Archiv für den Monat Mai 2015

Ey, Fußballgott – du bist doch ein bisschen Braun-Weiß, ne?

Langsam ist es so weit. Der Zeitpunkt, den ich so gerne noch ein ganzes Stück vor mir her geschoben hätte. Nun gut, das mag ich eigentlich jede Saison, denn wer will schon Sommerpause? Aber dieses Mal … dieses Mal ists doch nochmal anders.

Wie schön es gewesen wäre, am Sonntag schon alles klar zu machen! Bochum hatte nichts mehr zu verlieren, genauso wenig zu gewinnen und wurden von den Boys in Brown nach anfänglicher Führung mal eben vom Millerntor gepustet. 5:1. FÜNF ZU EINS! Goattnochmoooa. Das muss doch einfach reichen! Doch die ständig eingeblendete Blitztabelle – die für einen kurzen Moment wohl Schluckauf hatte und es wagte, uns mit der „18.“ davor zu zeigen! – bietet Ernüchterung. Hm. Vermutlich wäre ich ohne den Zweifel, die kleine Sorge (holy, Untertreibung des Jahrzehnts), dass es am Ende doch nicht reichen könnte, 9 Punkte aus den letzten drei Spielen geholt zu haben, unerträglich gewesen mit meiner guten Laune. Selbst so fragte der Chef „Habt ihr am Wochenende gewonnen?“ nachdem ihm meine Dauergrinserei aufgefallen war.

Sechs Mannschaften kämpfen noch drum. Gut, fünf. Aalen ist durch. So richtig, wo es da doch eventuell nicht mal mehr für Liga 3 reichen könnte. Ganz ganz bitter – aber wer würde mir glauben, dass ich nicht zumindest erleichtert wäre, dass einer der direkten Abstiegsplätze bereits in festen Händen ist? Muss ich ja zugeben, auch wenn ichs niemandem gönne, dann direkt in solch einen Strudel zu geraten. Gut, auch da gäbe es den ein oder anderen Kandidaten, bei dem ich das durchaus … nicht mitleidig mit ansehen würde. (#sorrynotsorry)

Aber immerhin eines steht fest: Wir haben es selbst in der Hand. Hauen wir Darmstadt weg, wie wir es mit Braunschweig, Kaiserslautern und Düsseldorf auch getan haben (Bochum ginge doch ein bisschen zu weit), wird alles gut. Also? Darmstadt weghauen!

Ich muss ja zugeben, dass die Lilien mir nicht unsympathisch sind. Gleich zweimal waren sie in dieser Saison schon der Grund, dass ich ins Stadion ging. Einmal daheim am Böllenfalltor & einmal auswärts in Frankfurt. Sympathische Truppe, klasse Trainer und alles irgendwie noch bodenständig. Ja, ich kann wohl kaum behaupten, dass es mich nicht freuen würde, wenn die Lilien einen Durchmarsch machten, aber …

Aber bitte nicht gegen uns. Ey, ihr hättet letztes Wochenende alles fix machen können und verliert dann gegen Fürth. Gut, das ist keine Schande, aber echt mal. Hättet ihr nicht mal eben gewinnen können und Sonntag dann zum Auslaufen antreten? Ist doch eh Schlossgrabenfest, da kann man auch vorher schon feiern.

Aber nein. Ihr müsst es natürlich wieder kompliziert machen. Oder wir. Keine Ahnung. Vielleicht machen auch wirklich eher wir es kompliziert – wobei … 9 Punkte aus drei Spielen? DAS KLINGT GAR NICHT KOMPLIZIERT. Sondern nach Klassenerhalt. So.

Naja. Es ist nun mal so, wie es jetzt ist. Ich kann nicht verschweigen, dass ich mir Sonntag einen Sieg des KSC wünsche, einfach weils gegen Aue ist. Nicht, dass ich was gegen Aue hätte – der Ground fehlt mir noch und damit auch die begründete Antipathie – sondern einfach weil ich auch den zweiten Abstiegsplatz gern fest besetzt hätte, und das selbstverständlich ohne braun-weiße Beteiligung. Deswegen wäre es wohl auch eines der wenigen Male, wo ich mich wirklich über einen Düsseldorfer Sieg freuen würde – dann wäre ja alles klar.

Aber im Endeffekt kann auch jedes andere Szenario eintreten, das meinen FCSP nicht auf einem Relegations- oder Abstiegsplatz stehen lässt. Ein Auswärtssieg in Darmstadt wäre mir aber wirklich das liebste. So rein für die Nerven.

Ansonsten bleibt nur zu hoffen, dass der Fußballgott nun doch das braun-weiße Trikot übergestreift hat und ein wenig nach hilft. Vielleicht müssen wir ihn nur nochmal wachrütteln.

Also alle hin da. Ja, gut, wer hinfährt ist klar, so begehrt wie die Karten waren. Alles raushauen. Noch einmal richtig laut werden, dann können die Stimmbänder sich danach mal ein paar Wochen ausruhen. Und hey, das Böllenfalltor ist noch eins der richtig schönen, alten Stadien, so puristisch und kahl. Einmal die Lilien aus dem Stadion brüllen, das wär’s doch.

Wir sehen uns Sonntag.

With hope in your heart!

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Von Aufstiegen, Nichtabstiegen & Lilien, die das Feiern noch üben müssen…

Es ist Dienstag, ich sitze an meinem Schreibtisch und muss darauf achten, mit dem Stuhl nicht zu weit zurück zu fahren, wo doch da noch die halb ausgepackte Tasche vom Wochenende im Weg liegt. Irgendwie passt diese Tasche zu meiner Gefühlslage, ich hab einfach noch nicht komplett mit dem Spieltag, dem Abstiegskampf und der ganzen Saison abgeschlossen, warum kann ich mir allerdings selbst nicht so richtig erklären. Aber von vorn.

Für mich ging es mit zwei Freunden erst am späten Sonntag Morgen auf die Bahn Richtung Darmstadt, wo es ja nicht ganz so weit entfernt der Heimat liegt. Während ich auf der ersten Etappe unseren lieben Fahrer beinahe zu Tode gequasselt hätte, schwieg ich, je näher wir dem Ziel kamen. Viel zu viele „wenns“ und „könnte“ und „Was wäre“ schwirrten mir im Kopf herum, obwohl ich eigentlich über die vorher gegangen Tage meinen Frieden auch mit einem Abstieg gemacht hatte. Klar, ich würde die für mich spielreichste Saison damit verpassen, aber dann stünde ich eben in Großaspach, statt Heidenheim – auch zu ertragen. Von dieser Haltung war dann nicht mehr allzu viel über, als wir die Klamotten bei der Lieblings-Lilie abgeliefert hatten und uns auf den Weg in die Innenstadt machten.

Dort trennten sich dann bald auch die Wege, schließlich war ich die einzige unserer Truppe, die noch eine Karte für den Gästeblock hatte ergattern können und so auch einen komplett anderen Weg zum Stadion antreten musste. Rein ging es in den Bus und schnell scherzte man dann auch mit den Lilien, die außer mir die einzigen „stadium bound“ Menschen in dem Bus waren, denn man wunderte sich über das ausgeprägte Polizeiaufgebot am Bahnhof, deutete auf mich und konstatierte: „Also sooo gefährlich sehen die ja gar nicht aus.“

Ich verzichtete darauf, dem „Ich bin vielleicht klein, aber scheiß gefährlich“-Leitsatz Ausdruck zu verleihen und scherzte lieber ein wenig weiter mit den Mitfahrern, denen die Nervosität ähnlich anzumerken war, wie man sie in Großbuchstaben auf meiner Stirn geschrieben fand.

Meine anfängliche Sorge, ich könnte vielleicht trotz des Granaten-„Da musst du langlaufen“-Plans des lieben Darmstädters mal wieder in die falsche Richtung laufen, erwies sich als absolut unbegründet, wo ich ja direkt auf die paar Hundert Braun-Weißen zu lief, nachdem ich den Bus verlassen hatte. Das war wirklich einfach. Nun galt es nur noch, die Leute zu finden, die sich meiner annehmen wollten, wobei sich auch das als einfacher heraus stellte als geplant.

An dieser Stelle schon mal ein kurzer Einwurf: Es hat mich wirklich gefreut, euch kennen lernen zu dürfen & noch einmal vielen Dank, dass ihr mich mit ins Stadion genommen habt. In Gesellschaft macht das ja doch viel mehr Spaß, als alleine und planlos. 🙂

Es ging dann irgendwann ins Stadion und ich muss sagen, dass ich ein wenig überrascht von der Gründlichkeit der Kontrolle war, weil ich das bisher am Böllenfalltor nicht so extrem erlebt hatte. Aber nun gut, auch die Polizisten im Block wirkten ein wenig befremdlich und dennoch nicht unbedingt störend – auf mich jedenfalls, ich weiß nicht, wie es da anderen erging.

Das Spiel. Puh. Es verging noch eine ganze Weile, bis überhaupt endlich angepfiffen wurde aber man fand schnell Gesprächsthemen mit den Umstehenden und mein Nebenmann brachte mich immer wieder zum Lachen, wenn ich gerade mal wieder zu grimmig* dreinschaute. (*entschlossen!)

Schließlich kam dann doch der Anpfiff, lauter braune und weiße Luftballons – und Glitzerkonfetti! In meinem Leichtsinn hatte ich mir das als Spaß ausgemalt, wurde allerdings bis zum nächsten Morgen eines Besseren belehrt. Himmel, was klebt das Zeug. Lustig war es allerdings trotzdem und Glitzern seht ihr mich sowieso in nächster Zeit erst mal nicht mehr. Glaube ich.

Das Geschehen auf dem Platz also. Wir konnten dieses Mal gar keine Tore schießen, weil ich beide Tore im Blick hatte. Das konnte nicht funktionieren, aber ich hab oft genug die Augen zu gemacht, dass ich es nicht alleine Schuld gewesen sein kann. Hoffe ich jedenfalls! Aber es war auch ein Spiel, bei dem ich mich voll in den Support reinhängen konnte. Auch hier nochmal großes Lob an meine Umstehenden – das hat richtig Spaß mit euch gemacht! Nach den Auswärtsdebakeln in München und Karlsruhe war das jedenfalls Balsam für meine Supporterseele. Und meine Stimmbänder, die heute noch so ächzen, als hätte ich die letzten 20 Jahre durchgesoffen, nicken auch in approval.

Ich mag gar nicht viel dazu schreiben, weil ich vermutlich eh nur einen Bruchteil mitbekommen hab. Ich war viel zu sehr damit beschäftigt, diese komplette Atmosphäre in mich aufzusaugen. Ich hatte Spaß und das trotz dieses enorm wichtigen Spiels, dessen Ausgang womöglich massive Probleme auf uns hätte zukommen lassen.  Und irgendwie gehört eben auch das zum Fansein dazu.

Im Block ging hin und wieder mal ein tuschelnder Ruck durch die Menge, wenn irgendjemand mal kurz einen Hauch von etwas, das einer Internetverbindung ähnelte, erwischte und die Zwischenergebnisse durchgab. Vorerst alles gut. Karlsruhe führte, Heidenheim führte. Weiter gings.

Als dann das Gegentor fiel, brüllte ich irgendwas, das lieber im Block bleiben und nicht schriftlich festgehalten werden sollte, und drehte mich kurz um, nur um ausdruckslose, fassungslose Gesichter zu sehen. Würde es reichen? Wir hatten noch eine Viertelstunde – alles nach vorne schmeißen und doch noch ein Tor schießen? Reichte ein Unentschieden?

Ich für meinen Teil brüllte all diese Unsicherheit mit den Fangesängen hinaus. Einfach weiter machen. Die Jungs da unten auf dem Rasen mussten das auch.

Und dennoch war es irgendwie allgegenwärtig: Diese Furcht, dass es am Ende doch nicht reichen könnte. Dass es so lange ohne Gegentor dort unten gestanden hatte, schien generell einem Wunder zu ähneln, wo ich die Lilien als deutlich gefährlicher sah, als unsere Offensive. Aber nun hatte man ja doch schon das ein oder andere kuriose Spiel unserer Boys in Brown erlebt.

Abpfiff. Ratlose Blicke. Lilien, die auf den Platz stürmen. Blick nach links. Schulterzucken. Blick nach Rechts. Ein paar unfassbar schrecklich lange Minuten, die vermutlich doch nur Sekunden waren. Hinter mir nickte einer, murmelte „Hat gereicht“, doch niemand wusste, ob er sich das so lange vorsagen wollte, bis es zutraf oder er es wirklich wusste. Und dann waren da die Blau-Weißen vor dem Block, einige reckten den Daumen in die Luft. Sollte es wirklich gereicht haben? Waren wir immer noch drin?

„Ihr steigt auf und wir bleiben drin…“ Da wars. Wir blieben drin! Mein Umfeld setzte sich teils in Bewegung, kurzentschlossen folgte ich, rannte mit nach unten, die Erleichterung ins Gesicht gemeißelt. Freude? Ja, auch Freude. Es war das eine Szenario, mit dem mein engstes Umfeld am ehesten leben konnte: Ihr steigt auf und wir bleiben drin.

Unten wurde es ein wenig zu kuschelig. Kurzerhand kletterte ich mit Hilfe einiger Blau-Weißer unfallfrei über die Bande, wurde geherzt, gedrückt und gehighfived. Von den Gegnern. „Ihr habts gepackt!“ Rufe von beiden Seiten.

Ja, ich weiß nicht was mich ritt, in diesem Chaos Ausschau nach meinen Leuten, die ja auf der Gegengerade gestanden hatten, und gleichzeitig dem Chaostrupp von links neben mir zu halten, wo doch ein paar Tausend Leute gerade mit der Demontage der Stadioneinrichtung begonnen hatten. Tornetze, Eckpunkte, Eckfahnen, Sitze – alles war gefährdet. Und dabei lagen manche einfach nur flach auf dem Rücken und starrten den fast blau-weißen Himmel an, selig lächelnd und wohl kaum in der Lage zu begreifen, was gerade passiert war.

Kurz nachdem mir wildfremde Sankt Paulianer freudig in die Arme gefallen waren, tippte mich jemand auf der Schulter an. Teil eins meiner Gruppe! \o/

Wir machten uns auf die Suche nach dem Rest und ich fand mich mit ihnen auf der Gegengerade ein. Deswegen hab ich euch leider auch nicht Tschüß sagen können & wie sehr es mich gefreut hat, euch kennen zu lernen. Wir hätten uns in dem Chaos vermutlich nie wieder gefunden.

Nachdem mein lieber Darmstädter ordentlich geherzt wurde und ich nicht nur wegen des Glitzerkonfettis in meinem Gesicht vor mich hin strahlte, machte man sich dann auf den Weg in die Innenstadt: Schließlich war Schlossgrabenfest.

Sollte jemand von euch mal abseits vom Fußballgeschehen – oder so passend wie wir eben – zum Zeitpunkt des Schlossgrabenfests in Darmstadt sein: Gönnt euch mal einen Schlenker über das Gelände. Das Schlimmste, was euch passieren kann, ist, dass ihr satt und mit 20 Euro weniger endet. Lohnt sich auf jeden Fall und man kann sich wirklich einmal durch die halbe Weltgeschichte essen. Was wiederum meine Begeisterung für das Fest erklärt.

Aber ernsthaft, mal ein paar Worte zum Umgang miteinander auf dem Festgelände: Selten etwas so entspanntes erlebt, allerdings auch nichts anderes erwartet. „Sankt Pauli! Sankt Pauli!“-Rufe, Zugeproste & „Seht ihr, Leipzig, so wird das gemacht“-Gesänge. Herrlich. Man hatte Spaß und ja, wir feierten gemeinsam. Eine Illusion musste ich allerdings zerplatzen lassen: Liebe Lilienfans, nicht nur eure Hymne wurde am Millerntor vor Anpfiff gespielt. Auch wenn eure zu einer der besseren gehört!

Aber bei der Feierei sind wir an einem Punkt angelangt, an dem scheinbar die Meinungen sehr geteilt sind: Ich mag das nicht noch breiter treten, aber kurz mein Empfinden dazu darlegen. „Etwas verdient haben“. Nun, gestern hörte ich das Interview vom Sechziger Christopher Schindler, der den Tabellenplatz der Löwen als verdient betitelte, wer so auftrete, hätte das eben verdient. Ja, es ist natürlich eine Sache, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen und das hätten wir am Sonntag mit einer anderen Leistung gekonnt, das steht außer Frage. Aber darf man dann auch die grandiosen Spiele davor vergessen? Ich finde nicht. Wir haben gegen Union geschwächelt. Gegen den KSC und gegen Heidenheim. Na und? Aue hat gestern eben nicht das entscheidende Tor gemacht, das wir eben auch nicht gemacht haben. Allerdings rechtfertigt die Leistung der vorherigen Wochen, dass wir über dem Strich stehen. Und ja, es wäre auch verdient gewesen, darunter zu stehen, wenn Aue, Sechzig und sonst noch wer gewonnen hätte.

Natürlich muss man mahnen, aber mal ehrlich, lasst den Jungs den Erfolg. Sie haben über Wochen eine Leistung gezeigt, die keiner vor der Winterpause je erwartet hätte. Dass die anderen eben auch so stark waren, allerdings ebenfalls nicht. Es war verdammt eng da unten und die Boys in Brown haben mich mit ihren Auftritten auf dem Betze, gegen Bochum, gegen Leipzig dermaßen beeindruckt, weil sie die Scheiße am Fuß endlich abgeschüttelt haben. Und daran sehe ich eine verdammt große Leistung, die ich nicht bereit bin, herunter zu drücken.

Ja, man muss zusehen, nächste Saison nicht wieder in diesen Strudel zu geraten. Ja, man wird dies mit einem kleineren Etat müssen. Ja, es werden einige Spieler nicht mehr dabei sein. Aber zwei stehen ganz sicher noch da unten, der eine trägt die Nummer 27 und ist das, was für mich eine Vereinsikone ist und der andere hat vermutlich den größten Anteil daran, dass wir nächstes Jahr nicht elf mal in den Osten fahren müssen. Ewald.

Ich halte unheimlich viel auf ihn und ich freue mich so sehr, dass er – Phrasenschwein komm her – und die Mannschaft die Belohnung für die harte Arbeit, die sie definitiv geleistet haben müssen, denn sonst stünden wir nicht oben, bekommen haben. Und dann darf man auch mal feiern.

Das gilt auch für die Lilien. Die haben sich das Feiern verdient und vermutlich wird die ganze Stadt noch wochenlang „Die Sonne scheint“(, Digga!) vor sich hin singen. Zu Recht. Das ist ein kleines Fußballwunder, was man dort erlebt hat und ich freute mich nicht nur für meine Lieblingslilie, sondern auch für diese doch irgendwie fußballromantische Mannschaft, die zusammengewürfelter ja kaum sein könnte.

Wir gaben uns am nächsten Morgen dann noch die Aufstiegsfeier. Jede Menge Menschen, das „Uffsteiger“ auf der Brust und doch war es irgendwie nicht meins. Ja, klar, nicht mein Verein und so, aber wenn ich da so durch die Reihen schaute, bezweifelte ich, dass der Großteil diese Saison überhaupt mehr als ein Spiel im Stadion gesehen hatte. Nein, ich fange jetzt nicht mit einer „Was ist ein Fan“-Diskussion an, aber natürlich zieht ein Uffstieg jede Menge Menschen an, die vorher vermutlich nicht mal wussten, wer dieser Mann an der Seitenlinie ist, der all diese Einzelspieler zu einem Team gemacht hatte. Befremdlich. Damit kann ich nicht umgehen – aber nachdem es nicht mein Verein war, fühlte ich mich eh nur als stummer Beobachter dessen, was da oben auf der Bühne passierte.

Das war von einem, doch, amüsanten Stadionsprecher, über gefühlte hundert Mal „Die Sonne scheint“ und „Der Traum ist wieder da“ (oder so) von dem original Interpret (?) bis zu einer Unfähigkeit „Humba“ anzustimmen geprägt, dass einigen wohl nicht mal aufgefallen ist, was mich zwischendrin echt schüttelte. Dass man nicht fähig ist, über die komplette Feier auch nur EIN ordentliches Humba anzustimmen, – die Variationen waren „HUB!“ und „HU-DARMSTADT 98“ – ist ja noch zu verzeihen, wobei ich auf Humba generell eher verzichten könnte. Knie und so, aber nicht nur.

Beim Anstimmen von „Dirk Schuster, du Zigeuner“ wurde mir allerdings schlagartig schlecht. Ich stellte mir vor, wie die Reaktion im Stadion ausgesehen hätte und wurde an den plötzlich aufgekeimten „ALERTA ALERTA ANTIFASCISTA!“ Ruf erinnert. Hier wäre ein Protest wohl ähnlich laut und nicht weniger angebracht gewesen. Da wusste ich allerdings noch nicht, dass das in Hamburg auf der Bühne auch angestimmt worden war. Ebenso wenig zu tolerieren. Und schon gar nicht gut zu finden, aber soweit ich das hörte, wurde es ja im Keim erstickt. Richtig so.

In Darmstadt wurde fröhlich mitgesungen. Ja, bei einigen Spielern geht bei einem Aufstieg das Hirn aus. Selbst Trainer Schuster wusste nicht mehr, wie lange er geschlafen hatte – wussten die Spieler morgens noch, wie viel sie schon gesoffen hatten? Ich mag das nicht gut reden, keinesfalls, es war definitiv unüberlegt und vermutlich nicht mit „böser“ Intention, natürlich immer noch nicht zu tolerieren und DEFINITIV nicht zu wiederholen. Lernt draus, Lilien, dann wird alles gut.

Nun geht erst mal da hoch und mischt die Liga ein bisschen auf. Freue mich für euch, ehrlich, auch wenn ich innerlich ein wenig dem Böllenfalltor nachtrauere, das ich nun zweimal habe erleben dürfen. Da rufen wohl wirklich die Siebziger dann ihr Stadion zurück.

Und ich? Bei mir wird die Stimme regeneriert und das Herz ein wenig beruhigt. Die ersten zwei Spieltage der Saison werde ich aus ein paar tausend Kilometern Entfernung aber trotzdem verfolgen und ich kann sie vermutlich in einer Woche schon wieder kaum noch erwarten.

So ist das eben mit dem Fußball. Und mit den Menschen, die ihn lieben.

Ein bisschen was habe ich noch vergessen: Achje, Tschauni. Musst du wirklich gehen? Magst nicht doch einfach bleiben? Die meiste Zeit meines Fandaseins hast du uns den Kasten mehr oder weniger sauber gehalten. Dein Humor wird fehlen. Und ja, das ein oder andere Tränchen hab ich bei deinen doch sehr lächelnden Abschiedsworten wirklich verdrücken müssen. Geh deinen Weg und zeig den Hannoveranern, dass die Ex-St.Paulianer öfters mal torgefährlich sind – oder einfach, dass sie top Menschen sind, so wie du. Mach’s gut, mir persönlich wirst du im Kader richtig fehlen. Servus, Pfiat Di & habe die Ehre!

Und wer ersetzt uns den Mann für die Freistöße, die ruhenden Bälle, den Mann der schon so ewig im Verein ist, dass er doppelt so lange St. Paulianer ist, wie ich? Dennis Daube ist einer der Spieler, die für mich immer im Kader waren. Zurückgeworfen von Verletzungen und doch wiedergekommen, stünden wir ohne ihn in dieser Saison definitiv nicht mehr auf 15. Auch du mach es gut, Dennis, ein bisschen braun-weiß wirst du aber immer bleiben! Und mit Union als neuem Arbeitgeber kann ich doch irgendwie leben.

Wo das gesagt ist: Froooinde, wenn ihr mir den Schachten ziehen lasst, komm ich nach Hamburg und zieh euch eigenhändig die Ohren lang. Das ist kein Spaß mehr. Wo wir wieder bei „Ich bin vielleicht klein, aber scheiß gefährlich“ wären. Lasst den Unsinn, Schachter gehört dazu, wie kaum ein anderer!

Und damit komm ich auch zum Ende. Sommerpause. Man muss sich nun den Dingen widmen, die es neben dem Fußball angeblich noch gibt. Oder einfach dem Fußball hinterher reisen, wie ich es machen werde.

In diesem Sinne: Wir sehen uns in der nächsten Saison in den Stadien der 2. Bundesliga. IMMER NOCH DER ZWEITEN BUNDESLIGA!

Macht’s gut, bleibt sauber und so tolle Menschen, wie ihr nun mal seid, aber da hab ich keine Bedenken.

Braun-weiße Grüße aus dem Siegerland,

Leonie

 

Auch über die Erlebnisse mit & in Darmstadt berichteten:

34.Spieltag (A) – SV Darmstadt 98

https://kleinertod.wordpress.com/2015/05/27/in-darmstadt-verloren-doch-die-klasse-gehalten-zum-ende-die-frage-quo-vadis-fcsp/

https://fangirl1910.wordpress.com/2015/05/26/es-ist-geschafft/

Gekommen um zu bleiben: Ewald Lienen rettet den FC St. Pauli

Wundervolle Fotos von Stefan Groenveld: http://stefangroenveld.de/2015/verloren-und-doch-gewonnen/

& Aux Armes:

SVD-FCSP-12

Brown-White Honeycakehorse!

Es ist Sonntag. Der Kuchen von der Omma ist bereits verhaftet, die schwarze Tasse mit dem Totenkopf steht noch dampfend vor mir und ich widme mich der Aufgabe, nein, dem Drang, doch etwas zu schreiben. Wie passend, dass mir der gestrige Tag wohl mehr als genug Stoff liefert. Und hey, es wird nicht gemeckert, der Text könnte also lesbar werden!

 

Kaiserslautern also. Irgendwie witzig, dass ich noch im Dezember dachte, Bochum sei mein letztes Auswärtsspiel bis zum letzten Spieltag in Darmstadt. Da hüpfte mir doch glatt ein Besuch in München dazwischen, ein komisches Spiel in Karlsruhe und wenn man eh schon so weit fährt, warum dann nicht auch Lautern?

Ich freute mich riesig auf diese Fahrt. Der Betzenberg strahlte doch immer eine massive Faszination für mich aus, so viele Teufel in den roten und weißen Vereinsfarben, solche Unterstützung und für mein Empfinden ein außerordentlicher Zweitligaverein, der doch eher irgendwie in die erste gehört. So viel zu meinem Empfinden vor dem Besuch. Nachdem man sich mit dem Gedanken angefreundet hatte – oh, das klingt viel negativer, als es war, denn irgendwie hatte es doch was von dem klassischen Kurzentschlossenen: „Lass mal nach Lautern.“, „Hab zwei Steher“, „Läuft“. Auf jeden Fall war es ein Trip auf den man sich richtig freute. Was ja auch irgendwie witzig ist, wenn man weiß, dass man vermutlich ziemlich „auf die Fresse“ bekommen wird. Aber da war eben noch diese „Faszination Betze“ und auf genau die freute ich mich. Und: es war natürlich ein neuer Ground.

Die Ankündigung des Bahnstreiks dämpfte die Euphorie kurz, denn eigentlich hatte keiner von uns Lust, sich mit dem Auto auf den Weg in die Pfalz zu machen, wo doch die Idee von der 4 1/2 stündigen Anreise mit dem Zug doch gerade durch ein paar Wegbierchen bestach. Nun ja, es hieß abwarten und hoffen, dass es doch klappte.

Letztendlich vertrauten wir der Dame von der Hotline und so klingelte mein Wecker am Samstag schon den zweiten Tag in Folge während noch eine fürchterbare „05“ vor dem Doppelpunkt stand. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mit dem ersten Ton vom Wecker schon hellwach war – wenig lässt mich leichter aus dem Bett kommen, als die Aussicht auf eine Auswärtsfahrt mit dem magischen FC. So ging auch der Rest recht flott und um kurz vor 7 dann die Reise los – jedenfalls für mich, mein werter Mitfahrer lag da vermutlich noch in tiefsten Träumen. Vom Europapokal(platz) oder so.

Kurz folgte die Suche nach einer Bäckerei, die um die Uhrzeit schon offen hat (#mehrMett!) und dann gings auch in den Zug. Die erste von drei Etappen bis zum Ziel Kaiserslautern Hauptbahnhof. Ich könnte jetzt hier noch irgendeinen Blödsinn zu erzählen, aber abgesehen von dem üblichen gibts da eigentlich nicht so viel zu sagen. Ein wenig schmunzeln mussten wir allerdings, als „morgens um fünf vor 9 in Deutschlands Zügen“ dann doch das erste Astra dran glauben musste. Immer diese asozialen Fußballfans. In diesem Sinne: Prost!

Am Frankfurter Hauptbahnhof angekommen ging es nach kurzem Stopp weiter mit dem Zug Richtung … gut, ich geb zu den Namen das Bahnhofs wo wir umsteigen mussten, hab ich vergessen, aber irgendwas mit „am Stein“ oder sowas. Auf jeden Fall saßen wir an einem Vierertisch im Zug und nach kurzer Zeit gesellte sich ein älterer Herr mit dem Blick auf meinen Schal und den Worten „Hey, da will ich auch hin“ zu uns. Damit hatten wir echt klasse Gesellschaft, denn gerade als wir noch zögerten, ob wir ihm ein Astra anbieten sollten, zog er eine Dose aus der Innentasche hervor & war damit schon unaufhaltsam in der Sympathie gestiegen. Einfach lässig. Da wird auch über das Radler hinweg gesehen.

Während der letzten Zugetappe gesellte sich dann auch noch ein wirklich netter Lautrer dazu, der von uns erst mal mit Fragen gelöchert wurde. Die „Wie lang braucht man vom Bahnhof bis zum Stadion“ war mit Abstand die wichtigste, wo wir doch erst planmäßig um 12:25 Uhr ankommen würden – viiiiel zu kurzfristig, für mein Empfinden, aber gut, ging nicht anders (übrigens auch ohne Streik nicht). Es wurde sich kurz über diese Unsinnigkeit ausgelassen, auch im Gästebereich nur „just pay“ anzubieten und schon an Alternativen für die „after Spiel“ Bratwurst überlegt, dann war man halt auch schon da. Am Bahnhof trennten sich leider die Wege, aber für den unwahrscheinlichen Fall, dass einer der beiden das hier liest: Ihr seid klasse! Schön, euch getroffen zu haben.

Joa, unsere Begegnungen mit netten Lautrern gingen dann am Bahnhof direkt weiter, denn irgendwie hatten wir ja keinen Plan wie wir von da zum Stadion kamen. Sehr hilfreiche & freundliche Menschen vor Ort, kann man nicht anders sagen. Es ging schließlich an die Bergbesteigung und dann war man ja auch schon da: Betzenberg. Von außen – jedenfalls von unten hoch laufend, sieht das Stadion ein wenig kurios aus, aber von innen echt top. Wir gaben flott den Rucksack noch ab und schon war man endlich da. Ein gut gefüllter Stehblock, wir suchten uns ein Plätzchen und man schaute sich erst mal in Ruhe um.

Ich kanns nicht anders sagen, als dass ich das Stadion an sich echt stark finde. Diese Betonwände, das ein wenig asymmetrische durch die kurze Tribüne auf der einen Seite und die doch recht steil angelegten Ränge – irgendwie hatte das was. Ich fands stark. Aber das Elend hat man halt auch schon zur Genüge gesehen (FSV, Fortuna!). Und es war echt alles rot. Mit wenigen kleinen Lücken.

Die Westtribüne wirkte … ja, doch wirklich beeindruckend. In den ersten paar Minuten dachte ich wirklich, dass man von uns rein gar nichts hören würde, weil man einfach nicht dagegen ankommen könnte. Ich weiß nicht, wie es im Fernsehen im Endeffekt rüber kam, aber für mich persönlich stellte sich das als falsch raus. Was aber auch daran liegen könnte, dass die Stimmung unter den Lautrern wohl im Spielverlauf dann nicht mehr die allerbeste war.

Es fing alles irgendwie ruhig an. Wie gesagt, ich glaube ich gehörte zu dem doch recht großen Teil der Fans, die hier absolut keine Punkte eingeplant hatten, auch wenn sie nach den restlichen Zweitligaergebnissen des Vortags & dann später auch des Samstags wirklich nötig gewesen wären. Irgendwie ließ mich das nicht ganz so sehr zittern – anfangs. Es war die eingeplante Klatsche und eigentlich hoffte ich nur, dass sie nicht allzu hoch und demnach demoralisierend ausfiel. Haha.

Die erste Halbzeit begann also für mich halbwegs ruhig. Das lag auch daran, dass ich endlich mal nicht total bescheuert stand und mich dem Support widmen konnte. Lautstark ❤

Hinter uns waren wirklich klasse Leute, muss mal erwähnt werden. Es gab wieder extrem viel Spaß mit Menschen, die man vermutlich nur einmal gesehen hat und das war’s, aber das ist einfach immer wieder so schön.

Was das Spiel angeht, muss ich ja doch zugeben, dass ich im Laufe der ersten Halbzeit zunehmend nervöser wurde. Bis auf eine Möglichkeit von Halste nach einem Freistoß kam offensiv ja recht wenig, es ist ja auch nicht so, als hätte ich da was anderes erwartet: Hinten sicher stehen und einfach so lange wie möglich die Null halten, vielleicht mal kontern wäre mein Masterplan gewesen, optimistisch wie ich bin. Aber genau das passierte unten am Platz. Natürlich gepaart mit etwas Dusel, aber im Endeffekt lief das alles genau richtig.

Ja, gut, ein kurzer Schock war das Fallrückzieher-Abseits-Tor definitiv, denn ich hatte weder Tor, noch Linienrichter im Blick und musste auf die Entwarnung warten. Die kam und die kurze Erleichterung auch, aber die Lautrer waren einfach drückend überlegen.

Als der Halbzeitpfiff kam, war ich auch irgendwie erleichtert. Die Hälfte rum. Immer noch 0:0. Alles im Soll, alles gut. Jetzt nur bloß nicht nach der Pause einbrechen. Einfach das halten und den einen Punkt gut behütet mit nach Hamburg nehmen, das wäre schon mal viel wert und dennoch glaubte ich nicht wirklich dran. Würden die Jungs in Rot weiter so forsch aufs Tor vorrücken, wäre es wohl nicht wahrscheinlich, dass die Boys in Brown volle 90 Minuten dagegen halten könnten.

Wie sehr freute ich mich, eines Besseren belehrt zu werden. Keine zwei Minuten wieder im Spiel, Fehler von Demirbay, Kalla geht, und geht, und schießt ein Tor. Was? Waaaaas? Ja! So verdammt verdammt gut. Der Block ging ein bisschen steil und irgendwie lagen sich zumindest bei uns ‚inner Ecke alle in den Armen. Obs jetzt Bekannte waren oder nicht.

Herrlich! Aber das hielt irgendwie nur kurz. Wo vorher keine Hoffnung, kein wirklicher Optimismus war musste jetzt doch richtig gezittert werden, denn wenn man erst mal die drei Punkte in Reichweite hat, dann will man sie ja auch nur ungern(*) wieder hergeben.

*überhaupt nie wieder niemals nicht!

Es wurde also gezittert und all die Nervosität in die Stimme gepackt, hinausgeschrien. Hach war das herrlich, nach der persönlichen Enttäuschung in Karlsruhe und München. Ich hab immer noch keine Ahnung wie das durch die Mattscheibe klang, aber vom Feeling her war’s ein gutes Gefühl. 😀

Und was für eines, als Kinhöfer auf den Elfmeterpunkt zeigte. Einer für uns? Was? Gehen die nicht nur gegen uns? Ach egal! Kurz geschaut, wer sich da am Elfmeterpunkt bereit machte, beruhigt festgestellt, dass es Halste ist und sich dann wieder so positioniert, dass ich das Tor nicht mehr im Blick hatte. Hat beim ersten Tor ja auch funktioniert.

Dann war der Ball auf einmal im Tor und die Hölle im Block brach los. Also … wenn die Hölle so schön ist, wie das was im Block abging, nehm ich das Ticket direkt. So so so unglaublich gut!

Gut war auch das, was die Mannschaft da auf dem Rasen ablieferte. Da war richtig Feuer drin und im Vergleich zur ersten Hälfte ein vollkommen anderes Spiel. Im zweiten Durchgang verdiente sich die komplette Mannschaft, besonders Robin!, die 2-Tore-Führung. Einfach kämpferisch eine verdammt gute Leistung.

Und irgendwie trauten sie sich plötzlich viel mehr. Da gingen dann auf einmal Pässe über den Platz, bei denen ich mir in Hälfte 1 sicher gewesen wäre, dass sie bei einem Lautrer auf dem Fuß landeten. Vermutlich im Strafraum.

Nein, ich mal das jetzt nicht alles nur rosarot  braun-weiß. Lautern hielt immer noch massiv dagegen und mit dem „drei-Schüsse-innerhalb-kürzester-Zeit“-Dingen hätte man sich nicht wundern dürfen, wenn es nicht bei 2:0 geblieben wäre, aber Robin hatte einen echt starken Tag erwischt. Richtig gute, konstante Leistung in den letzten Spielen – hut ab!

Als dann endlich der erlösende Pfiff kam, war das schöner als so mancher Torjubel. Es gab vor dem Spiel ja dieses „Wir haben keine Chance – Nutzen wir sie“ Posting und im Nachhinein traf es das ja doch recht gut. Eigentlich hatten wir keine Chance. Aber die Jungs da unten auf dem Rasen haben alles reingeschmissen. Und es dann doch möglich gemacht.

So hab ich die Feierei nach Abpfiff wirklich genießen können. Die Mannschaft feierte schön mit, „Ewald“ und „Himmelmann“-Sprechchöre und Kalla, der nochmal zurück zum Gästeblock kam – all das in einem sonst beinahe schon leeren Stadion. Einfach schön.

Nach meinen Auswärtsfahrten nach Frankfurt, Düsseldorf, Bochum, München und Karlsruhe war das endlich das eine Spiel, das alles rechtfertigt. Das weiter süchtig macht.

Mir bekam man das Grinsen wirklich nicht mehr aus dem Gesicht geprügelt und deswegen war ich auch mehr als dankbar für den Umgang mit den Lautrern, die wir noch trafen, der mit „herzlich“ nur angeschnitten wäre. Wir machten uns noch auf den Weg in die Altstadt, begleitet & geleitet von ein paar Lautrern bis wir schließlich eine kleine Kneipe zum Fußballschauen fanden. Wieder: Verdammt nette Menschen, die uns den Sieg gönnten, aber auch definitiv nicht mit der Leistung der Mannschaft zufrieden waren.

Das waren allerdings wirklich nicht die Einzigen. Als wir schließlich den Weg zum Bahnhof antraten, wurden wir gleich mehrfach von Gruppen von FCK Fans aufgehalten, die sich noch mit uns über das Spiel unterhielten. Diese Gespräche waren von „Ihr packt das“ und „Ihr verdients nicht abzusteigen“ geprägt und waren wirklich, wirklich herzlich. Bis auf einen Idioten im Biergarten nebenan, der aber alles anpöbelte, was zwei Beine und keinen FCK-Schal hatte, gabs also echt nur angenehme Begegnungen mit den Heimfans.

Mein Fazit? Ein fast perfekter Fußballtag. Er hätte vielleicht noch dadurch besser werden können, wenn die anderen eben nicht gepunktet hätten, aber auch so war das schon ein verdammt guter. Ein tolles Stadion, mit klasse Atmosphäre & starkem Support, sehr guter Auswärtssupport unserer Seite und verdammt viele nette, hilfsbereite Menschen auf beiden Seiten.

Ey, #FCK? Ich gönn euch den Aufstieg! Aber ich komme auch gerne wieder. 🙂

In diesem Sinne grinse ich weiter wie ein Honeycakehorse,

man sieht sich in Darmstadt!

 

S A N

K T P

AULI! ♥