussicht auf zumindest flächendeckenden Support, wenn denn auch alle mitmachten, die einen Blick auf einen der Vier erhaschen konnten. Vor dem Block standen die Ordner, stilecht mit Sankt Pauli Mützen ausgestattet, was uns ein leichtes Schmunzeln entlockte, und zum Teil, wie im USP Video zusehen, auch definitiv mehr braun-weiß im Herzen als blau-gelb.

Als ich da dann so im Block stand, vor mich hin sang und grinste, obwohl ich gar nicht wusste warum, fiel mir auf, dass mir das doch ganz schön gefehlt hat. Ich hab mir zwar in Kolumbien noch ein Spiel des Landespokalviertelfinales ansehen können, aber das ist ja doch irgendwie etwas ganz anderes. Viel lieber steh ich mit meinen Leuten in meinem Gästeblock (Ja, der ist mir, da macht ihr nichts.) und supporte meine Mannschaft. Auch wenn ich die ganze Zeit im Hinterkopf diesen nagenden Gedanken hatte, dass alles nur so lange gut ginge, bis die komischen Löwen, die ich scheinbar generell unsympathisch finde, wenn ich da mal an die Sechziger aus München denke, mit dummem Dusel ein Tor gegen unsere sonst gut stehende Abwehr erzielen würden.

Irgendwie sahen das unsere Boys in Brown aber etwas anders: So wie ich das sah, spielten sie mutig und forsch voran, schlugen die Bälle nicht immer kopflos aus dem Sechzehner, auch wenn die Wünsche danach zumindest mit einem Dudziak am Ball durchaus nochmal lauter wurden, aber irgendwie war das wenn schon kein anderes Team, was das spielte, dann zumindest eine komplett andere Spielweise. Die Jungs packten da Pässe aus, die ich mich an Braunschweiger Stelle nicht getraut hätte und wir waren verdammt nochmal letzter. Oder sind es. Aber darum geht es ja, diese ständige Angst endlich aus dem Kopf  zu bekommen und mutig aufzuspielen. Genau das taten die Boys in Brown.

Klar, das war noch keine Vorstellung eines Aufstiegsapiranten, das wäre dann doch ein wenig  sehr verwunderlich gewesen, aber bis auf Dudziaks Zitterbälle lief zumindest auf der rechten Seite viel richtig, während Park uns auf der linken Seite völlig umzimmerte. Was spielte der ein geiles Stück, eh! Die Braunschweiger waren im Gesamten nicht so wirklich so stark, wie man zuvor erwartet hätte, standen sie doch ganz oben in der Tabelle und danach sah ihr Spiel nicht so wirklich aus.

Was hatten wir also? Ein Spiel mit erstaunlicher Rafinesse und Support mit Schmackes. Kann man wirklich nicht anders sagen, denn ich hatte zum ersten Mal seit längerer Zeit an unserem Support nichts zu mäkeln. Im Gegenteil: Ich hatte Spaß an der Abwechslung, die doch drin war und altbewährtes ging halt auch altbewährt schief. Ich bin der festen Überzeugung, dass der Aufstieg wartet, wenn wir das erste Mal geschlossen als kompletter Gästeblock das Aux Armes ohne Echo auf die Reihe bekommen.

In der Halbzeit fiel in der Bezugsgruppe der Satz „Das  ist das gemeinste, was sie uns antun konnten. Jetzt machen sie uns auch noch Hoffnung.“ und besser konnte man es eigentlich nicht treffen. Dieses kleine Fünkchen Hoffnung hielt ich ordentlich in Schach und ließ es gar nicht erst größer werden, denn spätestens in der 86. Minute würden die Braunschweiger eh mindestens zum 1:1 treffen. Ganz sicher. Anders lief das diese Saison doch einfach gar nicht.

Als dann das zweite Tor fiel, wusste ich gar nicht mehr weiter. So grausam konnten sie doch gar nicht sein uns in einer fast sicheren (jedenfalls für jedes andere Team) Führung in Sicherheit zu wiegen und dann doch noch abzuschießen. Oder doch? Ich traute mich gar nicht, darüber nachzudenken, wie es wäre nochmal einen Sieg einzufahren, vor lauter Angst es damit kaputt zu machen. Und so zitterten wir uns durch Halbzeit Zwei.

Nennenswert ist noch das absolut unmögliche Verhalten der Braunschweiger Fans, als Moeller Daehli verletzt vom Platz getragen wurde. Ja, ich fand es auch nervig wie sich unsere Spieler zum Teil am Boden gewälzt haben, und das sage ich über die eigene Mannschaft, aber trotzdem muss man einen offensichtlich nicht ganz bei Bewusstsein stehenden Spieler nicht auspfeifen, wenn der vom Platz getragen wird. Eklig.

Wer mir sowohl sehr positiv, als auch negativ auffiel war Cenk Sahin. Der spielt auf der einen Seite solch genialen Fußball und auf der anderen dribbelt er sich immer wieder fest, wenn der Pass auf einen Spieler die clevere Variante gewesen wäre und lässt sich dann auch noch fallen. Bei aller Liebe: Wenn einer zehn mal fällt und neunmal faked … naja, dass der Schiri den beim 10. Mal dann nicht pfeift, wundert nicht so wirklich. Dennoch ist Cenk momentan eigentlich mit  Abstand einer unserer stärksten Spieler.

Aufgrund der langen Spielunterbrechung als Moeller Daehli verletzt war, fiel die Nachspielzeit auch extrem lang aus. Ein weiterer Grund für die sieben zusätzlichen Minuten dürfte auch das generell sehr ruppige Spiel der Braunschweiger gewesen sein, denn es war alles andere als ein flüssiges Spiel. Also hieß es nach der kritischen 89. Minute noch ganze acht Minuten weiter zittern. So sehr zittern.

„Im nächsten Leben such ich mir einen Verein, der zwei zu null führt und dann auch sicher zwei zu null gewinnt.“

Als dann aus unserem Block „Auswärtssieg!“ skandiert wurde, kam ich nicht umhin zu denken, dass wir es jetzt wirklich noch verkacken werden. Mehr jinxen kann man doch eigentlich gar nicht. Erst nach dem Spiel erfuhren wir, dass die Braunschweiger auf unser „Auswärtssieg!“ wohl immer „Absteiger!“ antworteten, aber das sehen sowohl wir als auch unsere Spieler aktuell ja einfach anders. Gekonnt überhört würde ich sagen.

Tjoa. Und dann fiel es doch noch. Das obligatorische Gegentor. Es war so klar, dass es gar nicht wirklich überraschte, aber dann hieß es noch mehr Zittern, als im Strafraum noch unendlich lange Herumgestochert wurde … bis endlich der Schlusspfiff fiel.

Purer Jubel. Vollkommene Verwirrung. Absolute Ungläubigkeit. So richtig fassen konnte das keiner von uns, dass wir hier wirklich gewonnen hatten. Aber die Fassungslosigkeit packten wir einfach mit in den eingangs zitierten Gesang. Und es ist schon verdammt geil, das als letzter beim ersten Singen zu können. Manchmal braucht man sie einfach, die Balls zu sowas.

Was gibt es noch zu sagen? Irgendwann in der zweiten Hälfte wurde ein Braunschweiger Fan aus dem Heimblock neben unserem Gästeblock von drei Ordnern entfernt, während er sich heftig wehrte. Dem Herrn sind wir natüürlich nachher noch bei dem Treffen mit den Braunschweiger Gastgebern über den Weg gelaufen, wie sollte es auch anders sein.  Als wir das Stadion verließen, brannte auch noch irgendwas lichterloh im Heimblock. Was auch immer das gewesen sein mag, es brannte auf jeden Fall, als fast alle das Stadion schon verlassen hatten. Der Sinn erschließt sich mir so oder so nicht.

Vor dem Heimweg trafen wir unsere Gastgeber noch auf ein Kaltgetränk und frotzelten ein wenig gegenseitig – mit drei  Punkten im Gepäck klappt das jedenfalls viel besser. Was so noch viel unangenehmer war, war schließlich der Rückweg vorbei an der berüchtigten Tanke und den ganzen Kneipen, aus denen man nun hauptsächlich ein mehrstimmiges „Scheiß Zecken (ey/orr/boah/x)!“ vernehmen konnte. Sehr herzliches Volk dort. Aber auf unsere Gastgeber kann man nun wirklich kein schlechtes Wort verlieren.

Mal ehrlich: So mit drei Punkten in der Botze machte es sich viel schöner auf den Heimweg und im Prinzip verflog die Fahrt damit, dass wir den FC Sankt Pauli, seine Fans, die Northface Jacken und und und erklärten. Was mir dabei wirklich auffiel? Wie sehr ich (oder wir?) von unserer kleinen Wohlfühloase der zweiten Liga schwärmen. Und das ändert auch kein Tabellenplatz.

Hach. So ein Auswärtssieg ist schön. Das machen wir nochmal!

Bis dahin heißt es für die halbe Pöbelcrew Dresden umhauen und dann in gewohnter Stärke Bielefeld verkloppen. Auf geht’s. Wir sehen uns.

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