Archiv für den Monat Februar 2016

Unerwartet genau wie erwartet #fscpfsv

Heimspielfahrt. Klingt bescheuert, ist für mich aber ja nun mal so: Der Weg zu Heimspielen ist zum Großteil deutlich weiter, als zu den Auswärtsspielen – die noch ausstehenden ausgenommen, die kommen alle mit Ausnahme von Duisburg und Düsseldorf ziemlich nah dran. Deswegen ging es am Freitag Morgen für mich auf Heimspielfahrt. Ganz dekadent wurde mit dem Zug angereist, weil der ganze Spaß mit dem Bus zeitlich ein wenig knapp geworden wäre und das kann ja keiner wollen. Also ich jedenfalls nicht.

So hatte ich mich dann auch dazu entschlossen, etwas früher zu fahren als eigentlich „nötig“, um noch ein bisschen was von der Stadt zu haben, in die es mich zuletzt ja immer nur für den Spieltag und die darauffolgende Nacht verschlug. Es gab zwar die ein oder andere Komplikation bei der Bahnfahrt, im Endeffekt kamen wir aber mit nur mehr einer halben Stunde Verspätung am Hauptbahnhof an. Nachdem ich einen kurzen Abstecher über die Reeperbahn machte, um den nun mit 6 Jahren Dienstzeit ausgedienten, ausgeleierten, abgerotzten Totenkopf-Hoodie mal zu ersetzen, verschlug es mich an die Landungsbrücken. Ich weiß ja wirklich nicht, was das mit mir und dem Wasser ist, aber da muss ich immer zuerst hin. Als ich meiner Mama schrieb, wo ich mich rumtrieb, antwortete sie schlicht „Na, dann bist du ja jetzt wirklich angekommen“. Recht hat sie.

Ich vertrieb mir die Zeit also mit einem Bierchen und einem Brötchen am Hafen und schnackte mit den paar Leuten, die offensichtlich einen ähnlichen Plan verfolgt hatten, wie ich selbst. Ein bisschen runterkommen von chaotischen Wochen und vor dem Spiel. Tat gut.

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Da sich die Anzahl meiner besuchten Heimspiele im Vergleich zu der der Auswärtsspiele ja bekanntlich auf eine lächerlich geringe Menge beschränkt, ist es kein Wunder, dass auch dieses Spiel für mich mal wieder eine kleine Premiere war, aber auf diese hatte ich mich immens gefreut: Endlich Süd.

Die Gegengerade ist super, macht auch Spaß, aber eben nicht so viel wie ich sonst im Gästeblock hab, wenn ich mich irgendwo hinter USP einreihe. Wo ich mich einfach wohler fühle, als mit den schiefen Blickenimg_20160219_151931.jpg wenn ich im Support halt mal ein wenig mehr mitgehe, als andere vielleicht. Das sind meine (zwei-)wöchentlichen neunzig Minuten Wahnsinn, Gelöstheit, Ankommen und die lass ich mir nun mal von niemandem nehmen. Umso schöner war es nun, dass ich mit anderen Leuten zusammen am Millerntor stand, die das eben genauso oder zumindest recht ähnlich empfinden. Ankommen Vol. 2, sozusagen.

Der kurze, versprochene Abstecher zur Gegengerade klappte dann leider auch nicht mehr, weil die Zeit plötzlich doch recht knapp war und wir uns zügig auf der Süd einfanden. Schade, aber wir sehen uns ja bestimmt die nächsten Wochen noch bei dem ein oder anderen Spiel.

Auf der Tribüne dann ein feines Plätzchen gefunden und ab gings. Ehrlich gesagt wird dieser Text vermutlich einer der kürzesten, den man auf diesem Blogchen finden kann, aber ich kann einfach echt nicht viel zum Spiel sagen. Beim 1-0 merkte ich nur, dass da ein Tor für uns gefallen war, weil alle ausrasteten. Das 1-1 sah ich dann leider. Die folgenden zwei Tore waren für mich vollkommen aus dem Nichts, dass das letztere auch ein Eigentor war, ist mir erst vorhin (Samstag nachmittag) bewusst geworden.

Ein bisschen Blinkelichter gab es auch noch, sehr schnieke Bilder davon gibt es bei USP zu sehen. Das hat schon wirklich was, ich mags. Immer noch, immer wieder.

Die Stimmung hatte ich mir, ehrlich gesagt, echt einen Ticken stärker vorgestellt. Ich möchte nicht sagen, dass das enttäuschend war, denn allein sich genau richtig zu fühlen verbietet das schon, aber es war nicht ganz so krass wie erhofft. Nun ja,  bei einem Gegner wie dem FSV und einem Gästeblock wie diesem, derart regungslos, muss man sich ja auch nicht derart ins Zeug legen um lauter zu sein – oder so.

Auf jeden Fall ist das ein Spiel zum Vergessen, wie eigentlich zu erwarten, wenn der Gegner eben der FSV ist. Meine Bilanz gegen den kleineren der beiden Frankfurter Vereine liest sich da recht eindeutig: 0-1, 3-3, 0-1 und nun ein 1-3. Das, Schnabel auf, Phrasenschwein, haken wir ab und gut ist.

Allerdings war das wieder so ein Spiel, wo man einfach nicht um den Gedanken herum kommt, dass es wieder eine Saison wird, wo man am Ende vollkommen ungefährdet von einem Aufstieg auf den Plätzen 5-10 eintrudelt. Und dann spielen wir nächstes Jahr wieder gegen den Abstieg. Immer mal was neues, achja …

Nein, ich will hier nicht schwarzmalen und ich messe dieser Niederlage auch nicht derart viel Bedeutung zu, aber es passt einfach in die Reihe der Spiele und Spielzeiten der letzten Jahre. Solche Spiele müsste man als potentieller Aufsteiger einfach gewinnen.

So und deshalb ist ein Aufstieg für mich weiterhin kein Thema, bevor wir nicht den 33. Spieltag haben und in Reichweite der Plätze zwei und drei sind. Der erste dürfte ja bereits in festen Händen sein, wenn da nicht eine Mannschaft noch vollkommen einbricht, was ich für unwahrscheinlich halte.

Genauso hake ich dieses „Lenny Thy schießt Tore, wenn ich da bin“-Dingen nun endgültig ab. Fußballramontischabergläubischer Blödsinn. So!

Und weil nach einem solchen Spiel nun mal nicht viel bleibt, es aber keine bessere Stadt gibt um ein fürchterliches Spiel zu verdrängen und mit anderen Erinnerungen* zu ersetzen, als Hamburg, war es einmal mehr das Geschehen nach dem Spiel, das einem bewusst macht, warum man schon wieder so eine Fahrt gemacht hat.  (* wahlweise auch Bier)

So richtig viel hab ich hier gar nicht mehr zu sagen, also schmeiß ich noch den Gruß, den mich von einer Freundin diese Woche aus Hamburg erreicht hat, in die Runde und verabschiede mich dann für eine Woche, bis es endlich nach Duisburg geht.

Auf das Spiel beim MSV freu ich mich schon die ganze Saison, weil ich fälschlicherweise der Annahme war, dass das auch „damals“ das erste Spiel vom FCSP und mir war, was aber Blödsinn weil doch Bochum war. Nun gut, ich hab zu der Zeit auf jeden Fall die Bratwurst massiv gefeiert und will wirklich hoffen, dass sich daran nicht allzu viel geändert hat. Dann seh ich auch über dieses scheußliche Zebralied hinweg.

Man sieht sich in Duisburg, da hoffentlich mit mehr Punkten im Gepäck.

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„Hier gewinnt nur einer… (PAUSE!), St. Pauli und sonst keiner!“

Auf dieses Wochenende habe ich so sehr hingefiebert – die Vorlesungszeit würde vorbei sein, jedenfalls dachte ich das und lag falsch wie ich eben begriffen habe, die Winterpause wäre auch endlich passé und vor allen Dingen: Endlich wieder Fußball! Also mein Fußball, nicht das komische Gedöns, was sie da in der ersten Liga spielen.

#B04FCB

Mein Fußballwochenende sollte gleich doppelt mit Spielen versehen sein, denn wo mich der werte @JGrbener immer mal wieder zu den Spielen des magischen FC in den Gästeblock begleitete, so drehten wir den Spieß mal um und ich dürfte Gast im Block der Bayern-Fans sein, wenn sie in Leverkusen ihr Team anfeuerten.

Also machten wir uns am Samstag Nachmittag während der Konferenz schon auf den, zugegebenermaßen im Vergleich zu sonst eher kurzen, Weg nach Leverkusen und kamen ohne jegliche Staus wundervoll entspannt an. Der ausgewiesene Parkplatz war auch schnell gefunden und der Transport zum Stadion erfreulich unkompliziert. Auch wenn ich ja absoluter Verfechter des „Ich will zum Stadion laufen können“-Standpunktes bin, so ist das in Leverkusen doch wirklich ganz nett geregelt und mit den regelmäßigen Abfahrten der Busse absolut kein Nachteil. Fantrennung gab es, wenig überraschend, hier keine und ich bin immer wieder erstaunt, wie schön einfach das funktionieren kann, wenn nicht gerade wir nach Paderborn, München, Berlin auswärts fahren. Aber! andere Schiene, anderes Thema, kein Platz hier.

Es ging also ins Stadion und ich muss ja zugeben, dass ich die Wahl zwischen diesem Spiel und dem der Bayern in Dortmund hatte, mich allerdings unter anderem für das in Leverkusen entschied, weil ich das Stadion tatsächlich noch nicht besucht hatte und von den Fernsehbildern nicht gerade hässlich fand. Auch wenn ich ja eingestehen muss, dass meine Meinung zur „Schönheit“ von Stadion wohl weniger die der Allgemeinheit darstellen dürfte.

Aber ob mir ein Stadion von außen/innen her gefällt ist ja bei weitem nicht das einzige Kriterium, das in dieser hoch komplexen Formel, die ich nutze, um ein Ranking der Stadien aufzustellen, von Bedeutung ist, viel wesentlicher ist natürlich die Bratwurst. Und die ist hemmungslos durchgefallen. Dieses Stück Brät hätte nicht mal schlechter schmecken können, hätte man ganz davon abgesehen, sie auf den Grill zu tun. Fürchterlich.

Dazu sei noch gesagt, dass im Gästeblock auch nur mit den Stadion-Karten oder aber dem Geldchip auf der Bankkarte gezahlt werden kann. Erst sah es so aus, als hätte ich meinen Rant über den Gästeblock in Kaiserslautern hier eins zu eins kopieren können, doch die Erweiterung auf die Chips der Karten, die man eigentlich eh immer im Portmonnaie hat und auch noch außerhalb dieses Stadions Verwendung finden stimmte mich ein wenig friedlicher, wenn man das so sagen kann. Ich bin immer noch absolut dafür, solche Zahlungsmethoden zumindest über die Möglichkeit der Barzahlung in einem Gästeblock zu erweitern, allerdings wurde hier ein Kompromiss gefunden, der durchaus ein guter ist.

Ich musste also nicht von vornherein herumpöbeln, wenn man mal von der Bratwurst absieht, und so konnten wir uns in aller Ruhe noch ein Plätzchen im Block suchen.

SchickeriaFahne Das fand sich relativ leicht im unteren Teil des Blocks und wir gesellten uns einfach mal irgendwo dazu. Die Wartezeit bis zum Anpfiff schaffte es tatsächlich, in musikalische Höhen und Tiefen zu entführen, die ich so nah aufeinander folgend nicht einmal für möglich gehalten hätte. Auf irgendwelche Karnevalsschlager (#ichhasseKarneval), folgten die Dropkick Murphys kurz vor Anpfiff, die mich das musikalische Inferno beinahe vergessen ließen. Beinahe.

Ich muss ja wirklich zugeben, dass ich sehr gespannt auf die Stimmung im Block war. Ich hab emotional ja so wenig mit den Bayern zu tun, wie … öh, eben etwas, das existiert, zu dem ich aber absolut keine emotionale oder andere Beziehung habe. Sagen wir vielleicht den amtierenden Cricket-Meister in Indien? Käme hin.

Auf jeden Fall hört man ja selten gutes über eben jene Stimmung im Block und deswegen freute ich mich gespannt darauf, mir ein eigenes Bild davon machen zu können. Das begann direkt mit einem Vorsänger da unten auf dem Zaun, der recht resolut zum Support aufforderte. Da lob ich mir doch direkt mal meine Größe, oder eher Kleine, denn ich konnte mich wunderbar seinen vernichtenden Blicken auf die mangelhaft supportenden Menschen entziehen, wo ich doch generell vom Vordermann verdeckt wurde. Deswegen hatte ich auch nicht das geringste Fünkchen von schlechtem Gewissen, ohne Support im Block zu stehen und einfach nur, nun ja, zuzusehen.

Ich ließ während des Spiels immer mal wieder den Blick über den Block schweifen, oder jedenfalls über den Teil, den ich sehen konnte, und ich bin ja irgendwie immer wieder erstaunt über die Anzahl von Frauen im Vergleich zu Männern im Block. Da bin ich ja bei uns, nicht wirklich überraschend, anderes gewohnt, jedoch verwundert es mich doch immer wieder, dass das nicht überall so … ausgewogen ist vielleicht das falsche Wort, aber es kommt dem am nächsten, ist. Außerdem war das Publikum, was um uns herum stand, erstaunlich jung, was weniger erstaunlich ist, wenn man bedenkt, dass wir mitten im Supportblock standen.

Ich mag diesen Teil des Wochenendberichts zwar recht kurz halten, aber zwei Dinge muss ich wirklich noch loswerden: Man blendet den Text zur Vereinshymne ein? Ernsthaft? Kann man die nicht so oder so? Das fand ich schon massiv amüsant.

Das Spiel gab soweit ja auch nicht sonderlich viel zum berichten her, aber noch kurz zu der viel kritisierten Stimmung: Es kam immer mal wieder Lautstärke auf, die, ja, auch wieder verebbte. Das hängt meiner Meinung nach nicht zuletzt damit zusammen, dass man versuchte manche Gesänge auf Gedeih und Verderb für eine gute Viertelstunde durchzuziehen. Das ist zu lang, da hab ich, als Möchtegern-Ultra, nicht mal Lust zu, und das heißt was. Wenn man bei einer solchen Vielfalt an Gesängen einige wenige so zieht, muss man sich leider nicht wundern, wenn dann viele wieder abspringen und nicht weiter mitsingen. Andererseits kann ich das auch ein wenig verstehen, wenn man, wie ich vermute, wenn ich da falsch liege zögert nicht mich zu korrigieren, Woche für Woche vermutlich einen großen Teil an Wechselpublikum dort stehen hat. Die Kartensituation ist nun mal komplett anders und da muss vermutlich auch anders mit dem Support umgegangen werden.

Neben mir brach dann noch fast eine Prügelei aus, nein, ich habe weder mitgemischt, noch war ich Auslöser (auf die Idee war ich gar nicht gekommen, bis ich das Geschehen zuhause erzählt habe), und ich erwähne das auch nur, weil der Auslöser einer war, über den ich mich in einem anderen Blogbeitrag bereits geärgert habe. Ein paar Meter schräg vor uns stand ein Mann mit dem Handy in der Hand. Soweit so gut. Er fotografierte nicht in den Block hinein, die Kamera aufs Spielfeld gerichtet. Okay, gefällt vielleicht trotzdem nicht allen, kann man aber kommunizieren – auch wenn es so barsch ist, wie ich es in Bochum mit bekam, dass man regelrecht zusammen gestutzt wird – aber man kann darüber reden. Es hätte vermutlich ein einfaches „Hey, wir haben es hier nicht so gern, wenn während des Spiels gefilmt/fotografiert wird“ gereicht, um den Herrn dazu zu bewegen verständnisvoll das Handy wegzupacken. Diese Möglichkeit erschien dem sofort auf den Plan tretenden Antagonisten aber absolut lächerlich und so pöbelte er los, griff gleichzeitig an den Kragen des Kameramanns und riss ihn derart grob zurück, dass er fiel. Dieser Mann hatte nicht im geringsten die Chance zu reagieren, bevor er tätlich angegriffen wurde. Schlimm genug, meiner Meinung nach. Aber sein Gegenspieler war längst nicht fertig, er beschimpfte ihn derb, riss dem gerade wieder auf die Füße gekommenen und sich verbal als auch mit Händen schützenden Fan, die Mütze grob vom Kopf, um sie ihm mehrfach ins Gesicht zu schlagen und als ihm die Mütze entrissen wird, fährt er mir den Schlägen ins Gesicht fort. Ohne, dass auch irgendeine provokante Reaktion des Handymannes erfolgt wäre, forderte der andere, das draußen zu klären, ging immer wieder auf ihn los und es brauchte eine ganze Menge Hände, um ihn irgendwann zumindest aus der näheren Reichweite zu entfernen.

Für sowas habe ich, und werde ich nie, Verständnis haben. Man steht gemeinsam in der Kurve und aus dem gleichen Grund. Es gibt nicht die geringste Rechtfertigung, insbesondere in dieser Situation, einen anderen Fan wegen derartiger Handlungen tätlich anzugreifen. Ich habe schon mehrfach erlebt, wie sich Fans untereinander in die Haare bekommen haben, auch bei uns, Arschlöcher gibts überall. Aber ich habe selten gesehen, dass es derart eskaliert.

Es war, und das meinte ich in keinster Weise wertend, ein interessanter Ausflug in einen anderen Block, aber ich merke immer wieder, dass ich irgendwie zu dem für mich richtigen Verein gefunden habe, weil ich mich in keinem Stadion der Welt so wohl fühle wie im Block mit den Menschen in Braun-Weiß.

 

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Ich freute mich wie eine Blöde auf dieses Spiel, ja gar wie ein Honeycakehorse!, und deswegen stellte ich mich auf das Schlimmste ein. Manchmal sind es ja einfach diese Spiele auf die du richtig Bock hast, richtig heiß bist, die dann unfassbar schief gehen (Eyo, Union, Sechzig, ÄffÄssVau!), deswegen konnte das in Fürth echt nichts werden. So gar nicht. Aber, genau wie in München stand für die Fahrt nach Fürth an, zumindest kurz noch einigen der Fußballmenschen Hallo zu sagen, die man eben zuletzt in Bielefeld oder vorher oder noch gar nicht gesehen hatte. Da baute ich dann ein wenig drauf, falls das Spiel tatsächlich vollkommen in die Hose gehen würde.

Der Sonntag begann für mich früh. Nicht ganz so früh wie für den werten (Mit-)Fahrer, aber auch nicht viel später und nach sehr wenig Schlaf. Mit einer ordentlichen Ladung Kaffee ging es auf die Bahn und ab Richtung Franken. Oder so, ich hab da keine Ahnung was was ist. Aber für Franken = Bayern wird man verbal gehauen, also lass ich diese Arschbombe in die Fettwanne mal lieber aus. Oh.

Wie auch auf der Fahrt nach Leipzig schien der restliche Verkehr Angst vor uns zu haben und hatte sich offensichtlich schlotternd in irgendwelchen Straßengräben versteckt oder war direkt vorausschauend daheim geblieben: alles war frei, es flutschte nur so. Da war es wahrlich kein Wunder, dass wir ordentlich zeitig ankamen und uns zu Fuß (!!!!! Ha! Leverkusen, nimm das!) auf den Weg zum Stadion machten. Kurz eine halbe Runde um das selbige gedreht und dann den Treffpunkt für vor dem Spiel aufgesucht.

An dieser Stelle: ’s war ein Fest, mal wieder und immer wieder. Ich kann euch gut leiden!

Nun gut, der Sportpark Ronhof. Er hat seinen Namen wieder und irgendwie finde ich trotzdem, dass „Playmobil“ vor Jahren ein ziemlich passender Namenssponsor war. Das Stadion sieht doch ein wenig zusammengewürfelt aus, was ich aber irgendwie ziemlich cool fand. Hier sind wir wieder bei meinem komischen Geschmack was Stadien betrifft und der Ronhof ist irgendwie so … komisch, dass ichs mag. Ja, ich hab ernsthafte Probleme, ich weiß.

Die Bratwurst konnte dann auch mein Trauma vom Samstagabendbratwurstinferno lindern und sorgte natürlich mal wieder für Lacher, denn kaum gibt man mir was zu essen, grinse ich über beide Ohren. #protipp

Gut gewappnet fürs Spiel ging es also durch die Containergänge auf die Gästetribüne hoch, die schon ordentlich gefüllt war, jedenfalls in den Gefilden, wo wir uns gewohntermaßen einen Platz suchen wollten. Der fand sich allerdings auch nicht viel später und so konnten wir in aller Ruhe der Dinge harren, die da wohl oder übel kommen würden.

Ich amüsierte mich ja herrlich darüber, dass ich schon wieder die Dropkick Murphys zu hören bekam, wenn auch mit leicht gewandelter Melodie und anderem Text, aber das hatte schon was. Ist jedenfalls besser, als den Text der Hymne einzublenden, damit jemand mitsingt.

Die Fürther zeigten eine ansehnliche Choreo, zu Ehren des alten neuen Stadionnamens, die ich bildlich nicht festgehalten habe, aber dazu kursiert ja genug in diesem Netz, von dem alle immer reden. Auch wir hatten eine schöne Choreo im Gästeblock, mit einem kleinen Pixelfehler, aber ehrlich, ich mag das. Also … Teil von Choreos zu sein, ist man auswärts ja nicht ganz so häufig wie daheim.

Und dann ging es los. Endlich wieder in den Support stürzen, plötzlich nicht mehr ganz so wichtig finden, was die letzten Wochen persönlich so los war und sich, wenn auch nur für gute zwei Stunden einfach wohl fühlen. In meiner Haut, im Block, im Stadion, im Laut sein.

Genau das, was ich bei den Bayern bemängelt habe, machten wir am Sonntag besser: Wechselnde Gesänge, ordentlich laut, denn es wurde weniger gemeckert als zuletzt ein paar mal erlebt und einfach massiv Spaß beim Supporten.

bilanz

In Klammern (Pokal-)Heimspiele. Bilanz um S erweitert.

Dass dann auch noch aus heiterem Himmel ein Tor fällt. Und das für uns! Ja, da konnte ja keiner mit rechnen! Es war ein ziemlich zerfahrenes Spiel zu Anfang gewesen und ehrlich gesagt hatte ich absolut kein Gefühl, wie das ganze ausgehen würde, aber nachdem ich mir im Vorfeld meine Bilanz der Auswärtsspiele in dieser Saison angesehen hatte, war ein hohes Unentschieden oder ein Nothing to Nothing ziemlich wahrscheinlich. Davon ging ich auch nach Hornschuhs im Nachhinein ja leider um eine Fußsohle im Abseits stehendes Tor aus, freute mich aber immens für Marc. Ich hab am Anfang der Saison, genauer gesagt nach dem Frankfurtspiel, absolut keine Erwartungen an ihn gehabt und vermutete ihn als Backup, umso schöner, dass sich ein Spieler wie er derart gut in der Mannschaft eingefunden hat und nun auch noch Tore schießen kann, wenn das sonst keiner übernehmen mag.

Im Folgenden gab es ja nun wirklich die ein oder andere Torchance, auf beiden Seiten, wenn sich die in Grün und Weiß auch eher auf Distanzschüsse beschränkten, aber die Defensive stand. Sie waren sicher und man konnte wirklich sehen, dass da hart dran gearbeitet wurde, dass die Defensive gut stand, nicht wirklich viel durchließ und wenn doch einmal, der Ball entweder von allein vorbei segelte oder in Himmelmanns sicheren Händen landete. Ich bekam keine Herzkasper, nicht mal wenn die Fürther im Sechzehner rumturnten.

Im Gegenzug dazu hatte Alushi eine sehenswerte Chance und ich fühle mich zu einem „Ich habs euch doch gesagt, Alushi ist wichtig!“ gezwungen, wo er der Spieler war, der mir gefühlt vor Weihnachten am meisten im Mittelfeld gefehlt hat. Er scheint manchmal einfach den Überblick zu haben und auch die Entscheidungen, ob man mit Ruhe oder eben doch mit dem Überraschungsmoment im Rücken nach vorne spielt, scheinen mit Alushi im Mittelfeld durchdachter. Dazu muss man aber auch sagen, dass Buchti sich – und das kann man nicht anders und dennoch ähnlich deutlich ausdrücken – den Arsch aufgerissen hat. Ich war massiv begeistert von unserem Mittelfeld, die liefen und ackerten und gaben so einiges. Ratsche fiel immer wieder mit Balleroberungen auf, bei denen er leider zum Teil auch direkt wieder den Ball verlor. Dennoch ging er immer wieder drauf und hat nicht zuletzt einmal mit dem Körper den Ball abgeschirmt. Wer so kämpft, darf auch Fehler machen. Ganz großes Mittelfeld am Sonntag.

Wie das Mittelfeld, so allerdings auch die Abwehr, denn nicht selten sah man einen Zier auch mal im anderen Sechzehner turnen und einmal sogar leider nur um einen Hauch das Tor nach einem schwierig zu platzierenden Kopfball verfehlen. Alushi ebenfalls mit einer klasse Chance, das konnte sich wirklich sehen lassen.

Aber alles getoppt von dem Konter. Dem Konter. Balleroberung am Rand des eigenen Sechzehners, Alushi und Thy schieben sich den Ball zu, Thy sieht Sobota rechts vorne, passt – UND DER KOMMT AN! Sobota nimmt den Ball an (auch keine Selbstverständlichkeit bei unseren Angriffen, hust!), geht strack auf den Keeper zu und schummelt den Ball irgendwie über ihn rein. EISIGKALT, dieser Waldi. Ein unfassbar geiles Tor und nachdem der Jubel abgeklungen war, blieb die Verwunderung, dass ein Konter so schön ausgespielt und versenkt worden war. Herrlich, einfach nur geil.

Der Rest des Spiels verlief nicht wirklich dramatisch. Noch immer keine Herzkasper bei mir und wenn einer kurz bevor stand, war da ja immer noch Robin Himmelmann. Was machten wir nur ohne dich.

Als Verhoek eingewechselt wurde, raunte man „Oh, Ewald will das Ergebnis sichern“ und das ist irgendwie so zutreffend, dass es traurig ist, wenn es zur Einwechslung eines Stürmers gesagt wird. Dass es leider verdient ist, wusste er auch direkt zu beweisen. Same old story, Ball im Sechzehner, Annahmeversuch, versprungen. Es ist nicht zu fassen. Mein zynisches Ich erwähnte später, dass Verhoek es wohl sogar schaffen würde, einen ruhenden Ball verspringen zu lassen.

Aber auch so war die Stimmung massiv ausgelassen, wir hatten Spaß. Alle, glaube ich, inklusive der Mannen auf den Zäunen, die wiederum mir richtig viel Spaß machten. Mein absolutes Highlight? Die Sprachschule. (Nicht ganz im Wortlaut, aber im übertragenen Sinne hinkommend:)

„Leute, Leute. Wo wollt ihr denn so schnell hin? Macht das doch mal laaangsamer. So:

Hier – gewinnt – nur – einer –

– PAAAAAUUUUUSEEEE –

Sankt – Pauli – und – sonst – keiner!“

Ich lachte herzlich und hatte wirklich richtig Spaß. Damit war ich offensichtlich nicht die einzige und es herrschte eine ausgelassene Stimmung, auf die man im letzten Jahr zu dieser Zeit vergeblich gehofft hätte. Solche Spiele, mit diesem Support, und diesen Leuten, sind es, die einen morgens um fünf aufstehen lassen, um in irgendeine Kleinstadt (Sorry!) zu fahren, um seine elf Mann kicken zu sehen.

Das ist mein Block. Da fühl ich mich wohl. Sicher – und wohl. Danke dafür. Ihr seid alle ganz schön dufte.

Wir sehen uns in Duisburg. Ich bin die, die die ganze Zeit Bratwurst essen wird. Duisburger Bratwurst ❤