Archiv für den Monat Oktober 2015

Tourigans auf der Suche nach dem verflixten Maulwurf

Berlin, das war ja mal ein kurzes Vergnügen. Mittlerweile sitze ich wieder im Bus auf dem Weg nach Hause und versuche irgendwie, genug Arm- und Beinfreiheit zu finden, um halbwegs angenehm mein unsachliches Gepöbel vom Stapel lassen zu können. Is‘ janz schön eng hier, sind aber nur noch knapp vier Stunden – also hey!

Berlin war eigentlich auch eines der Wackelspiele für mich:  Einerseits wollte ich doch ganz gern hin – andererseits ist Berlin ja nu doch ein Stückchen von daheim entfernt. Wenig überraschend sind wir dann also nach Berlin gefahren. Nach einem kurzen Zwischenstopp in einer Kölner Kneipe in Bahnhofsnähe zum Fußballschauen ging es dann mit dem Bus über Nacht nach Berlin. Gerade als ich so das Gefühl hatte, ich hätte mir sämtliche Wirbel im Nacken einmal neu arrangiert, kamen wir dann morgens um acht endlich an. Da ging das Elend dann los und nicht wie gedacht zu Ende.

Es war mein erstes Aufeinandertreffen mit der Hauptstadt und das fing gar nicht mal gut an. Nachdem wir die S-Bahnhaltestelle gefunden hatten, erfuhren wir auf die harte Tour, dass Union nicht zu den guten Geistern der Bundesligisten gehört, die in irgendeiner Art mit dem lokalen Verkehrsverbund zusammenarbeiten. Nun gut, passiert dir einmal und danach nie wieder – hoffe ich jedenfalls.

Es wurde schnell das Gepäck schon mal zumindest im Hostel gelagert, auch wenn man natürlich noch nicht aufs Zimmer konnte, bevor wir uns langsam auf den Weg Richtung Hauptbahnhof zu machen um uns da dem großen Trupp anschließen zu können. Auf dem Wege dann noch schnell (und zufällig) ein paar andere alte Bekannte getroffen und uns flink rein in die USP Bahn geschmuggelt. Lässige Bahnfahrt, recht unkompliziertes Umsteigen, soweit ich das mitbekommen hatte – verlaufen  konnte man sich dank der Barrieren auf zwei Beinen jedenfalls nicht beim Umsteigen. Alles tutti.

Den samstäglichen Spaziergang konnte man dann eigentlich auch gleich abhaken, wo doch gefühlt halb Berlin auf dem Weg von der Haltestelle zum Stadion durchschritten wurde. Aber irgendwie hat das ja auch was, dieses gemeinsam zum Stadion marschieren, das bleibt mir ja meist verwehrt und ist angenehm, wenn es dann mal zu erleben ist.

Joa, und dann war sie da. Gleich hinter dem Matschweg lag passenderweise die alte Försterei. Die Kontrollen fand ich schon … puh, grenzwertig. Also einerseits so dermaßen gründlich sein und tatsächlich zu überlegen, ob man mir den absolut gefährlichen Gegenstand eines Müsliriegels abnehmen sollte und andererseits nicht mal in Brillenetuis hinein zu schauen ist halt irgendwie lächerlich. Gewohnterweise wurde das Deo im Handtaschenformat als extrem gefährlich eingestuft und dann eben entsorgt. Ich weiß auch nicht, warum ich nie daran denke, aber in Darmstadt war es eben nie ein Problem. Von den Dingern hab ich vermutlich noch nicht eines aufgebraucht, wo sie eigentlich alle vorher in einem Stadionmülleimer landen.

Nun gut, man war drin. Vor uns erhob sich die Böschung und obenauf das Stadion an der Alten Försterei. Ehrlich gesagt war das eines der Stadien, die mich an der diesjährigen wpid-20151017_125736.jpgZweitligakonstellation am meisten reizten. Es hat einfach was – und der Eindruck bestätigte sich auch von innen. Der komplette Bereich hinter dem Tor für die Gäste, ein, was die Akustik betrifft, freundlich gebautes Stadion und irgendwie hat es dieses gewisse Etwas. Ich fühlte mich wohl.

unionbanner

„Gleiches Recht für alle!“

Stimmungstechnisch fehlte anfangs ein wenig der Wumms bei uns, fand ich, aber es ging an sich wirklich gut. Die Unioner zeigten eine recht ansehnliche Blockfahne über der Gegengerade und uns gegenüber wurde ein Banner ausgerollt, das gleiches Recht für Gäste- und Heimfans forderte. Schöne Geste, das würde ich so auch gerne sehen.

Die Aufstellung überraschte ja an sich nicht sonderlich: Thy wieder im Sturm, wenn auch derzeit ähnlich ungefährlich wie der zahnlose Tiger Verhoek, dass Picault für Maier in die Startelf rückte war zwar an sich nicht zu erwarten, nach Maiers Erkältung allerdings ein logischer Schritt. Ansonsten „alles wie immer“.

Das zog sich auch durch die ersten zwanzig Spielminuten, wobei man da vielleicht auf „alles wie immer diese Saison auswärts“ ausweiten bzw. eingrenzen müsste. Die Defensive stand kompakt, wenn mal eine Chance für die Berliner entstand, dann behinderten sie sich entweder gegenseitig, Himmelmann fischte den Ball aus der Luft oder es wurde schon vorher geklärt. Da fiel mir persönlich besonders Ziereis auf, der geschickt und ohne Fouls noch im Strafraum oder an dessen Grenze den ein oder anderen wichtigen Ball erobern konnte. Echt stark, wie souverän er mittlerweile spielt.

Nach zwanzig Minuten war es den 22 da unten auf dem Rasen wohl etwas zu fad geworden, mit zwei nahezu gefahrlos verteidigenden Mannschaften weiter zu spielen und mit etwas Glück landet Buballas Flanke vom Unioner verlängert direkt bei Sobota, der den Ball endlich im Tor versenkte.

Große Freude, riesen Jubel – alles tutti! So macht weit auswärts fahren doch richtig Spaß. Dachte ich mir da so und sah zu, jede Minute zu genießen. Auch wenn man mit der bisherigen Saison doch eigentlich Gefahr läuft, die letzte schnell zu vergessen, bleibt sie mir im Hinterkopf wie ein Spukgespenst, das hin und wieder meint, den in der hinter letzten Ecke vergrabenen Schrank mit „Abstiegsängsten“ abstauben zu müssen – um sie ja intakt zu halten, falls man sie mal wieder braucht. Ja, mag ein bisschen bescheuert sein, aber auswärts in Führung zu gehen macht einfach Spaß und das umso mehr, wenn man ab und an mal daran denkt, wie die Fahrten letztes Jahr so waren.

Doch, tat gut zu führen. Gerade wo ja auch ein Tor in den letzten Auswärtsspielen eher selten war: Bisher hatte ich tatsächlich genau eines für uns gesehen und das war in Leipzig. Gut, in Frankfurt auch das einzige gegen uns, aber hey, trotzdem. Irgendwo war es ja dann klar, dass nach so vielen torarmen Spielen mal ein Bochum oder Frankfurt 2014 wieder vorkommen musste.

Obwohl man eigentlich ganz gut weiter spielte, fiel dann natürlich noch vor der Halbzeit das Gegentor. Was ich bisher so gehört habe, ging das ziemlich auf Himmelmanns Kappe, aber es wäre ja auch irgendwie nicht ein Spiel  bei Union gewesen, wenn unser souveräner Schlussmann nicht hier den ersten größeren Patzer hingelegt hätte. Ich war versucht den Maulwurf zu suchen und ihn zu bitten, mal auf der anderen Seite zu buddeln, aber da fiel auch schon der zweite Treffer für die Unioner. Was zur Hölle war denn da gerade passiert?

Da ich da immer noch keine Antwort darauf weiß (mir fehlen einfach noch die Fernsehbilder) mach ich einfach weiter im Text. Nach der Halbzeitpause kam mir die Stimmung bei uns irgendwie  … schläfrig vor. Nun, schläfrig ist vielleicht das falsche Wort, aber „stagniert“ oder „versteinert“ trifft es halt nicht. Überrumpelt vermutlich am ehesten. Auf den Zäunen wurde ein wenig umgestellt und mit viel Mühe die Masse wieder motiviert.

Interessanterweise war aber nirgends zu spüren, dass man aufgegeben hatte. Fand ich recht kurios, schließlich spricht die Anzahl der Tore, die wir bisher so geschossen hatten, nicht unbedingt für die Wahrscheinlichkeit ein Spiel sogar noch komplett zu drehen. Verzweifelt wurde aber nicht und das sah man auf dem Feld genauso. Die Braunweißen waren da eindeutig überlegen und mit dem eingewechselten Maier kamen dann auch gleich zwei Mal Schüsse, die das Alu nur so zittern ließen. Auch wenn die leider noch wirkungslos blieben, hatte man nicht das Gefühl, dass die Mannschaft sich aufgegeben hätte. Da wurde weiter gekämpft …

… und sich in Form von Marc Horny Hornschuh (sorry, der war … da konnte ich nicht dran vorbei) belohnt. Schönes Schüsschen und ich hab ehrlich gesagt erst gerafft, dass der drin war, als alle so komisch laut wurden.

Und das blieben. Es wurde nicht nur ausgeglichen, nö, das war ja zu wenig. Quatsch, man drehte einfach mal das Spiel als hätte man die ganze Saison nichts anderes gemacht. Ja, gut, auch bei Tor Nummer drei hatten wir viel Rückenwind (hihi) aber man muss halt auch einfach mal ein bisschen Glück haben. (Das hätte man vielleicht den Unionern einfach mal verschweigen können…)

Und ab da machte das Supporten wieder so richtig richtig richtig viel Spaß. Es war laut, man bewegte sich – nicht falsch verstehen, ich fands vorher auch schon ziemlich gut, aber SO laut waren wir doch erst nach dem dritten Tor.

Mit Minute 80 kam dann langsam wieder das „Wir verkackens noch auf letzten Metern“-Gefühl zurück. Union rannte an und rannte an und schoss mal und Himmelmann sicherte und dann wieder alles von vorn. Es war absolut logisch, dass wir uns da noch einen fangen .. oder?

Eigentlich nicht unbedingt. Auch wenn Union sich wirklich die Hacken abrannte, es war immer noch ein offener Schlagabtausch und wenn man nicht gerade ein „Schönfußballverfechter“ ist, dann war das sicherlich eine sehr unterhaltsame Partie. Als Fan in braun-weißem Stöffchen im Gästeblock allerdings verdammt nervenzehrend. Da kommen dir halt 3 Minuten schon mal wie 12 vor. Oder 45.

Tatsächlich entwich auch mir, ob der Schiri wohl eine „dritte Halbzeit“ spielen lassen wollte. Das Stadion in allen Ehren – schafft euch ’ne Uhr an. Muss nicht mal eines dieser fancy LED-Wänden-Dingern sein, die Tortafeln find ich auch sehr süß, aber eine Uhr hätte echt was. So wurde das gemeine Gepöbel doch recht laut und die Forderung nach Abpfiff immer lauter.

Wir wussten wohl alle, was noch kam. Minute 94, Sobiechs Hacke, zack, Tor. Nein, zwar kein Eigentor aber mit viel Dusel für die Unioner der Ausgleich. Verdammte Axt nochmal was soll der verdammte Mist.

Na klar, es wurde dann natürlich auch nicht mehr nochmal neu angestoßen, sondern direkt abgepfiffen. Für den gemeinen Fan wie mich, dem die Nachspielzeit wie 15 vorgekommen war, absolut unverständlich.

Und darüber will ich auch noch meckern können dürfen 😉 Nicht, dass ich eine Erlaubnis dazu bräuchte, aber ich werde es einfach tun. In dem Moment war es einfach verdammt scheiße, dass der gute Mann in gelb sich nicht an seine eigens festgelegte Spielzeit hielt und darüber mecker ich. In der Hitze des Gefechts vielleicht auch ein wenig zu deutlich. Aber so ist das nun mal.

Gerade als ich mich ausgeschimpft hatte, sickerte durch, dass den Unioner für ein paar Bier nach dem Spiel wohl doch die Angst ergriffen hatte (Jaha, das hast du richtig gelesen!), anders konnte man sich das ja nun nicht erklären. [;)]

Auf den Spaziergang zurück zur SBahn folgte dann ein kurzer Touristopp. Ich war schließlich noch nie in Berlin und auch wenn für das nächste Jahr ein etwas längerer Stopp geplant ist, wollte ich doch zumindest einmal das Brandenburger Tor sehen. Statt der drei Punkte mit nach Hamburg wurde dann wenigstens das Tor von den Tourigans eingenommen.
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Ja und so viel bleibt da dann eigentlich auch nicht. Berlin hat es uns nicht leicht gemacht und wo langsam der Frust über die 90+vierte Minute abflaut, kann man es ja fast wagen, zu sagen man hätte außer dem einen Zähler noch was positives mitnehmen können: 1. nur noch 21 Punkte!! 2. Nach einem Rückstand muss man nicht völlig verzweifeln. Auch wenn mir deutlich lieber wäre, dass wir dabei den Part mit dem Rückstand einfach komplett auslassen. Aber es ist gut zu wissen, dass die Mannschaft derart zurück kommen kann und trotz wirklich bitterem Doppelschlag in drei Minuten immer noch ein sehr ordentliches Spiel machen kann.

Für Sonntag gegen Freiburg wünsche ich mir dann einfach ein paar massive Fehler weniger und … so fünf Tore auf unserer Seite? Die Tordifferenz der Breisgauer kann sich ja so wirklich keiner antun. Bescheid. Achja und noch was: Einen erträglichen Kommentator – ist schließlich ein Heimspiel und da muss ich ja noch wie gewohnt von der Couch aus pöbeln.

Lange lässt das nächste Spiel zwar nicht auf sich warten, aber da es gegen Bochum immer noch eine Lieblingsspiele ist, freu ich mich.

Wir sehen uns & immer schön braun-weiß bleiben!

(#Wort1910Boooooom!)

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Verspätung.

Mit reichlich Verspätung setze ich mich schließlich doch noch an ein paar Worte zur Auswärtsfahrt nach Paderborn – es wird hier allerdings sicherlich nichts unbedingt neues zu lesen geben, diese Beitrag dient einzig und allein dem Zweck, dem der ganze Blog hier unterstellt ist: Mir irgendwann die Möglichkeit bieten zu können, meine (hoffentlich) erste 16+x  (x>=1) Saison für den magischen FC noch einmal nach empfinden zu können. Daher nun mit wirklich viel Verspätung, schließlich hat es mittlerweile schon ein weiteres Spiel am Millerntor gegeben, mein Rückblick auf den Samstag.

Paderborn ist, wenn man die Luftlinie betrachtet, überhaupt nicht weit weg von meiner Heimatstadt und doch stellte sich die Anreise mal wieder als komplexer heraus, als gedacht. Klar, wir hätten mit dem Auto fahren können – das wären wohl so 90 Minuten Fahrt gewesen, aber hey, wir können immerhin innerhalb NRWs kostenlos mit der Bahn fahren und sind halt immer noch Studenten, wo die Auswärtsdauerkarte dann doch kleine bis mittlere Löcher in den Geldbeutel frisst. Also ging es mit dem Zug auf die Reise nach Paderborn. Wie bescheuert die Route war, die uns die Bahn-App da ausgespuckt hatte, stellten wir allerdings erst auf der Fahrt fest: Siegen – Köln – Hamm – Paderborn.

Für die, die genauso wenig am Schirm hatten, wo das ganze so liegt, hier mal eben veranschaulicht:

Route

War eine kleine Weltreise. Und zeitlich doch recht knapp bemessen – was im Endeffekt natürlich auch wieder nicht unbedingt die beste Idee war. Hätte die Bahn ihre normalen Verspätungen gehabt, alles easy, alles tutti – wir wären pünktlich. Da sie aber doch heute mal wieder alles geben wollte und es eine nicht unwesentliche Streckensperrung gab, saßen wir noch über eine halbe Stunde mit dem Zug irgendwo in Köln fest. Auf die Verspätung addierte sich dann immer mehr herauf, weil die Züge vor uns natürlich auch noch irgendwie da hin mussten, wo sie hinwollten – und so bekamen wir genau den letzten möglichen Zug von Hamm nach Paderborn und dort auch den allerletzten Shuttlebus zum Stadion.

Wir waren später drin als in Frankfurt. Und das will was heißen. Aber die Leute an der Kontrolle waren sehr locker drauf und auch darauf bedacht, den letzten Schwung noch zeitnah in Stadion zu lassen. Witzigerweise wurde ich noch nie kontrolliert, wenn ich einen Rucksack abgegeben hatte. Da gabs allerdings einiges zu lachen: Sehr süß fand ich die abgenommenen Aufkleber, die man sich nach dem Spiel wie eine Tasche wieder abholen konnte. Das entlockte mir doch wirklich ein Schmunzeln.

Es ging also auf in den Block. Der war dermaßen überfüllt, aber das war an sich auch kein Wunder, weil ja niemand die Karten kontrollierte. Es musste aber auch für mich unbedingt dieser Block sein, das wollte ich mir doch nach solch einer Odyssee von Anreise nicht auch noch nehmen lassen. Dass das vielleicht nicht die beste Idee war, eröffnete sich mir dann während der ersten Hälfte bereits.

Wir standen – so spät wir waren – natürlich eigentlich im Gang. Klar, selbst Schuld, sich da hinzustellen, aber nach einer Weile nervt es doch enorm, wenn man immer wieder die gleichen Nasen an einem vorbei lassen musste. Einer brachte es innerhalb der ersten 50 Minuten ungelogen auf geschlagene 7 Mal die Treppe hinunter gehen. Sieben Mal. Ist man nicht eigentlich da, um ein Spiel zu stehen oder um die ganze Zeit zum Bierstand zu rennen? Nun ja, im wahrsten Sinne: Nicht mein Bier.

Vom Spiel ist nicht allzu viel hängen geblieben, wenn ich ehrlich bin. Ich erinnere mich, dass ich nicht sonderlich begeistert von Dudziak war, was sich leider diesen Samstag fortsetzte, aber generell nicht viel nach vorne ging, sobald man mal die Sechzehnerlinie passiert hatte. Alles wie immer also.

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Im Endeffekt brachte Paderborn aber schlicht auch nicht mehr auf den Rasen, was das Spiel einfach zu einem klassischen 0-0 gemacht hat. Keiner hatte wirklich mehr verdient, auch wenn vielleicht mehr drin gewesen wäre. Werden wir halt die 0-0 Könige. Hätte ich gesagt, wenn nicht das Spiel gegen Sandhausen* auch schon durch wäre.

*(Hier war mir vorhin ein grober Schnitzer unterlaufen. Man verzeih es mir, ich bin derzeit mit dem Kopf überall, aber nicht bei bitteren Niederlagen)

Stimmungstechnisch war das ganz ok, denke ich. Ich hatte nicht die Möglichkeit, mir das ganze nochmal an der Flimmerkiste anzusehen, auch wenn das vielleicht ganz reizvoll gewesen wäre, wo das Stadion sich ja eigentlich für laute Gäste nahezu anbietet. Aber es war einfach tierisch eng, das war nicht ganz so optimal. Man hätte sich vielleicht wirklich besser auf die zwei Teile des Gästeblocks verteilen können, aber man lernt ja nie aus.

Die Bratwurst schmeckte tatsächlich auch ziemlich gut, dass muss man ja doch zugeben. Die Rucksackausgabe hingegen war dann ein wenig abenteuerlich: Ganze drei Rucksäcke waren noch übrig und der junge Mann, der meinen Zettel in der Hand hielt, war nicht im Stande, meinen zu finden. Also drängelte ich mich unter regem Prostest der anderen Ordner und meinem „Er hat mich doch gerufen“-Gezeter dahin, um ihm zu zeigen, welcher Rucksack denn der meine ist. Ging dann auch recht glatt und ab gings, mit dem Bus wieder zum Bahnhof.

Dort kannte die Polizei leider gar keinen Spaß und jeder – ob man nun dort hin wollte, oder nicht – wurde zum Sonderzug gelotst. Hey, ist ja cool, ich wäre gern mit eingestiegen, wo ich doch immer noch davon träume, endlich mal eine Sonderzugfahrt mitmachen zu können – aber leider wollte mein Mitfahrer ungern in Hamburg landen. Versteh ich auch nicht, warum, aber nun gut. Dann musste man halt durch die Barrieren klettern und sich dann irgendwie beim Bäcker und dem einzigen Kiosk zu dem man uns hinließ, noch Proviant für die fast 5 Stunden Heimfahrt zulegen.

Auf der ersten Etappe dann doch noch ziemlich lustige Ruhrpottzecken kennen gelernt, die (großteils jedenfalls) noch ziemlich gut drauf waren. Lustig war’s, aber als dann beim Umsteigen noch ein Junggesellinnenabschied zustieg, waren sie plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Ich fands extrem witzig.

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Es gab dann noch den kurzen Zwischenstopp in Köln und da war es gar nicht mal so hässlich. Aber vielleicht kam das auch davon, dass es das letzte Mal Umsteigen vor Zuhause war.

Nun ja, kann ich Paderborn nun auch abhaken. Und weil ich mit jeder Fahrt ja die vorige übertrumpfen muss, gehts als nächstes nach Berlin.

Man sieht sich, bis dahin immer schön braun-weiß bleiben.