Archiv für den Monat April 2016

Fußball gibt’s im Oberrang

Wenig Fußball, viel Gemotze und dann auch noch ein Text von mir dazu. Wer die Meinung vertritt, dass Doppelhalter verboten gehören und Fahnenschwenker aus dem Block verbannt, sollte sich die Zeit des Lesens besser sparen. Eventuell drehe ich mich auch ein wenig im Kreis. 

Fahnenclub Sankt Pauli von 1910 gegen die Fümmeneunzicher aus Düsseldorf gehört auch zu den Spielen, die ich nun schon mehrfach gesehen habe. Nicht zuletzt natürlich bei der Thy-Gala im November, die wohl unvergessen ist und unseren Stürmer wohl auch über das Saisonende hinaus in viele Herzen eingebrannt hat. Nun ging es mal wieder nach Düsseldorf, für mich eine Anreise mit dem Zug, und auswärts alles wie immer. Anfangen muss ich aber an einer anderen Stelle, denn hier folgt ein Rant über rücksichtslose Fans, Fans die Fans beschimpfen und den Fahnenclub St. Pauli. (Ironie aus)

Mich zog es Mitte der Woche noch einmal ins lokale Stadion, das Leimbachstadion, hatten doch die Sportfreunde Siegen noch das ein oder andere Nachholspiel auf dem Zettel und den Aufstieg tatsächlich in Griffweite. Ja, ich geb es gern zu, in der Hinsicht bin ich ein „Erfolgsstadiongänger“, sonst zieht es dich nämlich schlicht und ergreifend nicht ins Stadion der Siegener, wenn du dann auch noch fürchterlichsten Fußball zu sehen bekommst. Aber: die Siegener hatten eben die Möglichkeit auf Platz 2 zu springen und damit einen Aufstiegsplatz zu ergattern und so machten wir uns auf den Weg zur Gegengerade, um ein wenig mittwöchlichen Fußball zu sehen. Da es euch aber vermutlich nicht die Bohne interessiert, was ein Oberliga-Verein sich zusammen spielt, belass ich es hier mal dabei, worüber ich mich wirklich geärgert hab, weil das eine gewisse Vorgeschichte zu meiner persönlichen Erfahrung beim diesjährigen Spiel in Düsseldorf dar stellt.

Was ihr wissen müsst: In Siegen gibt es tatsächlich Ultràs, die TSC, die sich irgendwann in den letzten Jahren mit anderen Supportern zusammen geschlossen und eine gemeinsame Supportecke auf der Gegengerade, statt wie zuvor in Block F11 auf der Haupttribüne, zu bilden. Weiterhin ist das Leimbachstadion einem aktuellen, hessischen Bundesligastadion recht ähnlich, nur größer, und bietet damit weitreichende Möglichkeiten sich mit gutem Blick vor allem auf der Gerade zu platzieren. Die TSC nehmen nur einen Bruchteil, maximal ein Drittel, von der Gerade ein. So viel zum Vorwissen.

Nun war es kein schönes Spiel, aber die Supporter, vermutlich noch angestachelt vom vorangegangen Spiel in Lippstadt, lieferten eine ordentliche Vorstellung für ein Oberligaspiel ab. Hingabevoll schwenkten sie Fahnen, hielten Doppelhalter und sangen – wie gesagt, nur in einem kleinen Teil des Stadions. Nun gibt es aber diese Menschen, die leider auch zum Fußball gehen, sich direkt, wirklich DIREKT, hinter die Fahnen platzieren und dann mit vollem Ernst „Fahnen runter!“ brüllen. Wir kennen sie alle.

Es war wirklich genug Platz auszuweichen und man muss auch einfach mal sagen, dass man froh sein kann in der Lage eines Vereins überhaupt treue Supporter zu haben, wie auch immer sie sich sonst verhalten. (Man denke sich das bitte frei von jeglicher Wertung meinerseits, ich hab mit den lokalen Ultras null Verträge und auch keinerlei Sympathie oder Antipathie die nennenswert wäre)

Das war so ein bisschen das Vorspiel zu Düsseldorf. Dazu gleich. Man merkt kaum, dass ich das mit der Chronologie im Schreiben nicht wirklich drauf hab.

Also, weiter im Text. Für mich ging es wie gesagt mit dem Zug nach Düsseldorf, was sich als lustige Fahrt heraus stellte, denn während die erste Hälfte noch mit Podcasthören verbracht wurde, schloss man sich beim zweiten Teil schon mit anderen Fans zusammen. Amüsante Gespräche, kurzweilige Fahrt – so muss das.

Und wenn man dann direkt am Gleis sogar eingesammelt wird, ist das doch wahrer Luxus. Mit der anderen Bahn gings dann bis zum Stadion und da tatsächlich an die Ecke, wo man nun mal zum Gästeeingang zwecks Fantrennung rein muss. Es könnte sein, dass ich das schon mal erwähnt habe, aber dieses ganze Getue ist schlicht lächerlich, wenn nach dem Spiel beide Fanlager zum gleichen Gleis geleitet werden.

Vor dem Eingang ein wenig rumgelungert, man hat ja einen Ruf zu verteidigen, bekannte Nasen getroffen und schließlich das letzte Wegstück zum hässlichsten Stadion der Liga zurück gelegt. Naja, jedenfalls vorausgesetzt, Paderborn steigt ab.

Mit dem Treffen ein paar weiterer Nasen ging es dann auch in den Block, der vielleicht ein bisschen besänftigt, was das Stadionranking angeht. Aber auch nur stehend, mit den Sitzplätzen bei der Fortuna hab ich so meine ganz eigenen Probleme.

Was weiterhin vielleicht besänftigt haben könnte, waren die „Verbote“ für die Gästefans, lagen die doch mit 12 Schwenkfahnen und bis zu 60 Doppelhaltern erstaunlich locker gehalten. Nur das böse Konfetti musste daheim bleiben. Übrigens hätte ich uns gern mit zwölf Schwenkfahnen gesehen, das wäre ziemlich sicher pures Chaos geworden, wenn ich mir das so vorstelle und sechzig Doppelhalter sinds dann auch nicht ganz geworden, aber hey, es waren viele.

Zum Spiel an sich muss ich wohl nicht sonderlich viel sagen. Total chaotisch, teils extrem unkoordiniert und Fafa Picaults Laufwege sahen manchmal so aus, als würde ich Fifa spielen. Fürchterlich bis zum Ausgleich, dann kurze Eskalation und Bierdusche vom feinsten. Die Überzeugung, dass der nette Herr hinter uns extra grad noch sein Bier aufgefüllt hat, um es uns dann über die Köpfe zu kippen, hält sich übrigens hartnäckig.

Es gab wirklich Grund zum Motzen, aber wirklich so viel, dass man 90 Minuten nichts anderes macht? Und wenn es die Mannschaft grad nicht her gibt, dann über andere Fans zu motzen? Lautstark, nervig, nicht zu überhören?

Der Meinung war ganz offensichtlich ein Fan hinter uns, der nun die eingangs erwähnten Sportfreunde mit ins Spiel bringt: Es kam über den gesamten Spielverlauf nicht ein Wort des Support, nur Gemecker. Als dann die Fahnen und Doppelhalter rausgeholt wurden, ging es richtig rund. Der Gute rastete teils völlig aus, die Umstehenden beschimpfend und brüllend, niemand von uns (Doppelhalterhalter oder Doppelhalterhaltenbefürworter) habe zu entscheiden ob er etwas sehe oder nicht. Ein klassischer Fall von „Fahnen runter“. In der unteren Hälfte des Stehblocks. Merkt er selbst, oder?

Nein, nicht im Geringsten. Auch die mehrfach aufgezeigte Möglichkeit, sich ein Stückchen im Block nach links zu bewegen, war natürlich dank des Sturkopfs absolut nicht möglich. Dass man eventuell hinter den Ultras stehend mit Sichteinschränkungen rechnen muss, ist aber natürlich auch so neu. Sorry, das ist vielleicht etwas … unreflektiert, aber wenn ein Fan einer ganzen Gruppe droht den Spaß am Spiel zu verderben, weil man dauerhaft angebrüllt wird, dann ist das genauso „rücksichtslos“ wie Fahnen hoch zu halten.  Aber: Dauernd Bier während des Spiels holen ist natürlich was ganz anderes, was die fehlende Sicht angeht.

Den Vogel abgeschossen hat dann die Bemerkung, wir seien hier doch nicht beim Fahnenclub Sankt Pauli sondern beim Fußballclub und wir hätten den Ausgleich ja gesehen. Als man darauf verneinte, Selbstgefälligkeit zu zeigen half ungemein in meiner Sympathie aufzusteigen. Nicht. Ein Level mit Fümmeneunzich. Passte.

Was absolut und gar überhaupt nicht passte, ist „You’ll never walk alone“ nach einem 1:1 mit zeitweise richtig bescheidener Leistung der Mannschaft. Erstens können wir doch den Dortmundern nicht ihr Lied klauen und zweitens, habt ihr mal einen verdammten Blick auf die Tabelle geworfen? Nein? YNWA geht für mich in manchen Fällen klar, aber auch wirklich nur manchen. Das beinhaltet zum Beispiel eine „Verabschiedung“ eines verletzten Spielers, ein „Hey, ihr seid nicht allein“ wenn unglücklich verloren wird oooder wenn dir die Scheiße wirklich fest am Fuß klebt. Aber niemals, in keinem Maße, wenn eine Mannschaft, für die es de facto um nichts mehr geht zurecht unentschieden spielt. My two cents.

F95, Taten statt leerer Worte! Nazis raus aus den Stadien!

Mehr mag ich eigentlich zum Spiel und zur Stimmung auch gar nicht sagen, mal abgesehen davon, dass ich nochmal etwas heiser war und die Aktion der Faschools oberhalb vom Block irgendwie amüsant, weils nicht hinhaute. Achja, ein riesen Herz für das Banner in unserem Block.

Den umstehenden oder vor dem Spiel noch getroffenen Braun-Weißen bleibt nur zu sagen, dass es schön war, euch nochmal getroffen zu haben. Immer wieder ein Fest!

Die Heimreise gestaltet sich in Düsseldorf ja nun mal per sé problematisch, dank der angesprochenen Gleisteilung beider Fanlager. Nein, mich juckts nicht, wenn da scheiß St. Pauli kommt oder sowas, im Gegenteil, aber was mich juckt, sind idiotische Großmäuler, die erst anfangen zu pöbeln, wenn sie durch die Barriere vom gegnerischen Lager getrennt und so gut wie im Zug sind. A) ist das albern und b) geht das schon mal gar nicht, wenn ihr Schweine dabei drei kleine Kinder gefährdet, die auf engstem Raum mit euch in der Bahn stehen. Wenn sogar Fortunen dann sagen, dass ihr eine Schande seid, dann kann ich da nur zustimmen. Es geht niemals, in keinster Weise und unter keinen Umständen klar, die Gefährdung des Wohls eines Kindes, verdammt nochmal, in Kauf zu nehmen. Ihr seid nicht nur eine Schande für die Fortuna, ihr seid die scheiß Wichser von denen man sich als Fußballfan immer wieder distanzieren muss. So. Fertig.

Entschuldigt die drastischen Worte, aber das musste raus, bevor ich mit dem Spieltag abschließen kann. Das passierte für mich dann mit etwas Verspätung, weil ich den Anschlusszug nicht rechtzeitig erreichte und noch ein wenig am Kölner Bahnhof umher irrte, bevor sich nach dem fünften Mal im Kreis laufen langsam die Leute zu wundern begannen. Jedenfalls kam es mir so vor, als ich etwas irritierte Blicke bemerkte. Der Rest der Fahrt verlief soweit ereignislos und dementsprechend beende ich das mal hier.

Was bleibt nun am Montagabend? Relegation ist durch, was aber nicht heißt, dass ich weniger Lust habe, Nürnberg noch eins auszuwischen. Ich hoffe wirklich, dass sich Duisburg noch vor die anderen rettet und die Bratwurst in Düsseldorf kann ich nicht bewerten, weils keine ordentliche gab. Nun gut. Fußball gibt es nur im Oberrang und das FC in FC St. Pauli steht für Fahnenclub.

Hoch die Doppelhalter, ölt nochmal die Stimme und dann nerven wir die drei verbleibenden Vereine noch ein bisschen.

Man sieht sich in Nürnberg & nie vergessen: Derbysieger, Derbysieger – hey, hey!

 

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Wattenscheid, Freiburg, hauptsache 0:0.

Moin, am Mittwoch nach dem Spieltag, der uns ins Badner Land führen sollte. Nicht allein am zeitlichen Verzug wird man merken, dass ich heute nicht ganz so viel zu sagen habe, wie sonst das Gefühl schon mal ist, aber zu den diversen Gründen dafür kommen wir noch. Freiburg war irgendwie Chaos und erwartungsgemäß wird dieser Kurzspielbericht das wohl auch. Aber: Seid beruhigt, über Fußball, also den da unten auf dem Grün, muss … kann … werde ich nicht viel erzählen.

Im Vorfeld gab es bei uns in der Planung massives Hin und Her. Eigentlich sollte das Spiel in Freiburg, verbunden mit einem Wochenende dort, das dritte St. Pauli Spiel werden, das meine Mama mit mir im Stadion sieht. Ihren Auftakt gab sie in Kölns Aufstiegssaison mit einer furiosen 4 oder 3? Tor Niederlage, danach folgte ein Heimspiel, gegen Union (3-0!) und nun sollte Freiburg die Folge ausbauen. Es kam wie es kommen musste, keiner rückte so recht raus, ob das jetzt klappt oder nicht – bis wir endlich klären konnten, warum sie so zögert und es dann zu spät war, neben meiner Dauerkarte noch eine Karte sicher zu ergattern. Nun ja, fahr ich halt doch alleine.

Dachte ich! Denn es fanden sich doch noch unerwartetermaßen sogar zwei (!) (Mit)Fahrer, was die ganze Fahrt natürlich schon viel besser werden ließ. Da stand dem Auswärtssieg nichts mehr im Wege.

Jap, Auswärtssieg. Ich habe ja selbst keine Ahnung, was mich da geistig umnachtete, aber ich ging fest von einem Sieg aus. Begründen konnte ich das nicht, aber ich hielt Freiburg für schlagbar (we’ve done it before), es war auswärts und verdammt nochmal, ich hatte auf uns gesetzt. Das war vermutlich der Punkt, an dem der ganze schöne Plan den Bach runterging.

Nun gut, es ging nach Freiburg, die Abfahrt war für die Lage des Heimklubs durchaus noch human und mit Kaffee, der genialsten musikalischen Untermalung und Dampf machte sich die Reisegruppe „Spitzenreiterbesieger“ auf den Weg in den Süden.

Lief auch alles wunderbar, da kann man echt nicht klagen, wenn man sonntags so eine weite Fahrt macht, ist doch dann zumindest die Autobahn relativ leer. Wir kamen einwandfrei durch und kurz ergriff ein wenig Wehmut die braun-weißen Herzen als es bis nach Basel oder Strasbourg noch ähnlich weit war, wie bis zu unserem heutigen Ziel. International wär doch wirklich mal was.

Aber solange wir halt noch nicht international spielen, gaben wir allerhand musikalische Highlights aus dem Inland zum Besten.

Ja, gut, wir sangen nur die Wattenscheid Hymne aus vollen Kehlen. Aber das muss auch schon mal sein. Vor allem weil dieses Mistding von Hymne ja auch noch derart eingängig ist und sich fest setzt wie ein Virus den man sich ungewollt auf irgendeiner … lassen wir das.

Auch wir kamen dann irgendwann, relativ zeitig, an und machten uns von den gar nicht mal so übel gelegenen Parkgelegenheiten in dem Wohngebiet auf den Weg zum Stadion. Also klar… die Lage im Wohngebiet hat natürlich Nachteile, aber ernsthaft, das Schwarzwaldstadion liegt schon schön, inklusive Bergpanorama beim Blick über die Stadiondächer hinaus. Hat was. Wo man allerdings nicht im geringsten einen Blick hinein werfen konnte, war der Eingangsbereich vom Gästeblock, dank des Sichtschutzes und der Abriegelung. Störte uns nicht weiter, wir schlürften ein Bierchen, sagten noch ein paar bekannten Nasen Hallo und harrten der Dinge, die da wohl oder übel kommen würden.

An dieser Stelle ein kleiner Einschub: Im Breisgau hält offensichtlich ein Wesen Einzug, das unter dem gemeinen Namen „Bierdieb“ oder „Flaschentauschgeist“ bekannt ist. Das ist allerdings viel ernster als es klingt! Unerwartet schlägt es zu, klaut oder tauscht dein kaltes Bier gegen ein warmes aus. Freches Dings. Erstaunlicherweise, taucht dieses Wesen offensichtlich gehäuft auf, wenn man mit einem gewissen Twitterer unterwegs. Also: Watch your beer, if @chromeridazT is near!

Spaß beiseite, es wurde ernst. Wir machten uns auf den Weg durch die Kontrollen, nahmen noch den Kiezkieker mit, ich wurde damit aufgezogen, dass andere vergesslich sind!, und steckte die Hefte für die anderen beiden mit ein, was einen amüsiert-verwunderten-misstrauischen Blick der Kontrolleurin begründete. „Bisschen viel Lesestoff!“, kommentierte sie und ich war versucht zu sagen, dass man ja eh nichts sehen würde vom Block aus, hatte aber noch Hoffnung, dass sich diese Ground Legend noch als falsch herausstellen würde. Oh, ich naives Ding, ich.

Im Stadion angekommen musste natürlich der erste Punkt auf der Auswärtsfahrtentagesordnung direkt mal abgehakt werden, mit der Bratwurst in der einen und dem Bier (komisches, nicht richtiges!) in der anderen Hand bestätigt man natürlich nur zu gern den exzellenten Ruf in schlechten Kreisen. Aber – ihr lacht, noch! – mein Bratwurstranking erfreut sich großem Interesse und vielleicht sollte ich das mal irgendwo festhalten. Vielleicht aber auch nicht.

Noch mehr digitale Nasen analog getroffen (ein Fest, wie immer!), und schließlich das Plätzchen im Block, im unteren Teil eingenommen. Also ich weiß ja gar nicht, was ihr alle habt – ich hatte einen wunderbaren Blick! Ja, gut, nicht aufs Spielfeld und nein, auch sonst nicht, aber unseren Vorsänger, den sah ich einwandfrei. (Prioritäten…)
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Vom Rasen sah ich nur den Zipfel oberhalb des USP Banners und die Eckfahne am anderen Ende des Feldes, also erwartet ja keinen Kommentar zu dem Geschehen unten am Feld. Zur Beschallung im Stadion kann ich gar nicht so viel negatives sagen, wenn ich ehrlich bin, weil ich mit anderen Dingen zu kämpfen hatte. Zum einen wollte man mir unbedingt erklären, wie man eine Fahne schwenkt und ließ mich auch nach mehrfacher Aufforderung nicht einfach in Ruhe mein Ding machen – und ernsthaft, es gab keinen Grund mich so belehren zu wollen… – und zum anderen musste man ja doch ein wenig aufpassen, wo man sich hinstellte, weil man ja dank der komischen Stufenaufteilung in zwei Reihen pro Stufe stand und ab und an drohte hinunter zu fallen. Aber zu der Beschallung gab es ja  auch an anderen Stellen schon genügend zu lesen und daher belass ich es hier jetzt einfach mal dabei.

Aber ernsthaft? Ein übergroßer, monströser Joghurtbecher? Ihr habts ja nicht mehr alle.

Nun gut, es folgten plusminus, eher minus, 90 Minuten Fußball von denen wir glücklicherweise fast nichts sahen. Ab und an zappelte mal ein Netz im Blickfeld oder das Stadion teilte uns mit, dass da gerade etwas passiert ist. Dass es angeblich auch noch einen Elfer für uns gab? Hab ich im Stadion ja nicht mal gesehen. Aber der kann ja auch gar nicht rein gegangen sein, es blieb ja beim Null zu Null.

Stimmung! Ich weiß ja nun nicht wie das im Rest des Stadions klang, aber ich hatte es schlimmer erwartet. Es ist ja nun mal auch eine ganz schöne Strecke und da passen ganz schön viele Biere rein, wenn man es drauf anlegt und ehrlich gesagt hatte ich eine ziemlich betrunkene, nicht stimmungsvolle Kurve erwartet. Es war besser als gedacht, muss man ehrlich sagen. Ich stand aber nun auch mitten mitten mitten drin und bin daher vielleicht nicht ganz objektiv. Dass sich die Wechselgesänge als „Wir machen das zusammen“-Nichtwechselgesang immer noch nicht in dem ganzen Gästebereich durchgesetzt haben, nervt zwar, aber wurde ja relativ schnell übertönt. Der mickrige Wechselgesang mit dem Oberrang, sobald der Text über „Saaaaaaankt Paaaaauuuuliiii“ hinaus geht, sei auch mal außer Acht gelassen.

Aber alles in allem fühlte es sich besser an als die letzten Spiele auswärts, wo ja teils fast gar nichts ging. Auch mal ein riesiges Lob an unseren Vorsänger, das war eine richtig geile Vorstellung da auf dem Podest, mit genau der richtigen Mischung von „Auf jetzt“ und „Sauber, weiter“. Zum Teil wurde zwar über ihn hinaus gesungen, aber ob das jetzt ein so schlechtes Zeichen ist, wage ich zu bezweifeln. Schön auch, wie schnell Gesänge aus verschiedenen Ecken des Blocks aufgenommen wurden, das brachte noch mehr Abwechslung rein. Aber schließen wir das Ganze damit, dass der Support wieder richtig Spaß gemacht hat.

Im Spiel war ja dann nicht mehr viel passiert (…) und so war Ewald noch für einen Lacher gut, als er da vorm Block herum sprang, wie ein Youngster. Guter.

Nach dem Spiel haben wir uns dann auch relativ schnell abgemacht, stand doch noch eine nicht ganz kurze Heimfahrt an. Die, oder eher die Suche nach einer Tankstelle abseits der Autobahnen, gestaltete sich allerdings erst  einmal äußerst schwierig, und das Dank eines weiteren Freiburger Bösewichts: der gemeinen Kröte. Gefühlt waren sämtliche Wege gesperrt, weil Krötenwanderung statt fand und so ging es sehr langsam voran, die Ecke von Freiburg kam dann auch umso länger in den Genuss unserer Wattenscheid-Gesänge.

Ja und das soll es dann eigentlich auch gewesen sein. Was bleibt? Der SC Freiburg Ohrwurm, keine Punkte und absolute keine realistische Chance mehr, noch an Nürnberg vorbei zu ziehen. Aber! Und das sollte jetzt wichtig sein, auch wenn es noch so abstrakt ist: Platz vier ist verdammt wichtig. Auf, Bochum wieder überholen und die Fernsehgelder einstreichen.

Ansonsten bleibt nicht viel außer:

…für immer mit dir!

 

Mehr zum Spiel und Drumherum hier:

https://kleinertod.wordpress.com/2016/04/11/erfolgreich-geht-anders-fcsp-unterliegt-in-freiburg-und-die-u23-daheim/

Kalte Dusche alla Breisgau

https://fcspsouthendscum.wordpress.com/2016/04/11/matchday-29-sc-freiburg-fc-sankt-pauli-4-3/

Wenn Erfolg so aussieht, dann sollte man keinen Erfolg haben

http://www.breitseite-stpauli.de/freiburg_auswaerts.htm

https://fangirl1910.wordpress.com/2016/04/12/548/